Ein legales Banner an der Hohensalzburg

Eine der wichtigsten Aktionen, an der viele Studierende tagelang mitgearbeitet haben, ist anscheinend gut angekommen: Seit heute mittag hängt ein Plakat mit der Aufschrift „Free Uni“ von der Türkenwand der Hohensalzburg. (Bilder auf Salzburg.com, © unibrennt).

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Ein Kommentar. Und eine längere Erklärung danach

Die Michaela hat mir, da ich um 4:08 gerade nicht online war und deswegen nicht sofort ihren Kommentar freischalten konnte, folgenden zweiten Kommentar geschickt. Der wurde natürlich auch nicht automatisch im bekannten jetzt übrigens meistgelesenen Beitrag dieses Blogs freigeschaltet, weswegen ich mir die Freiheit gemacht habe, einmal ausführlicher ihr zurückzuschreiben.

ZENSUR

Sascha hat meinen Postingkommentar weggelöscht, in dem ich darauf hingewiesen habe, dass mich seine Rhetorik an Strache erinnert. Der verwendet auch Wörter wie „Linkslinke“.

Wenn Sascha eine solche Meinung nicht zulassen kann, sondern auf seinem Blog zensuriert, dann ist das meiner Meinung nach ziemlich bedenklich.

Ich habe sicher nicht zensiert. Es ist nur so, dass mein Blog moderiert ist (was auch im Impressum steht). Das heisst, dass ich Blogeinträge freischalten muss, ehe sie im Blog erscheinen.

Das ist eine medienrechtliche Notwendigkeit: Ich bin als Betreiber dieses Blogs auch für Aussagen von den Kommentatoren haftbar und muss deshalb vor der Freigabe der Beiträge diese kurz durchlesen. Außerdem schützt es gegen Spam, denn manche Spambots schaffen es, durch meinen Akismet-Schutz zu kommen (das ist ein Spamfilter für Blogs), und so verhindere ich, dass in meinen Beiträgen Werbung für Viagra, Dopingmittel oder Glücksspiele auftaucht. Es ist eine notwendige Zensur, allerdings habe ich in den zwei Jahren in denen dieses Blog bei WordPress existiert nur wenige Beiträge nicht veröffentlicht, diese waren Beleidigungen, die ich nicht in meinem Blog dulden muss.

Ich äußere mich gerne zu deiner Behauptung, meine Rhetorik ähnele der von Strache oder Haider: Ich bin linksliberal. Und ich stelle diese Liberalität, dieses Freidenkertum, auch heraus. Ich versuche, mich nicht instrumentalisieren zu lassen, sondern politischen als auch gesellschaftlichen Strömungen nur nachzugehen, wenn ich zu diesen stehen kann.

Ich habe in diesem Blog NICHT von allen BesetzerInnen geschrieben. Unter Linksradikalen verstehe ich solche, die nicht nur die soziale Gerechtigkeit verbessern wollen, sondern auf revolutionäre Art und Weise das System, in dem wir derzeit leben, das kapitalistische und demokratische System, stürzen wollen. Das ist in meinen Augen radikal, was nicht heißt, dass ich nicht auch Probleme sehe, die durch den Kapitalismus existieren, allerdings empfinde ich den Kapitalismus im Vergleich zur Idee des Kommunismus, in dem „jedem alles“ gehört, als das freiere System.

Es ist teilweise so frei, dass es leider manche Gruppen sehr stark bevorteilt gegenüber anderen Gruppen. Allerdings hat der Kapitalismus auch viele Stellschrauben, an denen, sofern der politische Wille da wäre, gedreht werden könnte. Das ist eine linke, aber auch liberale Denkensweise, und dazu stehe ich auch.

Meine liberale Haltung sagt mir auch, dass es natürlich nicht sein darf, dass irgendwelche rechten Gruppierungen die BesetzerInnen aus dem Hörsaal prügeln dürfen. Sowas widerspricht dem Grundgedanken der Meinungsfreiheit, der bei den RechtsRechten nicht stark verankert ist. Aber genauso wenig haben einzelne linke Gruppierungen ihre Meinung als die einzig gültige gelten zu lassen, denn das widerspricht auch der Meinungsfreiheit.

Ich gehöre zu den gemäßigten Studierenden. Und wer damit ein Problem hat, dass ich ebenso wie andere Studierende meine Meinung äußere, und mich dann auf die Art und Weise ausdrücke, wie ich es für richtig erachte und wie es meine Art ist, muss mit diesem Problem leben. Meine Worte sind auf alle Fälle überlegt, wenn ich mich äußere, und ich vertrete dann natürlich meine Ansicht, was die Studierenden in Salzburg möchten. Aber ich denke, das tut jeder von uns.

Ich kann zu Hause bleiben. Ich kann aber auch weiter im Plenum sein. Ich kann tun und lassen, was ich für richtig erachte. Dazu habe ich ein Recht und ich bin dafür selbst verantwortlich, was sich daraus ergibt. Aber ich bin weder ein Rassist wie Strache noch ein Populist wie Strache.

