Eine öffentliche Meinungsäußerung zu einem Nachtmagazin (ARD) Beitrag

Hallo liebes ARD-Tagesschau/Themen/Nachtmagazin-Team,

eine Frage: Was hat euch bei dem Beitrag gestern abend im Nachtmagazin geritten? Der war sowohl von der Objektivität (die es in dem Beitrag nicht gab) als auch von der Darstellung der Inhalte sowas von an euren normalen Qualitätsmaßstäben vorbei…

Es beginnt schon einmal damit, dass zum Thema Urheberrecht ausgerechnet die GVU (sprich den Lobbyisten, der wahrscheinlich am liebsten sogar STRG+C verbieten würde) befragt wird, aber keine Gegenstimme aus der laaaaaangen Reihe der Anti-ACTA-Gruppe kommt (und das sind nicht nur die Piraten, auch Netzpolitik.org und fefe.de sind dagegen, obwohl sie selbst auch Flattr-Einnahmen für freie zugängliche Podcasts haben). Dann werden die „typischen“ Nutzer dargestellt, wobei ihr wohl eher ins Internetcafe neben der Uni gegangen seid (so vom Altersschnitt her kam das hin), um zu beweisen, dass wir Internetnutzer alle böses Raupkopierer sind und das gar nicht schlimm finden.

Dann gehts weiter, zunächst wird das Streamen verdammt, danach darf dann auch noch ausgerechnet einer dieser Abmahnanwälte, die ihren Lebensunterhalt nur damit bestreiten, Kinder und Studenten und alte Leute mit Mahnungen über mehrere Tausend Euro und das allzuoft ungerechtfertigt, von wegen ‚IP-Dreher‘ oder ‚falsche Datei‘ und was die nicht alles schon an Fehlverurteilungen produziert haben, zu versehen.

Ganz ehrlich, in welcher Form entspricht dieser Beitrag den Qualitätskriterien von Objektivität, Seriösität und Unparteilichkeit, die sich der Öffentlich-rechtliche Rundfunk gestellt hat? Die Gegenseite kam nicht zu Wort, deren Argumente wurden grundsätzlich nur gegen sie verwendet usw.

Dabei ist gerade das Thema Urheberrecht im Internet ein kompliziertes Feld und kann nicht auf Raubkopieren beschränkt werden.

Da wäre zum einen, dass diese Abmahnanwälte eine regelrechte Industrie aufgebaut haben, um an einen stetigen Fluss von IPs zu gelangen. Eine Data-Mining-Firma gibt in Filesharing-Netzen vor, eine bestimmte Datei zu tauschen, tut es in Wirklichkeit aber nicht, sondern saugt sich nur alle IPs von denen die grade in dem betreffenden Netzwerk umherschwirren, diese Listen mit mehreren tausend IPs gehen an die Staatsanwaltschaft, die… LEHNT die Untersuchung AB, verweist korrekterweise auf Zivilverfahrensmöglichkeit, der Freibrief, mit dem dann die Anwälte mit der Liste zu den Gerichten gehen, die einfach ungeprüft (wer kann mehrere tausend IPs checken?) eine Anforderung an die Internet-Provider genehmigen, dass die die Nutzerdaten rausgeben müssen, und der Anwalt schickt dann an alle, von denen er Daten erhalten hat, nette Briefe mit überhöhtem Streitwert und somit horrenden Anwaltskosten. Und solche Leute unterstützt ihr, dass die sich in die Kamera setzen dürfen und frech grinsend sagen dürfen: „Wir werden noch mehr abmahnen“? Wunderbarer Journalismus, geht lieber mal drauf ein, dass schon viele Anwaltsbüros die so agieren beim Betrügen erwischt wurden, von mit dem Anwaltsrecht nicht vereinbaren Verträgen mit den Medienunternehmen über falsche Beschuldigungen, falschen Angaben in den Mails (es wird zur Einschüchterung mit möglichen gerichtlichen Schritten gedroht, obwohl die Abmahnung doch grade deshalb kommt, weil der Staatsanwaltschaft die strafrechtliche Prüfung schon abgelehnt hat) bis hin zum HANDEL mit den IPs untereinander (von Datenschutz halten die nämlich wenig, anders als die Piraten.)

Das nächste: Viele Künstler, Labels und Privatleute sehen die derzeitige Handhabung des deutschen Urheberrechts mehr als kritisch. Beginnend mit den GEMA-Sperren auf Youtube, dank derer die Künstler und Labels nicht mehr ihre Musik bewerben können (denn wenn ein deutscher User das neue Lied eines Künstlers, das dieser selbst hochgeladen hat, anschauen will, kriegt er nur die schwarze GEMA-Sperrtafel zu sehen), über die Einsicht, dass es sich für den eigenen Ruf nicht gut macht, wenn man die Kunden, sprich die Hand aus der man frisst, ewig mit Beschränkungen ihres Medienkonsums konfrontiert (ja, genau das, was die GVU in dem Beitrag verlangt, anscheinend redet sie mal wieder nicht für alle Urheber), sei es DRM, Internetsperren, Kopierschutz, durch den sogar die Privatkopie verboten ist usw., wird in dem Beitrag nichts gesagt. Jan Delay hat erst im Dezember 2011 auf Facebook einen wütenden und danach einen erklärenden Beitrag veröffentlicht, dass er sogar dafür ist, dass die Menschen sich die Musik untereinander sharen, solange sie die Bands und Stars, von denen sie Fan sind, dadurch unterstützen, zu deren Konzerten zu gehen, deren Alben zu kaufen und sie auch ansonsten zu supporten. Schlechte Musik müsse man aber echt nicht kaufen.

