So, nach 5 Jahren reicht es

Und zwar ehrlich… es nervt nur noch. Und zwar dieser Talk2Move-Artikel.

Nein, er wird nicht gelöscht, würde ich nie tun, ebensowenig die Kommentierungen. Aber ich werde die Kommentarfunktion dort abschalten. Und zwar weil ich keine Lust habe, dass mein Blog bzw. der Beitrag immer mehr von unterschiedlichen Firmen instrumentalisiert wird, gegeneinander miese Stimmung zu machen. Dafür war der Beitrag nie gedacht gewesen.

Er war zum einen dafür gedacht gewesen, die schlechte Laune abzulassen, die ich nach dem beschriebenen Seminar und der Analyse des Vertrages der damaligen t2m Österreich Firma hatte. Er war darüberhinaus dafür gedacht, daran zu appellieren, dass Hilfsorganisationen, die Menschen und Tieren und der Natur helfen wollen, auch ihr Geld auf seriöse Weise sich erarbeiten. Er war zum Dritten dafür gedacht, diese Firmen dazu zu kriegen, für ihre MitarbeiterInnen angemessene Arbeitsverhältnisse zu ermöglichen. Und zum vierten als Diskussionsplattform, nachdem viele Kommentare aufkamen.

Zum ersten: Der Frust hat schnell abgelassen und eher taten und tun mir die leid, die sich heute noch diesen Arbeitsverhältnissen stellen. Es soll, so wird ja immer wieder gesagt, Verbesserungen geben, allerdings gibts auch immer wieder Gegenstimmen von ehemals aktiven Fundraisern.

Zum zweiten: Die meisten Hilfsorganisationen organisieren ihr Fundraising mittlerweile selbst, teilweise mithilfe ehemaliger Mitarbeiter von t2m und anderen Firmen. Es mag nicht so effizient sein, was die kurzfristige Fundraiser-Akquirierung betrifft, doch bisher sind Greenpeace und AI nicht pleite, es scheint also zu funktionieren.

Zum dritten: Leider kann ich das nicht einschätzen, wie die Lohnsituation derzeit aussieht, doch klingt es für mich (AUCH in den Kommentaren der Mitarbeiter selbst) so an, dass sich dort nicht viel verbessert hat. Als Nebenjob, wo man wirklich Geld machen kann, also auf alle Fälle nicht zu empfehlen, denn ein guter Nebenjob ist gut mit dem z.b. Studienleben einteilbar, hat eine angemessene Bezahlung (bei Bezahlung unter der 400 Euro Grenze also mind. 7-8 Euro!, und zwar OHNE Provisionen) und sollte nicht mit eigenen Kosten verbunden sein (wie z.b. Anfahrtskosten und Rückfahrtskosten, sowas gehört bezahlt!)

Nun zu viertens: Am Anfang war bei Beitrag ja relativ unbekannt, doch weil immer mehr auf meinen Beitrag klickten, steht er seit nunmehr 3 Jahren auf Platz 2 bei Google, wenn man talk2move eingibt. Das war ungeplant und sorgte dafür, dass sowohl Kritiker als auch Mitarbeiter von talk2move und anderen Fundraising-Agenturen drauf aufmerksam wurden. Ich habe es jetzt fünf Jahre mitgemacht, doch langsam ist SCHLUSS. In der letzten Zeit entwickelt sich die Diskussion nur noch zu einem Bashing zwischen den Firmen, und dafür empfinde ich mein Blog als zu schade. Auch habe ich keine Lust, dann irgendwann mal eine Anzeige zu kriegen, egal ob von t2m oder anderen Firmen, nur weil ihnen eine Aussage eines Posters nicht gefällt, denn auch wenn dann am Ende für mich entschieden würde, bedeutet sowas viel Stress und Kosten.

Schuld an der Schließung der Kommentierung sind also nicht die vielen kritischen Poster, sondern in meinen Augen die Firmen selbst. Wie ich schon schrieb: Macht euren Job einfach richtig, ehrlich und sauber, dann gäbe es auch keine solch eklatante Kritik. Würde ich soviel Kritik bekommen, z.b. wie ich meine Radiosendung gestalte, würde ich sie einstellen und mir was anderes überlegen.

Und ehe jemand sagt, ich wäre irgendwie vor irgendwem eingeknickt: Nein, ich habe einfach keine Lust mehr. Und ab jetzt wirds hier auch wenn nur noch Blogeinträge zu Acme.Nipp-on-AiR geben.

(Damit keine neue Kommentierschlacht hier ausbricht, wird auch dieser Beitrag kommentarlos gestellt.)

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Eine öffentliche Meinungsäußerung zu einem Nachtmagazin (ARD) Beitrag

Hallo liebes ARD-Tagesschau/Themen/Nachtmagazin-Team,

eine Frage: Was hat euch bei dem Beitrag gestern abend im Nachtmagazin geritten? Der war sowohl von der Objektivität (die es in dem Beitrag nicht gab) als auch von der Darstellung der Inhalte sowas von an euren normalen Qualitätsmaßstäben vorbei…

Es beginnt schon einmal damit, dass zum Thema Urheberrecht ausgerechnet die GVU (sprich den Lobbyisten, der wahrscheinlich am liebsten sogar STRG+C verbieten würde) befragt wird, aber keine Gegenstimme aus der laaaaaangen Reihe der Anti-ACTA-Gruppe kommt (und das sind nicht nur die Piraten, auch Netzpolitik.org und fefe.de sind dagegen, obwohl sie selbst auch Flattr-Einnahmen für freie zugängliche Podcasts haben). Dann werden die „typischen“ Nutzer dargestellt, wobei ihr wohl eher ins Internetcafe neben der Uni gegangen seid (so vom Altersschnitt her kam das hin), um zu beweisen, dass wir Internetnutzer alle böses Raupkopierer sind und das gar nicht schlimm finden.

Dann gehts weiter, zunächst wird das Streamen verdammt, danach darf dann auch noch ausgerechnet einer dieser Abmahnanwälte, die ihren Lebensunterhalt nur damit bestreiten, Kinder und Studenten und alte Leute mit Mahnungen über mehrere Tausend Euro und das allzuoft ungerechtfertigt, von wegen ‚IP-Dreher‘ oder ‚falsche Datei‘ und was die nicht alles schon an Fehlverurteilungen produziert haben, zu versehen.

Ganz ehrlich, in welcher Form entspricht dieser Beitrag den Qualitätskriterien von Objektivität, Seriösität und Unparteilichkeit, die sich der Öffentlich-rechtliche Rundfunk gestellt hat? Die Gegenseite kam nicht zu Wort, deren Argumente wurden grundsätzlich nur gegen sie verwendet usw.

Dabei ist gerade das Thema Urheberrecht im Internet ein kompliziertes Feld und kann nicht auf Raubkopieren beschränkt werden.