Ich habe heute für meinen Blogeintrag positive als auch negative Meinungen zu hören bekommen. Nur mich in ein rechtes Eck gestellt hat mich bisher noch keiner. Denn wer mich kennt, weiss, dass ich kein Rechter bin.

Ich habe einmal in einer Radiosendung auf einem Internetradio, für das ich Sendungen gestalte, gesagt, ich wäre böse. Doch es ist eher so: Ich bin ehrlich. Ich mache aus meinem Herzen keine Mördergrube und ich zeige, wenn mich etwas bewegt, sowohl körperlich als auch öfters verbal.

Und wenn Dinge passieren wie das an die Hauswände der GesWi gesprüht wird, wenn Fotos einer schönen Ausstellung, an der Studierende der Kommunikationswissenschaft ein Jahr lang gearbeitet haben, zerstört werden (ich hoffe, es wird pfleglich mit den Sesseln umgegangen, die sind immerhin auch nicht Eigentum der Studierenden), wenn versucht wird, von der Bildungspolitik-Diskussion überzuschwenken hin zu einer vor allem von Kapitalismuskritik und Gesellschafts-Veränderungsdrang geprägten Thematik, dann bin ich nicht ruhig. Dann melde ich mich zu Wort und sehe auch keinen Grund, ein riesengroßes Blatt Papier vor den Mund zu legen. Ich wurde dafür schon kritisiert, aber ich war/bin nicht dafür da, nur mitanzusehen, wie alles verläuft. Und ich hoffe, dass die anderen auch dafür da sind, um etwas zu verändern und sich äußern zu wollen.

Ich habe bisher kein schlechtes Gewissen bei dem, was ich getan habe. Und das wird auch so bleiben. Und ob ich bei der Uni vorbeischaue (immerhin geschieht an der Universität noch anderes als Hörsaal-Besetzungen) oder ins Plenum schaue oder mich zu etwas äußere, ist denke ich meine Angelegenheit. Jemanden in etwas reinreiten ist auf alle Fälle nicht meine Intention, ebensowenig wie ich die Sache an sich, die Besetzung des Hörsaals zur Durchsetzung der Verbesserung der Lehrbefindungen der Universitäten, Schulen usw., sabotieren oder schädigen will.

Aber wie gesagt: Ich muss nicht mitmachen. Ich habe diese Woche sehr viel anderes zu tun, Arbeiten, Beiträge für Uniradio vorbereiten, zur Uni gehen, Radiofabrikfest. Wenn ihr anscheinend keine Mitstreiter für eure Sache braucht… könnt ihr’s auch alleine machen.

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Ein Reply auf Komments mir gegenüber der letzten Stunden

Mein Eintrag über Meine Ansichten zur derzeitigen Grundsatzfrage des studentischen Protests in Salzburg schlägt Wellen. Schon fast 500 Visits nach nur rund fünf Stunden hatte ich noch NIE in meinem Blog, sogar meine beliebtesten Artikel „der Name der Scheide“, „Talk2move“ und „Bürgermeisterwahl in Uetersen“ sind eher kontinuierlich und nicht in einem solchen Ansturm gewachsen. Dabei war vieles einfach reingehauen in die Tastatur, ich habe nicht einmal eine Rechtschreibprüfung gemacht gehabt.

Ich habe viele Kommentare in den letzten Stunden erhalten, die meisten hatten den Tenor, dass man noch nicht aufgeben sollte. Aufgeben will ich auch nicht. Ich will eine Blockade des Hörsaals, in der konstruktiv an der Verwirklichung unserer Ziele sind, die die Verbesserung der Studienbedingungen sind. Da kann man sich gerne auch mit anderen Gesellschaftsgruppen solidarisieren und es ist gut, wenn wir auch solche Solidarisierungen kriegen. Doch: Im Brennpunkt unserer Bemühungen muss meiner Ansicht nach die Situation an der Universität sein. Nur so können wir viele Studierende erreichen und davon überzeugen, dass die Besetzung eben nicht nur reine Schikane für unsere Mitkommillitonen ist, nur so können wir stark in der Öffentlichkeit auftreten, nur so verzetteln wir uns am Ende nicht.

Deswegen sitz ich derzeit vor dem Hörsaal und werde auch nachher mir noch einmal das Plenum anhören. Allerdings kann ich nicht versprechen, dass ich drin bleibe. Das wird die dortige Situation und Diskussion zeigen.

Was mich irritiert hat, war, dass mich ausgerechnet „Studieren statt blockieren“ gelinkt hat. Denn im zweiten Satz meines Eintrags stand doch eindeutig, dass ich die grundsätzliche Besetzung des HS 381 befürworte. Wer studiert, sollte doch lesen können *g*. Aber das habe ich den Mitstudierenden dort auch geschrieben. Mal schauen was die Sandra Pichler darauf antwortet. Und natürlich kann man kein Fazit machen, wenn etwas noch gar nicht zuende ist, das ist ja wohl hoffentlich klar.