„Raubkopien“ (wobei der Begriff eh schwachsinn ist, was man raubt, kopiert man nicht, sondern entwendet mit Gewalt, was man kopiert, das behält der vorherige Besitzer, oder vernichtet ihr ein Buch, nachdem ihr eine Seite darauf kopiert habt mit dem Redaktionskopierer?) können sowohl negative als auch positive Folgen haben: Die Negativen sind klar und die müssen wir alle in der Medienbranche ertragen, ist das unser Urheberrecht stark mißachtet wird, dass man oft nicht mal als Autor/Urheber genannt wird, wenn jemand etwas veröffentlicht, dass man natürlich von den meisten Kopierern kein Geld kriegt usw. Die Positiven sind aber ebenso existent: Das Medienprodukt was kopiert wird, wird bekannter. Viele dieser kurzentschlossenen Nutzer, die etwas lesen und es unbedingt sehen wollen, jetzt sofort, können es. Die würden aber nicht sofort in die Videothek oder zum Mediamarkt gehen, und bis sie mal da sind, hätten sie ihren Wunsch nach genau diesem Produkt längst vergessen. Und das obwohl ihnen vielleicht der Film oder das Musikstück wirklich gefallen hätte (und sie es dann womöglich sogar auf DVD gekauft oder das ganze Album erworben hätten). Und womöglich hätte dann der Händler das Produkt gar nicht gehabt, dank des Internets wird man mit soviel Kultursphären bekannt (ich z.B. mit der asiatischen Popkultur), die hierzulande nirgends zu finden ist (und von denen auch viele schon viel weiter sind in der Adaptierung ihres Wirtschaftsmodells, im Vergleich zu Deutschland, das meint, mit Verboten und Restriktionen alte überkommene Strukturen aufrechterhalten zu können (fast schon wie die ewige Steinkohleförderung im Ruhrgebiet, obwohl seit den 80er Jahren klar war, dass Bergbau in Deutschland nicht mehr gängig ist.))

Vor allem verstehe ich nicht, wieso grade ihr von den Tagesthemen so einen Beitrag loslasst. Erst am Donnerstag habt ihr auf http://www.tagesschau.de eine lange FAQ-Liste veröffentlicht, warum eure App gut ist und das was ihr dort geschrieben habt, stimmt, das Internet ist eine Veränderung der Vertriebswege, durch die das althergebrachte System der Medienbranche (also Musik, Film, Fernsehen, Zeitung, whatever) neu verhandelt werden muss und ja, Einschränkungen hier sind in den meisten Fällen kontraproduktiv für alle Beteiligten (Konsumenten, Medien, Internetindustrie). Wieso vertretet ihr im Internet, wenn es um eure App geht, die gleichen Ansichten wie 99% der Internetnutzer auch, aber wenns dann um Streaming, Musikkopie usw. geht, blast ihr ins Horn der GVU, in der dieselben Medien (Springer usw.) sitzen, die euch doch bei der App das Leben schwer machen?

Dieser Beitrag ist (da es eine öffentliche Meinungsveröffentlichung ist) auch im Acme.Blog unter https://saschap.wordpress.com nachlesbar,

Vielen Dank fürs Lesen und womöglich Beantworten,

Sascha Sierk.

Update: Nebenbei noch einige Sachen, die mir so im Nachhinein einfallen: Wie viel in dem Beitrag noch fehlerhaft berichtet wird. Es wird behauptet, immer mehr Menschen würden am Kino vorbei ins Internetcafe zum Film schauen gehen, dabei beweisen die Kino-Statistiken, dass die Zahl der Menschen, die ins Kino gehen, seit den 90er Jahren wieder zunimmt. Und das Internetcafe um die Uniecke herum erweist sich, wenn man genauer hinschaut, sogar als die MENSA der Uni Hamburg, wo anscheinend wahllos ZWEI MENSCHEN befragt wurden (ist ja auch praktisch, dass heute wir Studies mit Notebooks überall rumsitzen, da kann man ja gleich daraus ein Internetcafe stilisieren, auch wenns die Bibliothek oder der Raum vorm Audimax ist.)

Und auch vergessen im Artikel habe ich den Einwand, dass auch ARD und ZDF vom illegalen Streaming profitieren: Sehr viele haben sich ältere Folgen der Heute Show oder z.b. auch die auf tagesschau.de gesperrte Tagesschau-Sendung schon auf youtube angeschaut, da ZDF und ARD ja zum Löschen der meisten Inhalte nach SIEBEN Tagen verpflichtet sind (dank der lieben Verleger, die ja gerne die Konkurrenz verbieten.) Und sind beim Schauen der 360kbit-Aufnahmen auf den Geschmack gekommen, doch mal um 22:30 ZDF anzuschauen. Ohne Streaming wären diese Glanzstücke öffentlich-rechtlichen Medienschaffens im Datenpapierkorb gelandet, für immer.