Da wäre zum einen, dass diese Abmahnanwälte eine regelrechte Industrie aufgebaut haben, um an einen stetigen Fluss von IPs zu gelangen. Eine Data-Mining-Firma gibt in Filesharing-Netzen vor, eine bestimmte Datei zu tauschen, tut es in Wirklichkeit aber nicht, sondern saugt sich nur alle IPs von denen die grade in dem betreffenden Netzwerk umherschwirren, diese Listen mit mehreren tausend IPs gehen an die Staatsanwaltschaft, die… LEHNT die Untersuchung AB, verweist korrekterweise auf Zivilverfahrensmöglichkeit, der Freibrief, mit dem dann die Anwälte mit der Liste zu den Gerichten gehen, die einfach ungeprüft (wer kann mehrere tausend IPs checken?) eine Anforderung an die Internet-Provider genehmigen, dass die die Nutzerdaten rausgeben müssen, und der Anwalt schickt dann an alle, von denen er Daten erhalten hat, nette Briefe mit überhöhtem Streitwert und somit horrenden Anwaltskosten. Und solche Leute unterstützt ihr, dass die sich in die Kamera setzen dürfen und frech grinsend sagen dürfen: „Wir werden noch mehr abmahnen“? Wunderbarer Journalismus, geht lieber mal drauf ein, dass schon viele Anwaltsbüros die so agieren beim Betrügen erwischt wurden, von mit dem Anwaltsrecht nicht vereinbaren Verträgen mit den Medienunternehmen über falsche Beschuldigungen, falschen Angaben in den Mails (es wird zur Einschüchterung mit möglichen gerichtlichen Schritten gedroht, obwohl die Abmahnung doch grade deshalb kommt, weil der Staatsanwaltschaft die strafrechtliche Prüfung schon abgelehnt hat) bis hin zum HANDEL mit den IPs untereinander (von Datenschutz halten die nämlich wenig, anders als die Piraten.)

Das nächste: Viele Künstler, Labels und Privatleute sehen die derzeitige Handhabung des deutschen Urheberrechts mehr als kritisch. Beginnend mit den GEMA-Sperren auf Youtube, dank derer die Künstler und Labels nicht mehr ihre Musik bewerben können (denn wenn ein deutscher User das neue Lied eines Künstlers, das dieser selbst hochgeladen hat, anschauen will, kriegt er nur die schwarze GEMA-Sperrtafel zu sehen), über die Einsicht, dass es sich für den eigenen Ruf nicht gut macht, wenn man die Kunden, sprich die Hand aus der man frisst, ewig mit Beschränkungen ihres Medienkonsums konfrontiert (ja, genau das, was die GVU in dem Beitrag verlangt, anscheinend redet sie mal wieder nicht für alle Urheber), sei es DRM, Internetsperren, Kopierschutz, durch den sogar die Privatkopie verboten ist usw., wird in dem Beitrag nichts gesagt. Jan Delay hat erst im Dezember 2011 auf Facebook einen wütenden und danach einen erklärenden Beitrag veröffentlicht, dass er sogar dafür ist, dass die Menschen sich die Musik untereinander sharen, solange sie die Bands und Stars, von denen sie Fan sind, dadurch unterstützen, zu deren Konzerten zu gehen, deren Alben zu kaufen und sie auch ansonsten zu supporten. Schlechte Musik müsse man aber echt nicht kaufen.

„Raubkopien“ (wobei der Begriff eh schwachsinn ist, was man raubt, kopiert man nicht, sondern entwendet mit Gewalt, was man kopiert, das behält der vorherige Besitzer, oder vernichtet ihr ein Buch, nachdem ihr eine Seite darauf kopiert habt mit dem Redaktionskopierer?) können sowohl negative als auch positive Folgen haben: Die Negativen sind klar und die müssen wir alle in der Medienbranche ertragen, ist das unser Urheberrecht stark mißachtet wird, dass man oft nicht mal als Autor/Urheber genannt wird, wenn jemand etwas veröffentlicht, dass man natürlich von den meisten Kopierern kein Geld kriegt usw. Die Positiven sind aber ebenso existent: Das Medienprodukt was kopiert wird, wird bekannter. Viele dieser kurzentschlossenen Nutzer, die etwas lesen und es unbedingt sehen wollen, jetzt sofort, können es. Die würden aber nicht sofort in die Videothek oder zum Mediamarkt gehen, und bis sie mal da sind, hätten sie ihren Wunsch nach genau diesem Produkt längst vergessen. Und das obwohl ihnen vielleicht der Film oder das Musikstück wirklich gefallen hätte (und sie es dann womöglich sogar auf DVD gekauft oder das ganze Album erworben hätten). Und womöglich hätte dann der Händler das Produkt gar nicht gehabt, dank des Internets wird man mit soviel Kultursphären bekannt (ich z.B. mit der asiatischen Popkultur), die hierzulande nirgends zu finden ist (und von denen auch viele schon viel weiter sind in der Adaptierung ihres Wirtschaftsmodells, im Vergleich zu Deutschland, das meint, mit Verboten und Restriktionen alte überkommene Strukturen aufrechterhalten zu können (fast schon wie die ewige Steinkohleförderung im Ruhrgebiet, obwohl seit den 80er Jahren klar war, dass Bergbau in Deutschland nicht mehr gängig ist.))

Vor allem verstehe ich nicht, wieso grade ihr von den Tagesthemen so einen Beitrag loslasst. Erst am Donnerstag habt ihr auf http://www.tagesschau.de eine lange FAQ-Liste veröffentlicht, warum eure App gut ist und das was ihr dort geschrieben habt, stimmt, das Internet ist eine Veränderung der Vertriebswege, durch die das althergebrachte System der Medienbranche (also Musik, Film, Fernsehen, Zeitung, whatever) neu verhandelt werden muss und ja, Einschränkungen hier sind in den meisten Fällen kontraproduktiv für alle Beteiligten (Konsumenten, Medien, Internetindustrie). Wieso vertretet ihr im Internet, wenn es um eure App geht, die gleichen Ansichten wie 99% der Internetnutzer auch, aber wenns dann um Streaming, Musikkopie usw. geht, blast ihr ins Horn der GVU, in der dieselben Medien (Springer usw.) sitzen, die euch doch bei der App das Leben schwer machen?

Dieser Beitrag ist (da es eine öffentliche Meinungsveröffentlichung ist) auch im Acme.Blog unter https://saschap.wordpress.com nachlesbar,

Vielen Dank fürs Lesen und womöglich Beantworten,

Sascha Sierk.

Update: Nebenbei noch einige Sachen, die mir so im Nachhinein einfallen: Wie viel in dem Beitrag noch fehlerhaft berichtet wird. Es wird behauptet, immer mehr Menschen würden am Kino vorbei ins Internetcafe zum Film schauen gehen, dabei beweisen die Kino-Statistiken, dass die Zahl der Menschen, die ins Kino gehen, seit den 90er Jahren wieder zunimmt. Und das Internetcafe um die Uniecke herum erweist sich, wenn man genauer hinschaut, sogar als die MENSA der Uni Hamburg, wo anscheinend wahllos ZWEI MENSCHEN befragt wurden (ist ja auch praktisch, dass heute wir Studies mit Notebooks überall rumsitzen, da kann man ja gleich daraus ein Internetcafe stilisieren, auch wenns die Bibliothek oder der Raum vorm Audimax ist.)

