Bausimulatoren unter sich…

Es folgt ein Beitrag der Acme.Plug and Prey-Redaktion, heute zum Thema: Spielsimulatoren zum Häuserbauen.

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Ich glaube, ich habe das langweiligste Spiel des Jahres entdeckt. Ok, es ist schon ein wenig älter, aber Wolkenkratzer-Simulator schafft es trotzdem in diese Kategorie.

Das Spielprinzip klingt eigentlich interessant: Man muss Hochhäuser bauen, in New York. Naja, anscheinend haben die Spielemacher von UIG sich dann aber gedacht: Wenn wir die das echt so spielen lassen, müssen wir ja echt mal was programmieren. Zumindest kommt einem das Spiel so vor.

Zunächst einmal das Gameplay. Wenn man bis dahin kommt, denn vor der Patchinstallation lief bei mir gar nichts. Ist schon interessant, wenn ein Spiel, das aus einer 200 MB große Installationsdatei besteht (wovon nur ca. 140 MB das Spiel darstellen), dann mal eben eine Patchdatei braucht, die 114 MB groß ist. Ist fast so, als wenn UIG kein echtes Spiel, sondern nur das Intro zum Spiel (denn weiter kam man vor Installation des Patches bei mir nicht) verkauft hätte. Einen solchen Bug habe ich nicht einmal bei Bau AG erlebt, und das Spiel ist schon ein einziges Computerinsektenrevier.

Bau AG ist auch das Programm, mit dem ich „Wolkenkratzer-Simulator“ noch am ehesten vergleichen würde. Jedoch fällt der Vergleich nicht gut aus für den Simulator. Bei Bau AG hieß es zunächst einmal, das Gebäude zu konstruieren. Und zwar wie ein Architekt, zunächst einmal auswählen, wie das Fundament, die Wände, die Räume geschaffen sein sollen, dann noch das alles in einen Bauplan einzeichnen. Bei Wolkenkratzer-Simulator besteht der „Konstruktionsmodus“ daraus, dass man mit VIER Reglern (für Höhe, Anteil Büro-Wohnraum (wobei es interessanterweise kein 0% gibt), Qualität der Wohnungen und Büros) so ungefähr bestimmen kann, wie das Gebäude aussehen soll… das Grunddesign ist nämlich vorgegeben. Wenn das Konstruktion sein soll, kann man sich schon vorstellen, wie der Bau aussieht.

Beginnen tut man bei beiden Spielen mit dem Aushub. Wobei der bei Bau AG daraus besteht, Spundwände einzuziehen, Flächen für den Sand auszuweisen, Bagger und Kipper und Personal zu besorgen und einzusetzen. Bei Wolkenkratzer-Simulator besteht es nur aus letzterem. Im realen Leben wäre der Wassereinbruch also schon vorprogrammiert.

Danach heißt es dann: Fundament errichten. Auch hier unterscheiden sich Bau AG und das UIG-Spiel grundlegend: bei Bau AG muss man die Keller gießen, die Zwischenwände errichten, die Dekorateure müssen dann alles in den gewünschten Farben bemalen usw. Dauert schon mal 3-4 reale Stunden, im Spiel über ein Jahr, wenn mans gerne aufwendig mag (und beim Preis ein wenig an den XML-Dateien gespielt hat, so dass man keine Geldprobleme hat :D) Dass das Fundament, dass mithilfe von Betonkippern in das Simulator-Hochhaus gekippt wird, überhaupt bearbeitet wird, sieht man nur daran, dass sich der Boden erhebt. Realismus pur, oder?

Wobei das schlimmste dann der eigentlich Hochbau ist. Der besteht beim Wolkenkratzer-Simulator nur aus dem Kauf von ein paar Kränen und ein paar Stahllastern, einstellen von Personal und dann Zeitraffer anmachen und warten, bis das Hochhaus fertig ist. Ernsthaft, so stellt sich UIG eine „Simulation“ vor. Bei Bau AG dagegen muss man die Lagerflächen verwalten, muss das Personal in die richtigen Stockwerke steuern und darf dabei zusehen, wie jeder einzelne Ziegelstein und jeder einzelne Stahlträger gesetzt wird. Die sieht man zwar beim Wolkenkratzer-Simulator auch, nur halt nur im Siedler-Stil: Zuerst wird das Gerüst hochgezogen, dann die Zwischenmauern, dann die Außenmauern. Sprich eigentlich wurde nur das nötigste ins Programm gepackt und dass dann so langweilig, dass man einschläft.