Drei Jahre Diskussion

Als ich den Beitrag zu talk2move schrieb, hatte ich noch nicht damit gerechnet, dass dieser einmal der Topartikel meines Blogs sein würde. Er war gedacht gewesen als Gedächtnisprotokoll einer Schulung in Salzburg am 30. Juni 2008 und schilderte neben dem dort Geschehenen natürlich auch eigene Einschätzungen, z.b. die damalige Bezahlsituation der MitarbeiterInnen.

Einiges hat sich mittlerweile geändert, talk2move gibt es in Österreich nicht mehr, das Fundraising haben hier die Hilfsorganisationen übernommen, in Deutschland gibt es die Firma unter denselben Akteuren weiterhin. Die Bezahlmodelle wurden verändert, mittlerweile gibt es laut Angaben von talk2move ein Stundenfixum von 8 Euro + Provisionen (was einer normalen Promotion-Bezahlung entspricht, zumindest hier in Österreich), das Punktesystem wurde anscheinend verändert (in welcher Form, bin ich noch am Recherchieren) und: Der Ursprungsbeitrag wurde zu einer Art Diskussionsplattform im Blog, in der KritikerInnen wie BefürworterInnen sich äußern.

Auch der Geschäftsführer von talk2move, Robert Hatwagner, hat sich mittlerweile geäußert und eine offizielle Stellungnahme seitens talk2move gegenüber meinem Blog abgegeben. Damit diese nicht total im Kommentarbereich des Originalbeitrags verschwindet, poste ich diese hier noch einmal (Formatierungen sind von mir, da die Kommentarfunktion die nicht in der Form zulässt (nur ich darf HTML verwenden, aus Sicherheitsgründen)).

ÖFFENTLICHE MITTEILUNG DER TALK2MOVE FUNDRAISING GmbH & Co.KG – Geschäftsführung

Man gewinnt immer, wenn man erfährt, was andere von uns denken. (Johann Wolfgang Goethe)

In diesem Sinne bedanken wir uns für die Anmerkungen, offenen Kritiken und Vorschlägen talk2move und seine Arbeit besser zu gestalten.

Unsere Partner, die SOS-Kinderdörfer, der Malteser Hilfsdienst, Malteser Hilfsdienst international, die Aktion Weltkinderhilfe und der WWF schätzen unsere Zusammenarbeit seit Jahren. Die Gewinnung von Förderern, das face-to-face Fundraising, ermöglicht es, sich für wichtige Projekte einzusetzen.

Nach den bewegten Anfangs,- und Wachstumsjahren ist unser Mitarbeiterpool auf inzwischen ca. 1.000 Fundraiser pro Jahr angestiegen. Das ist eine Entwicklung, die wir grundsätzlich mit Freude betrachten. Dennoch machte auch talk2move bei dieser rasanten Entwicklung gute und schlechte Erfahrung.

Neben den vielen gelungenen Aspekten, sind auch Fehler passiert, auf die wir reagiert haben und reagieren mussten. Wir möchten uns und unsere face-to-face Kampagnen verbessern!
Wir möchten anmerken, dass ein Großteil der Kritikpunkte aus den Jahren 2006 bis 2009 aus Österreich stammen.

Kommunikations-und Qualitätsmanagement:

Im Februar diesen Jahres (2011) haben wir die Position einer Qualitäts,- und Kommunikationsmanagerin geschaffen und Nadine Sachse engagiert. Nadine ist eine langjährige Teamleiterin (5 Jahre) in der Wochenkampagne (bundesweite Tour) und ausgebildete Diplom Kommunikationswirtin und Fachwirtin für Event,- und Messemanagement.

Künftig wird sie bei Problemen als Ansprechpartnerin für unsere Fundraiser fungieren und das Beschwerdemanagement leiten. Dabei können Anmerkungen kommuniziert und in Folge Probleme gelöst werden. Nadine reist auch direkt zu den Teams vor Ort und führt Mitarbeitergespräche, unabhängig vom Erfolg der Fundraiser.

Zusätzlich wurde eine Helpline ins Leben gerufen. Die Helpline ist eine Rufnummer sowie ein Mailkontakt, unter denen -ggf. auch anonym- Anregung und Beschwerden abgegeben werden können. So können wir von Unstimmigkeiten erfahren, rascher reagieren und Mängel beheben.
Nadine sagt selber über Ihren neuen Job (Zitat) “Obwohl ich eine Führungsposition in einer Marketingagentur inne hatte, bin ich meinem Herzen gefolgt. Ich möchte mit talk2move Non-Profit-Organisationen unterstützen und mit meiner Arbeit etwas Gutes bewirken“.

Quartiere & Teamleben

Jedes Team wir mindestens einmal wöchentlich durch unsere Kommunikationsmanagerin oder durch einen Coach besucht. Dabei überprüfen wir die Qualität der einzelnen Ferienwohnungen und das Wohlbefinden der Fundraiser. Zusätzlich checken wir die Rahmenbedingungen und den Umgangston innerhalb der Teams. Wir möchten uns vor Ort ein Bild machen um Verbesserungen direkt umzusetzen.

Arbeitsmethoden & Führungsstil

Der kooperative und motivierende Führungsstil ist wesentlicher Bestandteil in der eigens festgelegten Firmenphilosophie von talk2move. Der in der Vergangenheit durch einzelne Mitarbeiter teilweise praktizierte, streng autoritäre Führungsstil wurde durch motivierende Zielvereinbarungen, Coaching und Spaß am Job ersetzt. Wir haben uns von denen getrennt, die diesen neuen Führungsstil nicht mitgetragen haben.

