Arigona Zogaj vs. Fekter. Oder: ein unnötiges Gerangel um nix

Manchmal habe ich das Gefühl, man müsse Politikern erst einmal mittels Wahlzettel gehörig auf den Kopf scheißen, ehe sie sich bewegen (und ja, ich meine es so vulgär.) Zumindest kommt es mir so vor, wenn ich das Lamentieren rund um den Fall Arigona Zogaj sehe.
Beginnen wir am Anfang: Der Vater reist illegal ein, holt illegal seine Familie ins Land, deren Asylantrag wird abgelehnt und es kommt zu einem jahrelangen Rechtstreit. So weit so normal, geschieht oft.
Und wie es so oft ist, zeigen alle Kontrahenten ein ums andere mal, dass der Mensch nicht zu kreativen, aber logischen und vor allem für alle am Ende erfolgreichen Lösungen fähig ist.

Beginnen wir bei der Familie Zogaj. Derzeit bestehend aus Arigona, ihrer Mutter und ihren zwei kleinen schulpflichtigen Geschwistern. Die älteren Brüder schlagen sich ja im Kosovo mit Gelegenheitsjobs durch, der Vater ist abgehauen, so wie er auch vorher oftmals oft aus purem Egoismus handelte (nicht das das nicht normal wäre, aber es ist nunmal so gewesen.) Die wollen im Land Österreich bleiben, vor allem die Kinder, weil die sich hier zuhause fühlen und die Mama darf da natürlich nicht fehlen. Allerdings haben sie keinen legalen Aufenthaltstitel und derzeit nach dem Urteil des Verfassungsgerichtshofes auch keine Möglichkeit mehr, sich gegen eine Abschiebung zu wehren.

Dann wäre da das Innenministerium unter Ministerin Fekter. Die will natürlich, dass ihre Gesetze und Richtlinien eingehalten werden. Und wer illegal ins Land kam und kein Asyl bekommt, den muss sie natürlich versuchen abzuschieben.

Wobei. Eigentlich nicht. Eigentlich sagt es nur, dass sie versuchen muss, diesen illegalen Aufenthalt zu beenden. Das ginge mithilfe des humanitären Bleiberechts. Allerdings käme der in der Causa Zogaj ja einem letztendlichen Nachgeben gegenüber der illegalen Einwanderung gleich. Würde also die eigene Position schwächen.

Aber es gibt noch andere Möglichkeiten, außer der Abschiebung. Eine stelle ich mal vor. Die wäre auch nicht schwer:

Die Familie Zogaj müsste für einen Monat Österreich verlassen, in Richtung Kosovo. Das ist kein Problem, der Flug würde ja sogar gestellt. Und in den Sommerferien wäre es auch für die kleinen Kinder nicht schlimm. Dann im Kosovo würde man mit der Familie zum österreichischen Konsulat gehen.

Und dort einen Antrag auf Einreise in die Republik stellen. Begründungen: Bei den kleinen Kindern die Schulpflicht, die in der Gegend im Kosovo in der die Zogajs bis 2001 lebten nicht möglich ist. Bei der Mutter, das die Kinder natürlich nicht alleine nach Österreich reisen könnten. Und bei Arigona Zogaj, weil sie in Österreich studieren bzw. eine Ausbildung machen will.
Dann hätte die Familie ihre legalen Visa, die dann nach fünf Jahren (so lange kann die Familie durch Studium und Schulausbildung der kleinen Geschwister ja dann bleiben) in eine permanente Aufenthaltsgenehmigung umgewandelt werden kann.

De facto hätten sich damit dann alle durchgesetzt: Das Innenministerium hätte im Fall der illegalen Einwanderung es geschafft, dass dieser illegale Aufenthalt in Österreich beendet wurde. Und die Familie Zogaj hätte einen legalen Aufenthaltstitel.

Wieso das nicht geht? Fragen Sie das bitte mal Frau Ministerin Fekter. Denn das zu organisieren wäre eine Leichtigkeit.

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