Und auch vergessen im Artikel habe ich den Einwand, dass auch ARD und ZDF vom illegalen Streaming profitieren: Sehr viele haben sich ältere Folgen der Heute Show oder z.b. auch die auf tagesschau.de gesperrte Tagesschau-Sendung schon auf youtube angeschaut, da ZDF und ARD ja zum Löschen der meisten Inhalte nach SIEBEN Tagen verpflichtet sind (dank der lieben Verleger, die ja gerne die Konkurrenz verbieten.) Und sind beim Schauen der 360kbit-Aufnahmen auf den Geschmack gekommen, doch mal um 22:30 ZDF anzuschauen. Ohne Streaming wären diese Glanzstücke öffentlich-rechtlichen Medienschaffens im Datenpapierkorb gelandet, für immer.

Drei Jahre Diskussion

Als ich den Beitrag zu talk2move schrieb, hatte ich noch nicht damit gerechnet, dass dieser einmal der Topartikel meines Blogs sein würde. Er war gedacht gewesen als Gedächtnisprotokoll einer Schulung in Salzburg am 30. Juni 2008 und schilderte neben dem dort Geschehenen natürlich auch eigene Einschätzungen, z.b. die damalige Bezahlsituation der MitarbeiterInnen.

Einiges hat sich mittlerweile geändert, talk2move gibt es in Österreich nicht mehr, das Fundraising haben hier die Hilfsorganisationen übernommen, in Deutschland gibt es die Firma unter denselben Akteuren weiterhin. Die Bezahlmodelle wurden verändert, mittlerweile gibt es laut Angaben von talk2move ein Stundenfixum von 8 Euro + Provisionen (was einer normalen Promotion-Bezahlung entspricht, zumindest hier in Österreich), das Punktesystem wurde anscheinend verändert (in welcher Form, bin ich noch am Recherchieren) und: Der Ursprungsbeitrag wurde zu einer Art Diskussionsplattform im Blog, in der KritikerInnen wie BefürworterInnen sich äußern.

Auch der Geschäftsführer von talk2move, Robert Hatwagner, hat sich mittlerweile geäußert und eine offizielle Stellungnahme seitens talk2move gegenüber meinem Blog abgegeben. Damit diese nicht total im Kommentarbereich des Originalbeitrags verschwindet, poste ich diese hier noch einmal (Formatierungen sind von mir, da die Kommentarfunktion die nicht in der Form zulässt (nur ich darf HTML verwenden, aus Sicherheitsgründen)).

ÖFFENTLICHE MITTEILUNG DER TALK2MOVE FUNDRAISING GmbH & Co.KG – Geschäftsführung

Man gewinnt immer, wenn man erfährt, was andere von uns denken. (Johann Wolfgang Goethe)

In diesem Sinne bedanken wir uns für die Anmerkungen, offenen Kritiken und Vorschlägen talk2move und seine Arbeit besser zu gestalten.

Unsere Partner, die SOS-Kinderdörfer, der Malteser Hilfsdienst, Malteser Hilfsdienst international, die Aktion Weltkinderhilfe und der WWF schätzen unsere Zusammenarbeit seit Jahren. Die Gewinnung von Förderern, das face-to-face Fundraising, ermöglicht es, sich für wichtige Projekte einzusetzen.

Nach den bewegten Anfangs,- und Wachstumsjahren ist unser Mitarbeiterpool auf inzwischen ca. 1.000 Fundraiser pro Jahr angestiegen. Das ist eine Entwicklung, die wir grundsätzlich mit Freude betrachten. Dennoch machte auch talk2move bei dieser rasanten Entwicklung gute und schlechte Erfahrung.

Neben den vielen gelungenen Aspekten, sind auch Fehler passiert, auf die wir reagiert haben und reagieren mussten. Wir möchten uns und unsere face-to-face Kampagnen verbessern!
Wir möchten anmerken, dass ein Großteil der Kritikpunkte aus den Jahren 2006 bis 2009 aus Österreich stammen.

Kommunikations-und Qualitätsmanagement:

Im Februar diesen Jahres (2011) haben wir die Position einer Qualitäts,- und Kommunikationsmanagerin geschaffen und Nadine Sachse engagiert. Nadine ist eine langjährige Teamleiterin (5 Jahre) in der Wochenkampagne (bundesweite Tour) und ausgebildete Diplom Kommunikationswirtin und Fachwirtin für Event,- und Messemanagement.

Künftig wird sie bei Problemen als Ansprechpartnerin für unsere Fundraiser fungieren und das Beschwerdemanagement leiten. Dabei können Anmerkungen kommuniziert und in Folge Probleme gelöst werden. Nadine reist auch direkt zu den Teams vor Ort und führt Mitarbeitergespräche, unabhängig vom Erfolg der Fundraiser.

Zusätzlich wurde eine Helpline ins Leben gerufen. Die Helpline ist eine Rufnummer sowie ein Mailkontakt, unter denen -ggf. auch anonym- Anregung und Beschwerden abgegeben werden können. So können wir von Unstimmigkeiten erfahren, rascher reagieren und Mängel beheben.
Nadine sagt selber über Ihren neuen Job (Zitat) “Obwohl ich eine Führungsposition in einer Marketingagentur inne hatte, bin ich meinem Herzen gefolgt. Ich möchte mit talk2move Non-Profit-Organisationen unterstützen und mit meiner Arbeit etwas Gutes bewirken“.

Quartiere & Teamleben

Jedes Team wir mindestens einmal wöchentlich durch unsere Kommunikationsmanagerin oder durch einen Coach besucht. Dabei überprüfen wir die Qualität der einzelnen Ferienwohnungen und das Wohlbefinden der Fundraiser. Zusätzlich checken wir die Rahmenbedingungen und den Umgangston innerhalb der Teams. Wir möchten uns vor Ort ein Bild machen um Verbesserungen direkt umzusetzen.

Arbeitsmethoden & Führungsstil

Der kooperative und motivierende Führungsstil ist wesentlicher Bestandteil in der eigens festgelegten Firmenphilosophie von talk2move. Der in der Vergangenheit durch einzelne Mitarbeiter teilweise praktizierte, streng autoritäre Führungsstil wurde durch motivierende Zielvereinbarungen, Coaching und Spaß am Job ersetzt. Wir haben uns von denen getrennt, die diesen neuen Führungsstil nicht mitgetragen haben.

Unsere Führungskräfte & Coaches haben im letzten Jahr erfolgreich ihr Weiterbildungsprogramm absolviert, um die Führungsaufgaben kompetenter zu erfüllen und sich als Vorbilder der Kampagne weiterzuentwickeln. Unterstützt wurden wir dabei von externen Beratern und Trainern.