Unsere Führungskräfte & Coaches haben im letzten Jahr erfolgreich ihr Weiterbildungsprogramm absolviert, um die Führungsaufgaben kompetenter zu erfüllen und sich als Vorbilder der Kampagne weiterzuentwickeln. Unterstützt wurden wir dabei von externen Beratern und Trainern.

Weiterbildung & Schulung

Weiterbildung und Schulung sind uns ein zentrales Anliegen. In regelmäßig stattfindenden Seminaren und Workshops werden unsere Mitarbeiter geschult. Wir möchten vor allem durch starkes Teamplay und Fachkompetenz überzeugen. Aus diesem Grund wird jeder Mitarbeiter vor seinem Einsatz über den von ihm zu vertretenden Verein informiert und im Gespräch geschult. Hierbei werden kommunikative Grundlagen vermittelt und Argumentationshilfen gegeben, um unsere Partner imagefördernd in der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Wir handeln nach den Grundregeln für Fundraiser (-innen) des Deutschen Fundraising Verbandes e.V. und richten uns nach den Kriterien des Deutschen Zentralinstitutes für soziale Fragen (DZI).

In der Wochenkampagne (bundesweite Tour) erfolgt die Schulung am Anreisetag. Die Neuanreisen kommen in der Regel zwischen 15 und 16 Uhr am Zielbahnhof an. Die Dauer der Schulung hängt von der Teamgröße und dem vorhandenen Vorwissen der künftigen Mitarbeiter ab. Wir rechnen mit bis zu fünf Stunden.

Um die Schulungsdauer in Zukunft zu verkürzen, bieten wir die Möglichkeit den Gesprächsleitfaden vorab zu erhalten, so dass die künftigen Mitarbeiter diesen vor der Anreise schon verinnerlichen können. Wir sehen es als unsere Verantwortung gegenüber unseren Partnern, unsere Fundraiser bestmöglich vorzubereiten.
„ Je besser die Vorbereitung, desto kürzer wird die Schulung sein.“

Qualitätskontrolle

Fundraising oder Werben ist eine gute Möglichkeit Geld zu verdienen. Dazu stehen wir auch in der Öffentlichkeit ein. Deshalb trägt jeder Fundraiser einen Arbeitsausweis, auf dem vermerkt ist, dass er für seine Arbeit am Infostand vergütet wird.

Wir bauen auf die Grundsäulen der Ehrlichkeit. Aus diesem Grund ist Fundraisern und Teamleitern die Behauptet untersagt, dass er für seine Tätigkeit nicht entlohnt wird. Jeder Fundraiser wird für seine Tätigkeit bezahlt. Erhalten wir Kenntnis, dass Mitarbeiter diese Behauptung aufstellen, ist das ein Kündigungsgrund.

Im Rahmen der Qualitätskontrolle werden Gesprächsinhalte durch eine von uns engagiert Mysteryshopperagentur und durch unser hauseigens Callcenter durchgeführt. Das Callcenter tätigt den Begrüßungsanruf bei den neu gewonnene Fördermitgliedern und bewertet die Qualität der einzelnen Gespräche.

Selber spenden

Viele unserer Mitarbeiter werden aufgrund ihrer persönlichen Überzeugung selbst förderndes Mitglied bei unseren Partnern. Das ist aber keine Bedingung für den Job und wird auf keinen Fall als Verpflichtung angesehen. Im letzten Jahr haben wir daraufhin unsere Qualitätsrichtlinien stark erweitert. Diese werden von jedem Teamleiter, im Beisein des Coaches unterschrieben. Darin ist festgelegt, dass eine Mitgliedschaft der Teammitglieder weder vergütet noch gezählt wird.

Mitarbeiter

Jeder Mitarbeiter bei uns sollte seinen Job aus Überzeugung vertreten. „Es freut mich zu sehen, dass aufgrund der Optimierung viele ehemalige „talk2moveler“ wieder zurück zu uns gefunden haben. Und dies, obwohl sie in konkurrierenden Agenturen bereits Führungspositionen innehatten“, sagt Robert Hatwagner, Geschäftsführer der talk2move fundraising GmbH & Co. KG.
Das zeigt, dass wir uns vor allem in puncto Professionalität zu anderen Agenturen unterscheiden. Nicht ohne Grund sind wir Marktführer in der Durchführung von Infostandkampagnen in Deutschland.

Wer bei uns arbeitet, soll mit Herz dabei sein. Aus diesem Grund wurde die Passage der Konventionalstrafe aus den aktuellen Arbeitsverträgen gestrichen. Auch weil in der Vergangenheit zu keinem Zeitpunkt Gebrauch davon gemacht wurde.

Die meisten unserer Mitarbeiter sehen den Job mittlerweile nicht mehr nur als lukrativen Nebenjob an, sondern verstehen zunehmend auch den gelebten Idealismus. Ehemalige Mitarbeiter bestätigen uns immer wieder, dass sie durch den Job vor allem ihre persönlichen Fähigkeiten (Soft-Skills) erweitert haben und diese in ihren heutigen Berufen gut anwenden können. Ehemalige Kollegen und Mitarbeiter sind heute Ärzte, Juristen oder Lehrer.