Wie sich der Protest entwickelt, hängt von allen ab: Morgen am Montag gibts nunmal die Grundsatzdiskussion über den Weg und die Ziele dieser Bewegung. Und die, die keine Radikalisierung wollen, müssen sich einbringen. Nicht im Facebook oder Twitter mitverfolgen, was geschieht, herkommen, mitreden, sich einbringen, den Leuten zeigen, wie die Studierenden denken! Das ist gefragt, hoffentlich regen dazu meine Beiträge hier an.

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Jetzt ist mir echt der Kragen geplatzt…

Geplatzt nicht wegen der Besetzung der Unis, denn für mich fällt ja keine Vorlesung aus. Und ich finde es gut, dass so die Situation an der Universität sich aufgezeigt hat.

Nein, geplatzt ist mir der Kragen, weil einige Linksradikale, die mit besetzen, immer mehr beweisen, dass es ihnen NICHT um das Wohl der Studierenden geht. Um einen dieser Linksradikalen zu zitieren: „Mich interessieren die Studierenden einen Schaß.“

Super auf den Punkt gebracht und es passt auch sehr zum Verhalten dieser linksradikalen Deppen, die lieber wollen, dass wir in Salzburg uns mit „Arbeitern und Arbeiterinnen“ solidarisieren statt dass wir erst einmal versuchen, mehr Mitstreiter bei den Studierenden zu finden. Die lieber stundenlang über Sexismus debattieren, statt über Sachthemen abzustimmen, wodurch nach fast eine Woche Besetzung noch kein Inhalt aus den Arbeitsgruppen herausgekommen ist. Die nicht im Stream gefilmt werden wollen, mit der Begründung, dass sie nicht gesehen werden wollen, von wegen Verfassungsschutz und so.

Mit solchen Menschen kann ich nicht mehr zusammenarbeiten! Sie wollen nicht das Wohl der Studierenden bzw. dessen Situation verbessern, sondern die Studierenden dazu mißbrauchen, einen Systemwechsel zu machen, hin zum Anarchismus-Kommunismus. Fantasten, die glauben, man könne so die Bevölkerung kriegen.

Ich hatte heute in der nacht lange Diskussionen mit zweien von diesen, eine Frau und ein Mann, und tw. ist mir schon da fast der Kragen geplatzt. Denn diese Menschen sind so in ihrem Weltbild festgefahren, dass sie ein rechts und links von ihrer Meinung gar nicht mehr kennen. Sie kennen nur noch ihre „Mission“, die „Befreiung“ der Menschen vom Kapitalismus. Sie reagieren auf Kritikpunkte gar nicht, und wenn jemand rhetorisch zu kontern weiss (was ich kann), kommen Sprüche wie: „Also du, ich finde das ja jetzt gar nicht so toll, was du da sagst“… gratuliere, besser auf sozialistisch ausdrücken, dass es sie stört, dass man nicht ihnen nachlabert, sondern nachdenkt, geht wohl nicht.

Von wegen Diskussionskultur, wenn man mit zwei von diesen feministischen Frauen redet und die eine die Meinung vertritt, dass Frauen, weil sie sich weniger zu Wort melden würde, prinzipiell vorgereiht gehören (Zitat von Lina), und eine andere dann meint, Mozart wäre in Salzburg illegal gewesen (es gab im 18. Jahrhundert noch keine Staatsbürgerschaften, gerade deswegen konnte Mozart ohne große Mühen Reisen nach Augsburg, Wien und Paris machen), und ein dritter nur seinen weltveränderischen Kram erzählt, aber auf die Frage, wie man die Studierenden mobilieren soll, nur meint, die Studierenden seien egal (derzeit beteiligen sich nur ca. 40 Studierende am Protest), dann denk ich mir nur noch: „Ach lecks mich doch am Arsch.“

Wenn dann Unifremde Personen, die sich durch die Besetzung im Haus befinden, auf dem Fach einfach Banner entfalten und darauf, dass wir sie abgenommen haben, nur damit reagieren, dass sie das Plenum in Frage stellen, da sie mit der Demokratie nichts anfangen können, wenn einfach Graffitis auf die Uni gesprüht werden, Bilder der Ausstellung „40 Jahre Kommunikationswissenschaft“ abgerissen werden usw., dann gehts für mich zu weit.

Das ist MEINE Uni, das ist UNSERE Uni. Und an UNSERER Uni hat es um die Uni zu gehen, nicht um illusorische weltverbesserliche Utopien.

Und mit diesem Blogeintrag erkläre ich meine Mitarbeit an dem Projekt „Uni brennt“ für BEOBACHTEND.

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Mal wieder ein Post

Habe lange nicht gepostet. Man bedenke, letzte Woche jeden zweiten Tag ein Post, diese Woche nur ein einziger.

Das hatte aber auch seine Gründe: Ich hatte, was recht ungewöhnlich ist für mich, einen wirklich vollen Terminkalender. Kann ihn euch ja mal aufzählen:

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