Weiterbildung & Schulung

Weiterbildung und Schulung sind uns ein zentrales Anliegen. In regelmäßig stattfindenden Seminaren und Workshops werden unsere Mitarbeiter geschult. Wir möchten vor allem durch starkes Teamplay und Fachkompetenz überzeugen. Aus diesem Grund wird jeder Mitarbeiter vor seinem Einsatz über den von ihm zu vertretenden Verein informiert und im Gespräch geschult. Hierbei werden kommunikative Grundlagen vermittelt und Argumentationshilfen gegeben, um unsere Partner imagefördernd in der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Wir handeln nach den Grundregeln für Fundraiser (-innen) des Deutschen Fundraising Verbandes e.V. und richten uns nach den Kriterien des Deutschen Zentralinstitutes für soziale Fragen (DZI).

In der Wochenkampagne (bundesweite Tour) erfolgt die Schulung am Anreisetag. Die Neuanreisen kommen in der Regel zwischen 15 und 16 Uhr am Zielbahnhof an. Die Dauer der Schulung hängt von der Teamgröße und dem vorhandenen Vorwissen der künftigen Mitarbeiter ab. Wir rechnen mit bis zu fünf Stunden.

Um die Schulungsdauer in Zukunft zu verkürzen, bieten wir die Möglichkeit den Gesprächsleitfaden vorab zu erhalten, so dass die künftigen Mitarbeiter diesen vor der Anreise schon verinnerlichen können. Wir sehen es als unsere Verantwortung gegenüber unseren Partnern, unsere Fundraiser bestmöglich vorzubereiten.
„ Je besser die Vorbereitung, desto kürzer wird die Schulung sein.“

Qualitätskontrolle

Fundraising oder Werben ist eine gute Möglichkeit Geld zu verdienen. Dazu stehen wir auch in der Öffentlichkeit ein. Deshalb trägt jeder Fundraiser einen Arbeitsausweis, auf dem vermerkt ist, dass er für seine Arbeit am Infostand vergütet wird.

Wir bauen auf die Grundsäulen der Ehrlichkeit. Aus diesem Grund ist Fundraisern und Teamleitern die Behauptet untersagt, dass er für seine Tätigkeit nicht entlohnt wird. Jeder Fundraiser wird für seine Tätigkeit bezahlt. Erhalten wir Kenntnis, dass Mitarbeiter diese Behauptung aufstellen, ist das ein Kündigungsgrund.

Im Rahmen der Qualitätskontrolle werden Gesprächsinhalte durch eine von uns engagiert Mysteryshopperagentur und durch unser hauseigens Callcenter durchgeführt. Das Callcenter tätigt den Begrüßungsanruf bei den neu gewonnene Fördermitgliedern und bewertet die Qualität der einzelnen Gespräche.

Selber spenden

Viele unserer Mitarbeiter werden aufgrund ihrer persönlichen Überzeugung selbst förderndes Mitglied bei unseren Partnern. Das ist aber keine Bedingung für den Job und wird auf keinen Fall als Verpflichtung angesehen. Im letzten Jahr haben wir daraufhin unsere Qualitätsrichtlinien stark erweitert. Diese werden von jedem Teamleiter, im Beisein des Coaches unterschrieben. Darin ist festgelegt, dass eine Mitgliedschaft der Teammitglieder weder vergütet noch gezählt wird.

Mitarbeiter

Jeder Mitarbeiter bei uns sollte seinen Job aus Überzeugung vertreten. „Es freut mich zu sehen, dass aufgrund der Optimierung viele ehemalige „talk2moveler“ wieder zurück zu uns gefunden haben. Und dies, obwohl sie in konkurrierenden Agenturen bereits Führungspositionen innehatten“, sagt Robert Hatwagner, Geschäftsführer der talk2move fundraising GmbH & Co. KG.
Das zeigt, dass wir uns vor allem in puncto Professionalität zu anderen Agenturen unterscheiden. Nicht ohne Grund sind wir Marktführer in der Durchführung von Infostandkampagnen in Deutschland.

Wer bei uns arbeitet, soll mit Herz dabei sein. Aus diesem Grund wurde die Passage der Konventionalstrafe aus den aktuellen Arbeitsverträgen gestrichen. Auch weil in der Vergangenheit zu keinem Zeitpunkt Gebrauch davon gemacht wurde.

Die meisten unserer Mitarbeiter sehen den Job mittlerweile nicht mehr nur als lukrativen Nebenjob an, sondern verstehen zunehmend auch den gelebten Idealismus. Ehemalige Mitarbeiter bestätigen uns immer wieder, dass sie durch den Job vor allem ihre persönlichen Fähigkeiten (Soft-Skills) erweitert haben und diese in ihren heutigen Berufen gut anwenden können. Ehemalige Kollegen und Mitarbeiter sind heute Ärzte, Juristen oder Lehrer.

Robert Hatwagner
Geschäftsführer
&
das talk2move-Team
Rosenthaler Straße 13
10119 Berlin
Kontakt: info@talk2move.de

Die Pressemitteilung ist als PR-Mitteilung natürlich zu kommentieren. Zum einen ist natürlich die Frage, was nicht genau aus dem Statement herausgeht, inwiefern die Telefonhotline unabhängig von talk2move ist. Gerade um eine anonyme Beschwerdestelle für MitarbeiterInnen zu ermöglichen ist diese Unabhängigkeit vom Unternehmen wichtig.

Positiv kann man das nach der Pressemitteilung stärkere Verantwortungsbewusstsein gegenüber Mitarbeitern und auch den Spendern. Ehrlichkeit ist eine wichtige Grundlage im Geschäftsleben, denn nur so entsteht Vertrauen gegenüber dem Produkt, egal um was es sich handelt.

talk2move kann man also auf alle Fälle zugute halten, dass sie meinem Empfinden nach gesprächsbereit sind (und, nach den Angaben der Pressemitteilung, Kritik auch aufnehmen und handeln), auch Tobias (ein Mitarbeiter von talk2move) äußert sich häufig zu Kommentaren meiner UserInnen.

Dass die Pressemitteilung die Meinung von talk2move darstellt und ich (auch aufgrund der mittlerweile etwas größeren Entfernung zur Geschäftszentrale (Berlin ist weiter weg als Wien, zumindest von Salzburg aus) kaum in der Lage bin, alles nachzurecherchieren, was in der Mitteilung gesagt wird, möchte ich hier nochmals hervorheben, weswegen ich mich natürlich darüber freue, wenn KommentatorInnen sich zu den Aussagen äußern 🙂

Ich frage mich, ob man am Ende dieses Beitrags sich „auf weitere 3 Jahre“ oder es doch eher angebracht ist, ein „mal schauen, wie sich diese Geschichte weiter entwickeln wird“, eignet. Auf alle Fälle danke ich ALLEN KommentatorInnen und LeserInnen für ihre Treue und hoffe, dass ihr auch weiterhin hier gerne schreiben werdet.

Acme.Anime: RTL 2 hört mit täglichen Animes auf

Ihr habt es ja sicher auch schon gelesen: Ab Ostern wird das wochentägliche Animefenster von RTL2 nicht mehr existieren. Animes wird es dann zwar trotzdem geben, aber nur noch Sonntag morgens. Eigentlich hat es lange gedauert, denn dass Anime sich nicht mehr ewig in der Masse im Nachmittagsprogramm des 2. RTL-Senders halten wird, war schon aufgrund der Programmierung absehbar. Zeitweise lief 4x hintereinander Pokemon, eine Staffel wurde alle 2 Wochen wiederholt.