Robert Hatwagner
Geschäftsführer
&
das talk2move-Team
Rosenthaler Straße 13
10119 Berlin
Kontakt: info@talk2move.de

Die Pressemitteilung ist als PR-Mitteilung natürlich zu kommentieren. Zum einen ist natürlich die Frage, was nicht genau aus dem Statement herausgeht, inwiefern die Telefonhotline unabhängig von talk2move ist. Gerade um eine anonyme Beschwerdestelle für MitarbeiterInnen zu ermöglichen ist diese Unabhängigkeit vom Unternehmen wichtig.

Positiv kann man das nach der Pressemitteilung stärkere Verantwortungsbewusstsein gegenüber Mitarbeitern und auch den Spendern. Ehrlichkeit ist eine wichtige Grundlage im Geschäftsleben, denn nur so entsteht Vertrauen gegenüber dem Produkt, egal um was es sich handelt.

talk2move kann man also auf alle Fälle zugute halten, dass sie meinem Empfinden nach gesprächsbereit sind (und, nach den Angaben der Pressemitteilung, Kritik auch aufnehmen und handeln), auch Tobias (ein Mitarbeiter von talk2move) äußert sich häufig zu Kommentaren meiner UserInnen.

Dass die Pressemitteilung die Meinung von talk2move darstellt und ich (auch aufgrund der mittlerweile etwas größeren Entfernung zur Geschäftszentrale (Berlin ist weiter weg als Wien, zumindest von Salzburg aus) kaum in der Lage bin, alles nachzurecherchieren, was in der Mitteilung gesagt wird, möchte ich hier nochmals hervorheben, weswegen ich mich natürlich darüber freue, wenn KommentatorInnen sich zu den Aussagen äußern 🙂

Ich frage mich, ob man am Ende dieses Beitrags sich „auf weitere 3 Jahre“ oder es doch eher angebracht ist, ein „mal schauen, wie sich diese Geschichte weiter entwickeln wird“, eignet. Auf alle Fälle danke ich ALLEN KommentatorInnen und LeserInnen für ihre Treue und hoffe, dass ihr auch weiterhin hier gerne schreiben werdet.

Acme.Anime: RTL 2 hört mit täglichen Animes auf

Ihr habt es ja sicher auch schon gelesen: Ab Ostern wird das wochentägliche Animefenster von RTL2 nicht mehr existieren. Animes wird es dann zwar trotzdem geben, aber nur noch Sonntag morgens. Eigentlich hat es lange gedauert, denn dass Anime sich nicht mehr ewig in der Masse im Nachmittagsprogramm des 2. RTL-Senders halten wird, war schon aufgrund der Programmierung absehbar. Zeitweise lief 4x hintereinander Pokemon, eine Staffel wurde alle 2 Wochen wiederholt.

Der Niedergang des Animes bei RTL2 begann schleichend: Nachdem RTL2 durch Sailor Moon, Dragonball (Z), Pokemon, Detektiv Conan und viele kleine Animeserien wie Shin Chan oder Doremi sich einen Namen gemacht hatte, verschlief es ab Mitte der 2000er konsequent die Weiterentwicklung der Anime-Fanszene. Zwar brachten sie noch Klassiker wie One Piece oder Yugioh ins Programm, doch übersahen sie einen natürlichen Faktor, der sie zu einer Weiterentwicklung ihres Animeprogramms gezwungen hätte: Das Altern der Fans.

8-12jährigen konnte man noch verharmlost synchronisierte und tw. geschnittene Animes vorsetzen, aber spätestens ab dem Teenageralter und der durchdringenden Verbreitung des Internets bei den Jugendlichen konnte so eine Taktik nicht mehr funktionieren. Schnitte wurden auf zig Animeseiten diskutiert, analysiert und kritisiert, ein gutes Beispiel ist animedigital, die Schnittberichte zu zig Animeserien veröffentlichten. Dass die Animeserien darüberhinaus meist auch noch ungeschnitten als Fansub (japanische Sprache mit englischem oder deutschem Untertitel) im Internet heruntergeladen werden können, schwächte die Position von RTL2 weiter (auch wenn Fansubs eine rechtliche Grauzone sind, da eigentlich illegal, aber zumeist nicht strafrechtlich verfolgt.)

RTL2 verpasste die Gelegenheit, ihr Animeprogramm auszuweiten, die Zielgruppe zu erweitern, Animes für 14-49jährige ins Programm zu nehmen. Gut, das taten sie, allerdings wurden Animes wie One Piece oder Naruto dann durch die eigenwillige Jugendschutzeinstellung von RTL2 zerstümmelt bis zerstört. Statt Animes für Jugendliche und Erwachsene an einem Abendtermin zu senden, ungeschnitten und mit auf für Jugendliche und Erwachsene angepasste Werbung, wurden nicht für Kinder geeignete Animes gesendet, dessen Schnittfassungen dann trotzdem ein FSK 12 erhielten und somit keine Tagesfreigabe mehr hatten. zum Schluss war es bei vielen Animefans so weit geraten, dass man darum betete, dass RTL2 nicht ihre Lieblingsserie lizenziert, da man sich gar keine guten Sternchen mehr erwartete. Die Serie DragonBall GT, die im Vergleich zu Dragonball Z viel kindgerechter ist, wurde brutalstmöglich auf Kindergartenniveau herabgeschnitten. Die Conan-Kinofilme, alle bereits auf DVD mit FSK 6 bis 12 erschienen sind, wurden Anfang 2011 von RTL2 größtmöglich mißhandelt, der 10. Kinofilm wurde um 40 Minuten gekürzt (stellt euch das mal bei einem Hollywoodblockbuster vor), am Ende war kaum noch Story übrig, es fehlte nur noch die provokante Werbung: „Und den ganzen Film gibts nur auf DVD zu kaufen“ am Ende der Sendung.

