Entführt durch einen Unbekannten

Deutschland – oder besser gesagt die 1,25 Mio Zuschauer des Finales zu „Ein Lied für Lena“ haben entschieden: Lena’s Titel für das Eurovision Song Contest-Finale im Mai ist „Taken by a Stranger“. Und ich frage mich nur noch: Warum?

Ich habe mir natürlich wie es sich für die Recherche gehört den Auftritt auf myVideo angeschaut, um zu hören, wie dieser Titel so rüberkommt.

Rüberkommen ist dann auch schon das erste Problem: Beim Liveauftritt, der auf myVideo zu sehen ist, kommt nicht viel rüber. Das stellt sich in meinen Augen als ein Problem dar: Der Eurovision Song Contest ist ein Live-Event, wenn man da live nicht gut rüberkommt, hat man verloren. No Angels, die nicht unbedingt den schlechtesten Song 2008 hatten, versagten kläglich beim Versuch, ihre fehlenden Live-Gesangskünste zu präsentieren.

Es liegt nicht einmal an Lena selbst, dass der Song nicht gut rüberkommt. Für das was ihr da angeboten wird, versucht sie ihr Bestes zu geben. Nur der Song ist eine reine Soundsoße. Das meine ich ernst, ein wenig Basedrum wie aus einer Türken-Limo (also BMW 3er mit der größten Soundanlage ganz Salzburgs), ein paar Klänge aus einem 80er-Jahre Synthi, psychodelische Padklänge und ein ewig gleichbleibender Rhythmus. Man merkt nicht einmal, ob und wo es einen Refrain gibt, es gibt keine wirklichen Akzentuierungen der Musik, nichts.

Gut, sowas gibts ja oft, das muss dann die Sängerin wettmachen. Nur wir reden von Lena. Ihr Stimmchen ist auch mit 20 nicht unbedingt das, was man eine Rockröhre nennt. Sie kommt in der ganzen Soundsoße kaum durch, was den Song noch eintöniger macht.

Ob man damit beim Eurovision Song Contest in Düsseldorf gewinnen kann? Ich glaube es nicht, aber ich war auch schon bei Satellite der Meinung, dass es nicht klappt. Ich bin halt kein Musikmacher, sondern Musikabspieler. Große Hoffnungen habe ich zwar nicht, aber wir werden es ja bei der Endausscheidung sehen.

Ach so und noch eine Sache: Stefan Raab als ESC-Moderator geht gar nicht. Nichts gegen Raab, aber Schuster bleib bei deinen Leisten. Raab ist Late-Night-Showmaster, mehr nicht. Er moderiert nicht mal seine Samstag-Abend-Shows selbst, dass übernimmt immer der Opdenhövel, er hat auch keinerlei Erfahrungen damit. Ich als Moderator von Musiksendungen würde mir auch nicht einfallen lassen, dass ich mal eben die Kulturzeit von Ö1 moderieren könnte.

Hape Kerkeling wäre da in meinen Augen viel geeigneter, seine Erfahrungen im Bereich Show sind bekannt, außerdem kennen ihn die ausländischen Zuschauer schon von der Stimmenvergabe 2010. Außerdem ist Hape nicht mit dem Nachteil versehen, dass sein Protége auftreten muss, was vielleicht sogar Lenas Gewinnchancen verringern könnte.

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