Der Niedergang des Animes bei RTL2 begann schleichend: Nachdem RTL2 durch Sailor Moon, Dragonball (Z), Pokemon, Detektiv Conan und viele kleine Animeserien wie Shin Chan oder Doremi sich einen Namen gemacht hatte, verschlief es ab Mitte der 2000er konsequent die Weiterentwicklung der Anime-Fanszene. Zwar brachten sie noch Klassiker wie One Piece oder Yugioh ins Programm, doch übersahen sie einen natürlichen Faktor, der sie zu einer Weiterentwicklung ihres Animeprogramms gezwungen hätte: Das Altern der Fans.

8-12jährigen konnte man noch verharmlost synchronisierte und tw. geschnittene Animes vorsetzen, aber spätestens ab dem Teenageralter und der durchdringenden Verbreitung des Internets bei den Jugendlichen konnte so eine Taktik nicht mehr funktionieren. Schnitte wurden auf zig Animeseiten diskutiert, analysiert und kritisiert, ein gutes Beispiel ist animedigital, die Schnittberichte zu zig Animeserien veröffentlichten. Dass die Animeserien darüberhinaus meist auch noch ungeschnitten als Fansub (japanische Sprache mit englischem oder deutschem Untertitel) im Internet heruntergeladen werden können, schwächte die Position von RTL2 weiter (auch wenn Fansubs eine rechtliche Grauzone sind, da eigentlich illegal, aber zumeist nicht strafrechtlich verfolgt.)

RTL2 verpasste die Gelegenheit, ihr Animeprogramm auszuweiten, die Zielgruppe zu erweitern, Animes für 14-49jährige ins Programm zu nehmen. Gut, das taten sie, allerdings wurden Animes wie One Piece oder Naruto dann durch die eigenwillige Jugendschutzeinstellung von RTL2 zerstümmelt bis zerstört. Statt Animes für Jugendliche und Erwachsene an einem Abendtermin zu senden, ungeschnitten und mit auf für Jugendliche und Erwachsene angepasste Werbung, wurden nicht für Kinder geeignete Animes gesendet, dessen Schnittfassungen dann trotzdem ein FSK 12 erhielten und somit keine Tagesfreigabe mehr hatten. zum Schluss war es bei vielen Animefans so weit geraten, dass man darum betete, dass RTL2 nicht ihre Lieblingsserie lizenziert, da man sich gar keine guten Sternchen mehr erwartete. Die Serie DragonBall GT, die im Vergleich zu Dragonball Z viel kindgerechter ist, wurde brutalstmöglich auf Kindergartenniveau herabgeschnitten. Die Conan-Kinofilme, alle bereits auf DVD mit FSK 6 bis 12 erschienen sind, wurden Anfang 2011 von RTL2 größtmöglich mißhandelt, der 10. Kinofilm wurde um 40 Minuten gekürzt (stellt euch das mal bei einem Hollywoodblockbuster vor), am Ende war kaum noch Story übrig, es fehlte nur noch die provokante Werbung: „Und den ganzen Film gibts nur auf DVD zu kaufen“ am Ende der Sendung.

Jugendliche und Erwachsene Animefans wendeten sich darum von RTL2 ab. Zuerst hoffte man auf VOX. Vergeblich. Dann auf Arte. Vergebens, obwohl die französische Animeszene viel stärker ist als die Deutsche. Dann gab es einen Hoffnungsschimmer mit VIVA und MTV. Doch nach Experimenten mit X und der ersten Inu Yasha-Staffel endete auch hier das Animeprogramm. Zum Schluss war es Tele5, der als einziger Free-TV-Sender noch für Jugendliche und Erwachsene Animes sendet. Nur dass auch hier nach One Piece Schluss sein wird, trotz des großen Erfolges von Dragonball Z, dass auf Tele5 in der originalen Franzosen-Fassung (leichte Schnitte, vor allem bei sehr brutalen Szenen gegen die jüngeren Z-Mitglieder) lief.

Anime im Free-TV, das wird in Zukunft nur noch ein wenig Shaman King auf Kabel 1 und Pokemon auf RTL2 sein. Am Sonntag morgen. Im Pay-TV hat sich Animax einen Namen gemacht, das nur leider nicht von allen empfangen werden kann. Und DVDs sind ins Rennen gekommen. Nur das hier außer AnimeVirtual und Universum Film keiner mehr Animes produziert. Sicher, Animevirtual hat große Erfolge mit den Serien, die sie lizenziert haben, nur ist das im Vergleich zu den rund 4500 Animes, die bisher nie in Deutschland offiziell erschienen sind, darunter Klassiker wie ToraDora oder Jinki:Extend, ein Tropfen auf den heißen Stein. Und ohne Anime im Free-TV wirds auch für AnimeVirtual schwer werden, neue Fans zu bekommen, denn zumindest eine „Kinderstube“ für spätere Otakus war RTL2 ja. (Klopfer hat bei Animestreet einen schönen Rückblick auf alte Zeiten gebracht.)

Was bleibt also für die Zukunft? Eigentlich nur noch drei Dinge: Animax, der DVD-Markt und die Hoffnung, dass die Amerikaner (wo der Animemarkt boomt, nicht zuletzt dank Seiten wie Crunchyroll, die sogar zeitgleich mit den Japanern aktuelle Serien streamen) nicht zuviele Animeserien lizenzieren, da eine dortige Lizenzierung meist auch das vorzeitige Ende für gefansubte Serien bedeutet (und woher soll man sie sonst bekommen, aus Japan gibt es nur die Originale auf japanisch (ohne Untertitel), die HongKongMafia will man nicht unterstützen und Amerika hat bekannterweise Regionalcode 1 = nicht mit heimischen DVD-Playern abspielbar.)

Wer aber gerne zumindest musikalisch in Animestimmung kommen möchte, kann das immer bei mir tun, jeden zweiten Samstag von 22 bis 1 Uhr heißt es dann „Ice.JPop“ auf Icewars-Radio.

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Verkehrskonzept für Sbg… hey, ihr plagiiert mich *g*

Sicher fragen sich einige Leser, wieso gerade ich als japanophiler Mensch nichts zur Erdbeben-, Tsunami- und der schließlichen von Menschen gemachten Katastrophe in den Präfekturen Miyagi und Fukushima schreibe. Ganz einfach, mir fehlen bei den Ausmaßen, die die Katastrophe angenommen hat, mittlerweile einfach die Worte und es überwiegt nur noch die Hoffnung, dass doch die von Menschen gemachte Katastrophe teilweise verhindert werden kann (Erdbeben und Tsunamis sind Naturgewalten, für die kann man nix. Aber ein AKW ist eine von Menschen gebaute Zeitbombe.)

Stattdessen möchte ich euch ein neues Verkehrskonzept vorstellen, dass heute in den Salzburger Nachrichten vorgestellt wurde.