Jugendliche und Erwachsene Animefans wendeten sich darum von RTL2 ab. Zuerst hoffte man auf VOX. Vergeblich. Dann auf Arte. Vergebens, obwohl die französische Animeszene viel stärker ist als die Deutsche. Dann gab es einen Hoffnungsschimmer mit VIVA und MTV. Doch nach Experimenten mit X und der ersten Inu Yasha-Staffel endete auch hier das Animeprogramm. Zum Schluss war es Tele5, der als einziger Free-TV-Sender noch für Jugendliche und Erwachsene Animes sendet. Nur dass auch hier nach One Piece Schluss sein wird, trotz des großen Erfolges von Dragonball Z, dass auf Tele5 in der originalen Franzosen-Fassung (leichte Schnitte, vor allem bei sehr brutalen Szenen gegen die jüngeren Z-Mitglieder) lief.

Anime im Free-TV, das wird in Zukunft nur noch ein wenig Shaman King auf Kabel 1 und Pokemon auf RTL2 sein. Am Sonntag morgen. Im Pay-TV hat sich Animax einen Namen gemacht, das nur leider nicht von allen empfangen werden kann. Und DVDs sind ins Rennen gekommen. Nur das hier außer AnimeVirtual und Universum Film keiner mehr Animes produziert. Sicher, Animevirtual hat große Erfolge mit den Serien, die sie lizenziert haben, nur ist das im Vergleich zu den rund 4500 Animes, die bisher nie in Deutschland offiziell erschienen sind, darunter Klassiker wie ToraDora oder Jinki:Extend, ein Tropfen auf den heißen Stein. Und ohne Anime im Free-TV wirds auch für AnimeVirtual schwer werden, neue Fans zu bekommen, denn zumindest eine „Kinderstube“ für spätere Otakus war RTL2 ja. (Klopfer hat bei Animestreet einen schönen Rückblick auf alte Zeiten gebracht.)

Was bleibt also für die Zukunft? Eigentlich nur noch drei Dinge: Animax, der DVD-Markt und die Hoffnung, dass die Amerikaner (wo der Animemarkt boomt, nicht zuletzt dank Seiten wie Crunchyroll, die sogar zeitgleich mit den Japanern aktuelle Serien streamen) nicht zuviele Animeserien lizenzieren, da eine dortige Lizenzierung meist auch das vorzeitige Ende für gefansubte Serien bedeutet (und woher soll man sie sonst bekommen, aus Japan gibt es nur die Originale auf japanisch (ohne Untertitel), die HongKongMafia will man nicht unterstützen und Amerika hat bekannterweise Regionalcode 1 = nicht mit heimischen DVD-Playern abspielbar.)

Wer aber gerne zumindest musikalisch in Animestimmung kommen möchte, kann das immer bei mir tun, jeden zweiten Samstag von 22 bis 1 Uhr heißt es dann „Ice.JPop“ auf Icewars-Radio.

Veröffentlicht in Acme.Anime, Acme.Info, Acme.Talk. Schlagwörter: , . 2 Comments »

Flieger, grüß mir die Asche

Ein wunderschöner blauer Himmel begrüßte mich heute morgen 🙂 Kein Flugzeug am Himmel, nicht einmal ein Kleinflugzeug.

Nun ja, mittlerweile mag zwar an einigen Flughäfen die Sperrung teilweise aufgehoben sein, trotzdem ändert es nichts an der Gesamtlage: Die meisten Flüge fallen aus *g*

Tragisch für die, die irgendwo festsitzen. Doch fragen kann man sich da schon: Ist es gut, sich so abhängig zu machen von einzelnen Verkehrsmitteln? Es kann immer mal wieder passieren, dass es ein Flugverbot gibt. Terroranschläge, Vulkanausbrüche oder auch einfach nur ein sehr starker Sturm sind nicht so selten, dass man sie als „unvorhersehbar“ bezeichnen dürfte. Und nur weil einige Manager nicht checken, dass es auch solche Katastrophen gibt, die man als ein vernünftig kalkulierendes Unternehmen einplanen muss, heißt es nicht, dass am ende die Deutsche Luftsicherung schuld ist, nur weil eine Fluggesellschaft Verluste macht.

Eher noch sollten die Fluggesellschaften aus dieser doch im Vergleich zu manch anderer prognostizierter Naturkatastrophe, die mit großer Wahrscheinlichkeit in den nächsten Jahren auf uns zukommen wird, harmlosen Eruption lernen. Sie sollten lernen, wie man mit solchen Katastrophen umgeht. Wie man die Passagiere umgeleitet kriegt. Wie man die Flugrouten umplant auf sichere Routen. Wie man, wenn schon die DLS nicht nachkommt mit den Untersuchungen, eigene Untersuchungen anstellt, um Klarheit über die Lage zu kriegen.