Die Spielerseelen müssen sich hier also leider entscheiden: Wenn man damit leben kann, dass es gerne mal ruckelt, man ein Insektengehege auf der Festplatte hat (und kein Insektenspray dagegen, da die Programmierfirma keins programmieren will) und man gerne 4 Tage wartet, bis so ein 10 geschossiges Wohngebäude steht, sollte man Bau AG spielen. Wenn man 0 Ahnung von Bauwesen hat, eigentlich nur ein wenig klicki-bunti haben will und sehen will, wie hässliche Wolkenkratzer in den Himmel wachsen, ist Wolkenkratzer-Simulator sicher das richtige für einen.[/blockquote]

Kein Acme.Tour mehr auf cba.fro.at

Vor einiger Zeit wurde von der CBA von uns Radiomachern verlangt, dass wir neuen Nutzungsbedingungen zustimmen. Und eine dieser Regelungen darin ist der Grund, weswegen ihr die Sendung Acme.Tour nicht mehr online nachhören könnt.

Rekapitulieren wir einmal: Die CBA, das sogenannte Cultural Broadcast Archive, wurde von den freien Radios unter der Führerschaft des Freien Radios Oberösterreich (FRO) unter der Adresse http://cba.fro.at eingerichtet, um sowohl den Programmaustausch zwischen den einzelnen Freien Radios in Österreich zu vereinfachen als auch um Hörern die Möglichkeit zu geben, Sendungen von Freien Radios, die sie verpasst haben, nachhören zu können.

Im Laufe der letzten Jahre wurde dieses Tool von vielen Radiomachern genutzt, auch meine Sendung wurde über 600 mal angehört, die Sendungsbeschreibungen zu den Acme.Tour-Sendungen über 18.000 mal abgerufen! Mehrere Sendungen von mir wurden auf anderen Freien Radios in Österreich wiederholt, einzelne Sendungen tw. von über 30 Menschen gehört. Und meine Sendung ist nur ein kleines Programm, andere wie Artarium oder das Magazin hatten noch um ein Vielfaches höhere Zugriffzahlen.

Die Radiofabrik und alle anderen Freien Radios bezahlen einen Pauschalbetrag an die AKM, die österreichische Musikrechteverwertungsfirma, ein Äquivalent zur deutschen GEMA (kurioserweise hieß die GEMA bis zum 2. WK auch AKM und wurde dann in GEMA umbenannt, um sich von der Vergangenheit unter den Nazis zu trennen.) Dieser Obolus ist nicht hoch, was daran liegt, dass die Freien Radios als nichtkommerzielle Medien keinerlei Werbeeinnahmen haben, die zur Berechnung des Preises herangezogen werden. Die AKM-Gebühr erlaubt es Radiomachern, jegliche Musik spielen zu dürfen, die sie in ihrer Sendung bringen wollen, sowohl AKM-pflichtige als auch freie Musik. Und bis zum letzten Jahr ging man auch davon, aus, dass diese Regelung für die CBA als Onlinepräsenz der Freien Radios gelten würde.

Die AKM sieht dieses aber anders und hat FRO als Betreiber der CBA deswegen dazu aufgefordert, für die Veröffentlichung von AKM-pflichtiger Musik auf der cba-Homepage zu zahlen. Natürlich nicht zur üblichen Pauschale, die den Freien Radios für ihr Sendegeschäft zugestanden wird, sondern zum Standardtarif. Also kaum finanzierbar bei der Menge an Sendungen, die in der CBA verfügbar waren.

Was ist das Ergebnis? Neue Nutzungsbedingungen. Neuerdings muss man für jeden Künstler dessen Lieder man hochlädt die Nutzungsrechte dafür haben. Sprich entweder man müsste als einzelner Uploader für den Upload zahlen oder man kann nicht hochladen. Und da die meisten Radiomacher wenig Geld haben, heißt das: Die CBA wird leer werden.

Und warum? Natürlich weil die AKM nicht checkt, was das Internet bedeutet: Es bedeutet Werbung für die Künstler, die in den Sendungen vertreten sind. So wie es beim Radio ja auch ist. Keiner der sich bei mir Sendungen über die CBA angehört hat, hat dieses getan, um die Musik mitzuschneiden. Da gäbe es viel einfachere Methoden, an die Musik zu kommen. Er hat sich die Sendung angehört, weil er sich für Acme.Tour interessiert hat.

Die Musik ist Teil meiner Sendung und untermalt sie. Auch AKM-Musik. Auf diese kann und will ich nicht verzichten. Ergo wurden von mir alle Sendungen von Acme.Tour von der CBA gelöscht und es werden auch keine neuen Sendungen hochgeladen. Ich habe keine Lust auf eine Klage durch die AKM. Schade liebe AKM, hast mal wieder wegen Geldgeilheit ein Kulturgut kaputtgemacht. Aber naja, meist verstehen die Geldhaie in der Kulturindustrie ja erst wenns zu spät ist, dass sie selbst auch kaputt sind, wenn sie die Kultur kaputtmachen.

Beschwerden über die nicht mehr vorhandenen Sendungen richtet ihr deswegen bitte an das Freie Radio Oberösterreich oder am besten gleich an die AKM österreich.

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