Ach so, und am Schluss doch noch was zu Japan: Wer gerne etwas spenden möchte und dabei auch etwas, was schon irgendwie mit Japan in Verbindung steht, kaufen möchte, kann bei Asu sich jetzt Tshirts mit einem traurigen Godzilla kaufen. Die 5 Euro, die Asu sonst einnimmt für das Tshirt, gehen nach Japan.

Ich denke der Artikel spricht für sich, deswegen mach ich dazu nur noch ein paar kleine Anmerkungen:

1. Wieso werden die Linien der RSB1 und RSB6 nicht kombiniert? Wenn Mattsee nicht über Eugendorf, sondern über Oberndorf angebunden werden soll, könnte man die RSB6 auch mit der RSB1 nach Lambrechtshausen über Dorfbeuren kombinieren. Eine kleine Kurve mehr für die Bahn, aber womöglich ein großer Synergieeffekt für den ganzen Flachgau.

2. Die RSB71 nach Wals würde ich gleich weiterbinden nach Bad Reichenhall. Dadurch wäre die Anbindung des Flughafens aus der von vielen Touristen besuchten Gegend im Berchtesgadener Land viel direkter. An den Bergen bei Großgmain dürfte man bautechnisch vorbeikommen.

3. Warum die S2 nur nach Traunstein? Nach den neuen Plänen wird das Rosenheimer Netz ab 2015 an die BOB übergehen. Die BOB ist eine Schwestergesellschaft der BLB, der Berchtesgadener Lokalbahn. Man könnte sich also sicher auf eine Weiterführung der S2 nach Prien oder Rosenheim einigen. Da die Rosenheimer bald auch eine Sbahnartige RB-Verbindung kriegen werden (und nicht mehr nur die REs nach Salzburg und Kufstein zur Verfügung haben), wäre somit auch in Rosenheim eine Art „kleines „Bahn-Netz“.

4. Habt ihr bei mir abgekupfert? Als ich die Zeichnung des möglichen Streckennetzes in den SN las, dachte ich nur noch: Hat da irgendwer meine (derzeit nicht aktive) Homepage gefunden gehabt und meine Ideen für ein Sbahn-Netz der Zukunft kopiert? Sbahnen zum Flughafen (und das über Messezentrum und Maxglan), Sbahnen nach Radstadt, Gastein, Eugendorf, Mattsee… auf die Idee kam ich bereits 2005!

„gedanklich noch nicht fertig“ (Karl Ernst Thomas de Maizière)

Und auch heute nehmen wir wieder einen Politiker auseinander, den Herrn Karl Ernst Thomas de Maizière (Karl Ernst Thomas, da laut seinem elektronischen Pass Karl der wichtigere Name ist, Thomas ist der dritte Rufname). Bekanntermaßen der Innenminister der Bundesrepublik Deutschland.

Herr de Maizière war eingeladen zu einer Podiumsdiskussion der Humboldt-Universität in Berlin, Thema „Wikileaks“. Und auch Herr de Maizière ist gut darin, Platitüden loszulassen, bei denen einem sich die Haare raufen. Hier mal ein paar Zitate und Kommentare dazu:

1. de Maizière schlussfolgerte zum Beispiel aus dem Fakt, dass wir Diebstahl ja nicht legalisieren, weil es Diebstahl gibt, dass man auch Whistleblowing nicht straffrei stellen könne, dann gebe es keine Geheimnisse mehr.

Super Argument, oder? Wobei eigentlich total daneben, weil hier Äpfel und Salat verglichen werden. Beides ist strafbar, das wars aber auch. Diebstahl wird im Normalfall nicht nach Robin Hood-Manier betrieben, sprich: Ich klaue etwas, um es den anderen zu geben. Whistleblowing ist Datendiebstahl für die Allgemeinheit. In einem gewissen Rahmen waren auch die Steuerdaten-CDs Whistleblower, auch sie verbreiteten Daten, die unter Geheimhaltungscharakter standen, nur dass sie die an die BRD verkauften (also auch noch selbst Nutzen draus zogen) und die BRD sie gerne annahm. Bei den Wikileaks-Depeschen sitzt der Whistleblower im Gefängnis und kein Staat will sie… wahrscheinlich, weil sie ihm nicht nützen. Nur: Hat man damals bei den Steuerdaten-CDs sich darum gekümmert, ob es den Schweizer Banken gefiel, dass ihre Kundendaten mal eben in die Welt verkauft wurden?

2. de Maizière kritisierte danach laut netzpolitik.org, dass Einzelne entscheiden würden, alles müsse transparent sein und dann einfach Sachen veröffentlichen.

Eine interessante Einstellung. Nebenbei eine der Grundeinstellungen des Journalismus, zumindest des investigativen Teils hiervon, bei dem versucht wird, intransparente Vorgänge transparent zu machen, notfalls auch gegen den Willen der Betroffenen. Herr de Maizière scheint sich nicht so sehr mit Dingen wie Medien zu beschäftigen, was ein weiterer Quote zu beweisen scheint.

3. Er wurde gefragt, ob man Wikileaks nicht unter die Pressefreiheit stellen solle. de Maizière meinte zu diesem Thema, dass er das begrüßen würde, aber ob die Weiterverbreitung von Informationen unter die Pressefreiheit fiele, damit sei er „gedanklich noch nicht fertig.“

Hoffentlich denkt er schnell, schneller als ein Journalismus-Professor zum Beispiel, der ihm in zwei Sätzen erklären würde, dass Informationsweitergabe die Grundaufgabe des Journalismus ist und somit natürlich unter die Pressefreiheit fällt. Die Presse ist für die Weitergabe, Interpretation und Kommentierung von Berichten über Ereignisse, Aussendungen usw. zuständig. Ich frage mich, woher Herr de Maizière sich die Frechheit rausnimmt, über Pressefreiheit was aussagen zu wollen, wenn er nicht einmal die Grundlagen des Medienrechts zu kennen scheint.

4. Um ein wenig abzulenken, ging Herr de Maizière zwischendurch auch auf das Thema „Netzneutralität“ ein; er fragte sich, wer entscheiden würde „bei begrenzten Netzkapazitäten“, was ins Netz kommen solle. Ob das der Provider entscheiden würde, ob es ein Diskriminierungsverbot wie im Kartellrecht gebe, oder ob es der Staat regeln würde, was übertragen werden dürfe. Dass alles gleichberechtigt sei, käme zu einem Ende.

Erst einmal die Beantwortung seiner Fragen, da er sich wahrscheinlich nicht selbst um seine Homepage, denn sonst wüsste er wahrscheinlich, wie das mit dem „begrenzten Platz“ im Internet bestellt ist: Es gibt ihn nicht. Ob man nun einen Account mit 10 MB Webspeicher, einen mit 100 MB oder einen mit 1 GB Webspeicher besitzt, liegt allein daran, was einem der Provider geben will. Je nachdem, wieviel man zahlen möchte und wie viele Server der Provider betreiben möchte.