Das alles kostet natürlich Zeit und Geld. Aber im Fall des Eintritts der Naturkatastrophe kostet es weniger als ein kompletter Tag, an dem kein Flugzeug starten kann. Denn der Ausbruch des Teneriffa-Vulkans oder eines weiteren Island-Vulkans wird kommen.

Und als Flugpassagiere sollte man es gelassen nehmen: Keiner zwingt uns zu fliegen, außer vielleicht man möchte nach Teneriffa oder Mallorca: Es gibt eine Zugverbindung nach Großbritannien, es gibt eine Zugverbindung von Hamburg nach Schweden. Das einzige, was man investieren muss, ist etwas mehr Zeit.

Also: Einfach mal den Himmel genießen, ein paar Fotos vom Kondensstreifen-freien Himmel schießen und später den Enkeln erzählen: Damals, als ich 27. wurde, da flog in Mitteleuropa kein Flugzeug, der Himmel war strahlend blau (ok, grade regnet es an einigen Stellen in Salzburg :D) und die Vögel waren die einzigen Herren der Lüfte.

P.S. und drückt mir die Daumen, dass ich mein 28. Lebensjahr anders als Kurt Cobain oder der Sänger der Doors überlebe. Immerhin beginnt es heute 😀

Veröffentlicht in Acme.Talk. Schlagwörter: , , , . Leave a Comment »

Basisdemokratie

VIel wird über sie geschrieben. Viel wird ihr zugeschrieben. Und die Plena in den besetzten Hörsälen basieren auf ihr: Der Basisdemokratie. Doch wie soll man das einem an die althergebrachte repräsentative Demokratie gewöhnten Bürger erklären? Wie funktioniert sowas?

Nein, Basisdemokratie ist nicht das, was die Schweizer seit Jahrzehnten machen. Zumindest nicht in der radikalen Form. Alle paar Monate mal Abstimmen dürfen über Gesetze ist noch keine Basisdemokratie. Höchstens ein Zugeständnis zum Willen des Volkes, auch außerhalb von Wahlen mitsprechen zu wollen. Nicht umsonst spricht man ja auch von einem „Mitspracherecht“, sei es bei Volksabstimmungen, Gewerkschaftsbeteiligungen oder ähnlichem.

Basisdemokratie ist keine reine Mitsprache. Man spricht nicht „mit“ den Machthabern, sondern stellt sie dar. Es gibt keine Repräsentanten, keine Wahlen, keine Parteien. (Sollte es zumindest nicht, aber dazu später.) Sondern man repräsentiert sich höchstens selbst und stimmt entweder dafür oder dagegen. Oder enthält sich, man hat ja nicht zu allem eine Meinung.

Doch wie kann man das denen, die mit dem repräsentativen Modell aufgewachsen und großgeworden sind, z.b. der ÖH und ihren Funktionären, Referenten usw. erklären?

Vielleicht so: Basisdemokratie ist wie ein riesiger Chat. Wie knuddels oder IRC. Leute kommen, melden sich an, reden mit, führen Gespräche fort, idlen (sprich sitzen nur rum), treffen manchmal Entscheidungen und gehen wieder. Ist ein Benutzer nicht online, sprich im Plenum, ist er nicht da. Beteiligt er sich nicht, sondern sitzt er nur rum, sitzt er nur rum. Und (und darauf lege ich wert) meldet er sich zu Wort und redet, gibt er seine Meinung kund. Nicht die von anderen. Es sollte keine Fraktionen oder Grüppchen geben. Denn es ist wie im Chat: Wenn sich mehrere zu einem festen Grüppchen zusammenschließen, werden andere dadurch abgestoßen, da es natürlich schwerer ist, gegen ein solches festes Grüppchen zu argumentieren.

Zu so einer Art Demokratie-Chat gehört es auch, dass Quellen von außen eingebracht werden. Die Wiener machen das recht gut, Anfragen aus Facebook, Twitter oder dem stream-eigenen Chat werden aufgegriffen und von anderen vorgebracht, oder werden mithilfe einer Twitterwall direkt ins Plenum projektiert. So können auch Interessierte an der Basisdemokratie teilnehmen, die nicht vor Ort im Hörsaal sein können.

Permanent anwesend kein kann keiner. Wer das meint, vergisst, dass Menschen auch noch andere Bedürfnisse wie die Uni-Politik haben. Freunde, Arbeiten, Studieren, Familie. Zeit ist begrenzt.

Doch das ist in einem Chat kein Problem, sofern die Organisation funktioniert, wenn jemand, der zwischenzeitlich weg war oder neu dazukommt, nicht vor einer Mauer steht, die er nicht zu erklimmen weiß, sondern vor einer Treppe, um zu den anderen auf den Sims steigen zu können.

Wie kann man das jetzt auf die derzeitige Protestbewegung zuschreiben. Nun ja, ich beobachte ja vor allem die Salzburger Unibesetzung, von daher kann ich nur auf diese eingehen.

Zunächst einmal: Das Grundprinzip dieses „Chats“ existiert: Jeder kann ins Plenum gehen, wann er möchte, es gibt zwar nicht 24 Stunden Plenum, aber es gibt natürlich auch sehr wenige IRC-Chats (als Beispiel), die 24h aktiv sind. Also jeder kann ins Plenum, sich dort beteiligen, was sagen. Die Plenumstermine werden auf Facebook verbreitet und auch auf die Homepage gestellt. Soweit klappt es.