Ein Diskriminierungsverbot gibt es somit nicht, wer wenig bis gar nichts zahlen will, muss auf Freespace-Betreiber zurückgreifen, bei denen die Größe des Speichers und oftmals auch einzelne Funktionen eingeschränkt sind. Wer sich viel leisten kann, kriegt viel Speicher oder richtet sich wie die großen Firmen gleich eigene Server ein. Für die Speichergröße des Internets gibts eigentlich nur einen Faktor, der ihn begrenzt: Die Rate, in der Festplatten produziert werden, auf denen die Daten gespeichert werden. Die ist aber so hoch, dass man sagen kann: Der Speicherplatz im Internet ist unendlich groß, die Frage ist nur wie man auf alle Daten zugreifen will, ohne dass es in der Unübersichtlichkeit verendet.

Die Übertragungskapazitäten sind dagegen nicht unbegrenzt. Zumindest nicht pro Kabel, man kann natürlich immer noch ein weiteres Kabel legen, allerdings nutzen wir heute noch nicht die volle Kapazität unserer bereits gelegten Kabel aus. Da ein Internetkabel eigentlich nichts anderes ist als ein an den Ethernet-Port angeschlossenes Netzwerkkabel, die es mittlerweile fürbis zu 100 Gigabit/s gibt (ein normales Netzwerkkabel zuhause macht 100 Mbit). Die besten Angebote fürs Heiminternet liegen bei 32 Mbit/s, es besteht also noch sehr viel Luft nach oben.

Gleichzeitig bemühen sich die Betreiber großer Seiten wie Youtube, myvideo und Facebook darum, ihre übertragenen Daten immer besser zu komprimieren, um Traffic zu sparen, denn bei einem immer größerem Volumen an zu übertragenden Filmen in immer besserer Qualität bedarf es guter Verkleinerung des Datenstroms, unkomprimiert würde ein 5 Minuten Film in HD rund 4 Gigabyte Größe haben. Was natürlich heißt, dass selbst wenn die Qualität und die Anzahl der gleichzeitig zu übertragenen Filme von zum Beispiel Youtube weiter rapide zunähme, die zu übertragene Datenmenge trotzdem nicht im gleichen Maße steigt, da die Daten immer stärker verpackt werden. So schnell verstopft also eine Leitung nicht.

Herr de Maizière scheint hier also auf die üblichen Tricks der Provider reinzufallen, die uns andauernd weissmachen wollen, das Internet würde „voll werden“. Vielleicht sollte er statt bei Telekom oder Vodafone einmal beim Chaos Computer Club nachfragen, wie das so ist mit Netzneutralität und die einzigen, die was gegen die Netzneutralität haben, die Telekommunikationsunternehmen sind.

5. Sein Exkurs in die Netzneutralität (der Sorte „ich wollte es nur mal sagen“) war aber eh nur kurz, danach kamen weitere „Money-Quotes“ (Fefe): de Maizière sei dafür, dass die Weiterverbreitung von Informationen erst einmal straffrei sei.

Stimmt, denn wie bereits ausgeführt, ist sie eine der Grundeigenschaften des Journalismus und somit Bestandteil der ominösen Pressefreiheit.

6. Aber dass diejenigen, die Geheimnisse verraten, bestraft würden, fände de Maizière in Ordnung. Wir hätten genug Schutz, die Regelung könne so bleiben.

Wahrscheinlich befürwortet er auch Durchsuchungsmaßnahmen in Redaktionen, um Informantendaten zu bekommen. Oder zumindest Informanten einzuschüchtern. Nur für Herrn de Maizière noch mal: Zur Pressefreiheit und Redaktionsfreiheit gehört auch der Informantenschutz. Whistleblower sind Informanten, somit gehört es zur Ehre eines jeden Journalisten, ihn zu schützen.

7. Interessant ist seine Annahme, Journalisten würden mehr als eine Quelle für den Faktencheck heranziehen.

Das mag zwar ein Idealbild des Journalismus sein, aber ist de Facto oft nicht der Fall. Manchmal weil es einfach keine zweite Quelle gibt oder die zweite Quelle sich nicht äußern will, man mit der Story, weil sie brisant ist, aber trotzdem in die Öffentlichkeit gehen will, oftmals weil man einfach die Newsagenturen zitiert und hofft, dass die den Faktencheck schon gemacht haben, oftmals aber leider auch, weil einfach keine Zeit da war für das Abchecken einer zweiten Quelle. Da wird dann mal ohne einmal Google zu benutzen etwas gepostet und Leser, andere Zeitungen usw. fragen sich dann, wie das jeweilige Medium wieder auf das schmale Brett kamen, das sie verbreiteten.

8. Eines der wenigen Zitate von de Maizière, dass man öfter zitieren sollte, ist dann aber, dass in Gebieten mit einem Zeitungsmonopol (also in den USA 88,7% der Fläche, in Deutschland auch über 50%) das Internet als weitere Informationsquelle zu mehr Informationsvielfalt und einer neuen Informationskultur führen würde.

Da gibts wohl nichts zu zu schreiben, außer: Dann machen Sie die Gesetze auch so, dass es weiter so bleibt und boykottieren sie gefälligst Bemühungen, die Presse- und Meinungsfreiheit des Internets einzuschränken.

Alle Quotes sind in indirekter Schreibweise, da ich mich bei den Zitaten auf den live-Blog von Markus Beckedahl beziehe, der bei der Podiumsdiskussion anwesend war.

„Ein Rechtsfreier Raum“

Wenn man im Internet sich so durch die Seiten klickt, sollte einem nicht passieren, dass man auf eine Newsseite kommt, die davon berichtet, dass irgendein Politiker irgendwas über das Internet gesagt hat.

Nein, nicht weil da mal eben 350 Kommentare in drei Stunden zusammenkommen, da die Internetuser natürlich Themen, die mit dem Internet zu tun haben, besonders erbosen. Das Zeitbinder-Botnet (wie die Leser von FeFe genannt werden) bindet ja gerne die Zeit der anderen Leser, aber wer ein wenig öfter im Internet umherwandert, der kann mit solcher Kommentarflut umgehen.

Die Facepalms (englisch für die typische Handbewegung vors Gesicht, wenn jemand etwas absolut widersinniges macht oder von sich gibt) kommen eher von den Aussagen diesen Politiker. Meist sind es Politiker im Alter zwischen 40 und 60, per Definition also „Digital Immigrants“, heißt Menschen, die erst im Laufe ihres Lebens (meist erst vor 10 Jahren) das Internet kennengelernt haben.

Von Immigranten verlangt man ja normal, dass sie sich einer Kultur anpassen, wenn sie in diese reingehen. Verlangen wir zumindest von muslimischen, russischstämmigen, japanischen und was weiss wievielen Kulturen, und wenn sie es nicht tun, sind sie böse, Außenseiter, entwickeln eine Parallelgesellschaft. Kennen wir alle, diese Sprüche, meist aus dem Mund von Politikern der C-Parteien, wobei ja manche S-Politiker auch nicht besser sind (ich zeige da gerne mit nackten Fingern auf angezogene Sarrazins, da trifft es keinen Falschen.)

Wenns aber darum geht, sich an das Internet anzupassen, dann benehmen sich diese Politiker als Digital Immigrants schlimmer als es besagter Sarrazin sogar von den Migranten in Berlin-Kreuzberg beschreibt. Wieso sollte sich auch ein politischer oder unternehmerischer Wichtigtuer an bestehende Strukturen anpassen. Nein, die bestehenden Strukturen sollen sich wenn gefälligst an den Geschmack des Neulings anpassen. Eine Forderung, die außerhalb des Internets nur von einigen egalitären Gutmenschen gefordert würde, wenn es um die Integration von Migranten geht.

Ein Beispiel eines Politikers mit wenig Internet-Kenntnissen, aber vielen Forderungen ans Internet(und leider keine Ausnahme, sondern vor allem unter den C-Politikern ein Normalfall), ist Michael Wettengel, Zentralabteilungsleiter im Bundeskanzleramt und aus unerfindlichen Gründen Mitglied der IT-Steuerungsgruppe des Bundes. Fragt mich nicht, wie man solche Posten bekommt, wahrscheinlich kriegt sie derjenige der fehlerfrei „DSL“ schreiben konnte.

Besagter Wettengel fordert eine „Ethik fürs Internet“. Denn es gehe darum, „wie (…) mit der Freiheit im Netz umgehen.“ Den darauf folgenden Satz des „rechtsfreien Raums“ lass ich mal lieber gleich aus, im Angesicht von tausenden Abmahnanwälten, die jeden Pieps, der ihnen oder ihren Mandanten nicht gefällt, gleich mit Mahnbescheiden und beigefügten Rechnungen zudecken, kann man nicht von einem „rechtsfreien“ Raum sprechen, nicht einmal von einem Rechtsanwaltfreiem.

Ich frage mich nur, was er genau meint mit „mit der Freiheit im Netz umgehen“ meint. Es klingt, als müsse man seiner Ansicht nach Freiheit in einer ganz bestimmten Form „anwenden“, alles andere wäre unethisch. Nun gibt es einige Dinge, die sind unethisch. Mißbrauch von Kindern und die dazugehörige Dokumentation zum Beispiel. Die ist auch im Internet geächtet, jeder außer den Politikern und ihnen angeschlossene Anstalten wie das BKA schaffen es, diesen Dreck zu blockieren, sogar auf berüchtigten Seiten wie 4chan gehen die Admins zum Glück vehement gegen etwaige Postings vor.

Aber Moment, jetzt hab ich einen Fehler gemacht. Denn anders als Frau von der Leyen (das ist die ehemalige Familienministerin (jetzt Sozialministerin), die zur Demonstration wie schlimm Kinderpornographie ist mal eben eine Diashow in der dazugehörigen Pressekonferenz mit „Referenzbildern“ gezeigt hat) argumentiert Wettengel nicht mit der Kinderpornographie. Ist ihm wohl auch schon zu Ohren gekommen, dass ihm dieses Argument keiner abnimmt.

Terror geht auch nicht, denn wenn ein Mubarak die Internetabschaltung in Ägypten mit „Terroristen“ zu rechtfertigen versucht, obwohl es nur um twitternde und Facebook-Mails schreibende Demonstranten geht, fällt auch dieses Totschlagargument der Vergangenheit weg.

Nein, der Wettengel argumentiert lieber mit der Selbstregulierung der Banken und wie die fehlgeschlagen ist und dass damit natürlich auch die Selbstregulierung des Internets sicher nicht funktioniert. Wie kann auch etwas funktionieren, in dem die Bürger nicht die von der Bundespost kontrollierte „de-mail“ benutzen oder mit Nicknames sich bezeichnen, statt ihre Realnamen zu verwenden.

Ja, richtig gelesen. Der Internetausdrucker ist der Ansicht, ein Nickname ist gefährlich, da man sich ja dahinter verstecken könnte. Wir sind ja alles Terroristen (deswegen brauchte man ja ein Vorratsdatenspeicherungsgesetz) und da man wegen dem doofen Bundesverfassungsgericht nicht mehr vorratsdatenspeichern darf, sollen wir halt alle jetzt sagen, wie wir wirklich heißen, damit man weiss wer da jetzt irgendwie regierungskritisch ist. Wie soll das bei „Pfantasienamen“ der Variante „Unbekannter Nr. 1“ und „Unbekannter Nr. 2“ gehen 😉

Irgendwie hat der Herr Wettengel hier irgendwie den Sinn dieser Nicknames nicht verstanden: Sie dienen dazu, dass man eben nicht sofort erkennbar ist als „Hans Franz aus Hintertupfing, Erpelstraße 4“. Und das nicht mal, damit nicht Familienmitglieder wegen einem Probleme kriegen (damit argumentieren Politiker, wenn es darum geht, ob Polizisten ein Namensschild tragen müssen.) Sondern weil man ja angeblich wie Karl Thomas de Maiziere (auch CDU) den Datenschutz ausweiten will… geht natürlich super, wenn man anhand des Twitteraccounts, der natürlich den Realnamen beinhalten soll, dann sofort der P… Äh mom, ich glaub da ist irgendein Fehler in dieser Logik…

Was man merkt: Bei diesen Politikern weiss anscheinend im übertragenen Sinn der Fuss nicht, was die Hand grade macht und sie stolpern durchs Internets, nur weil sie als Machtmensch es natürlich gerne für sich einfach und bequem hätten, gehört das Internet gefälligst härter behandelt als es das RealLife ist. Ein Kommentator meinte: „Wenn das Grundgesetz erst jetzt geschrieben würde, dann würden die Politiker sicher keine Dinge wie Brief- oder Fernmeldegeheimnis da reinschreiben.“

Und das ist bedenklich, denn was man von einem Politiker auf alle Fälle noch zu erwarten hat, ist, dass er unsere Verfassung achtet und nach ihr handelt. Ja, klingt idealistisch, aber das Grundgesetz wurde ja nicht geschrieben, um uns Bürger zu drangsalieren (dafür ist das StGB da), sondern um den Politikern Ketten anzulegen. Keine wirklich wirksamen Ketten, aber wenigstens juristisch sogenannte Schranken, die sie nicht öffnen dürfen. Nur sie versuchen es immer wieder in der letzten Zeit und man fragt sich welche Partei man eigentlich noch wählen kann, wenn jede in bestimmten Zeiten mal verfassungsfeindliche oder zumindest bürgerfeindliche Gesetze plant, beschließt oder ausführt (Hartz IV haben wir schließlich auch den Sozialdemokraten und Grünen zu verdanken.)

Sowas kann nur noch aufregen. Und weil mich sowas in letzter Zeit immer mehr aufregt, werde ich wohl auch wieder öfters darüber schreiben. Denn es kann echt nicht sein, dass unsere Politiker und Unternehmer und wer sonst alles meint, vom Internet was zu verstehen, obwohl es in Wirklichkeit nicht so ist, weiter so rumagieren und die Mehrheitsbevölkerung das auch schluckt… ich möchte nämlich nicht, dass die erst wie in Ägypten aufwacht, wenn irgendein in Panik geratener Politiker plötzlich den Kill Switch drückt!

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