Was derzeit irgendwie weniger klappt ist der Treppenbau. Am Freitag habe ich es miterleben dürfen, dass zwei an der Mitarbeit interessierte Studierende nicht wussten, wo sich die Arbeitsgruppen treffen. Es gab keinen Aushang, keine Information im Internet, keine Ansprechpersonen. Es fehlte quasi ein „Bot“, den man fragen konnte (im IRC gibt es Bots, dass sind Programme, die auf bestimmte Befehle reagieren und Informationen geben, z.b. Hilfen.)

Wenn man will, dass die Bewegung nicht ausstirbt bzw. sich am Ende nur auf einen sehr kleinen Teil der Studierenden beschränkt, muss also unbedingt die Information wieder stärker im Vordergrund stehen. Information und Kommunikation sind die wichtigsten Bausteine einer Basisdemokratischen Organisation, denn nur wer die nötigen Informationen und Kommunikationsmöglichkeiten bekommt (sprich an den Arbeitsgruppen teilnehmen kann), kann mitentscheiden.

Was auch nicht so gut klappt, ist derzeit das Hereinholen von „Links“, sprich von auswärtigen Quellen. In Wien geht es, in Salzburg läuft die Debatte in Twitter, Facebook und Plenum eher parallel denn zusammenhängend statt. Als kritische Frage an die im Hörsaal anwesenden Besetzer formuliert: Wie oft lest ihr Twitter? Holt euch ein Meinungsbild über Twitter, Facebook, ähnliches ein? Wie oft gebt ihr Replik darauf?

Das Problem hierbei ist vielleicht: Die meisten im Hörsaal aktiv beteiligten sind eher „RL“-Typen. Das heißt, man weiss was Twitter, Facebook, Blogs sind, sieht aber vor allem die Arbeit im HS als wichtig an.

Das mag für normale politische Arbeit stimmen, diese wird in der „Parteizentrale“ bestimmt… aber diese Besetzungen wurden mit begonnen durch das Internet, durch Vernetzung. Und diese Vernetzungsarbeit fehlt zur Zeit. Man muss keine hochtrabenden Pressemitteilungen mit vielen Forderungen usw. formulieren. Denn die Zielgruppe Nr. 1 sind nicht die Medien, sind nicht die Politiker. Die Zielgruppe Nr. 1 sind die Studierenden.

Mir wurde gesagt: „Entwirf einen Flyer“ auf die Kritik, dass irgendwie bei den meisten Studierenden der Protest nicht ankommt. Einen Flyer… das ist ein Mittel, das höchstens noch die PR-Leute benutzen. Flyer werden angeschaut und weggeworfen. Banner werden angestaunt, gelesen und vergessen. Flyer und Banner sind keine Vernetzung, denn sie sind einseitig.

Vielleicht, Selbstkritik ist ja erlaubt, hätte ich einen „Flyer“ entwerfen sollen, der die Studierenden anspricht. Damit meine ich aber nicht irgendwas papierartiges. Sondern z.b. die Leute auffordern, mehr die Facebook-Seite zu füllen. Und auf der anderen Seite dafür einzutreten, dass auch die Fragen aus Facebook und Co. behandelt werden.

Denn diese Proteste und auch die nächsten, die sicher kommen werden, denn die Situation an den Unis wird sich derzeit ja kaum verbessern, sind anders als früher. Sie sind nicht mehr lokal beschränkt auf das „Reale Leben“ im Hörsaal oder Audimax. Sondern sie finden überall statt, in Wohnzimmern, Arbeitszimmern, Schlafzimmern. Nämlich im Virtuellen Raum… In Chats, im Twitter, auf Facebook. Und sie sind vielschichtiger, es gibt kein „Wir vs. Die“ mehr. Bei der Gruppe „Studieren statt Blockieren“ wird ebenso über die derzeitige Situation diskutiert wie auf „Audimax-Besetzung“. Und wer nicht total einseitig ist in seinem Denken, sieht das auch.

Denn, das ist halt das besondere an einer Basisdemokratie: Da hat nicht nur eine Clique aus Gleichgesinnten miteinander zu diskutieren. Sondern alle. Egal ob über Twitter, Facebook oder im Plenum. und alle sind gleichberechtigt, haben mitzuentscheiden. Nicht „wenn du nicht im Plenum bist, kannst du nicht mitentscheiden“. Nein, das ist keine Basisdemokratie! Das ist Repräsentantendemokratie par exelance!

Der Stadtbus 2009 – eine Kritik

Der Stadtbus Salzburg führt auch in diesem Jahr wieder eine Umfrage bezüglich seines Angebots durch und da es dort ja auch ein Feld: „Was sie uns sonst noch sagen wollen“ gibt, habe ich mir mal die Freiheit erlaubt und meine Kritikpunkte zusammengefasst:

Den Rest des Beitrags lesen »

Veröffentlicht in Acme.PI-Talk, Acme.Talk. Schlagwörter: , , , , . Leave a Comment »

Internetsperren: Ausweitung auf Jugendpornographie?

Manchmal ist es erschreckend, wenn man sich Parlamentssitzungen aus dem BT anguckt.

Z.B. zum Thema Kinderpornographie-Sperren.

Youtube-Videos zur Bundestagsdebatte.

Den Rest des Beitrags lesen »