Ein Kommentar. Und eine längere Erklärung danach

Die Michaela hat mir, da ich um 4:08 gerade nicht online war und deswegen nicht sofort ihren Kommentar freischalten konnte, folgenden zweiten Kommentar geschickt. Der wurde natürlich auch nicht automatisch im bekannten jetzt übrigens meistgelesenen Beitrag dieses Blogs freigeschaltet, weswegen ich mir die Freiheit gemacht habe, einmal ausführlicher ihr zurückzuschreiben.

ZENSUR

Sascha hat meinen Postingkommentar weggelöscht, in dem ich darauf hingewiesen habe, dass mich seine Rhetorik an Strache erinnert. Der verwendet auch Wörter wie „Linkslinke“.

Wenn Sascha eine solche Meinung nicht zulassen kann, sondern auf seinem Blog zensuriert, dann ist das meiner Meinung nach ziemlich bedenklich.

Ich habe sicher nicht zensiert. Es ist nur so, dass mein Blog moderiert ist (was auch im Impressum steht). Das heisst, dass ich Blogeinträge freischalten muss, ehe sie im Blog erscheinen.

Das ist eine medienrechtliche Notwendigkeit: Ich bin als Betreiber dieses Blogs auch für Aussagen von den Kommentatoren haftbar und muss deshalb vor der Freigabe der Beiträge diese kurz durchlesen. Außerdem schützt es gegen Spam, denn manche Spambots schaffen es, durch meinen Akismet-Schutz zu kommen (das ist ein Spamfilter für Blogs), und so verhindere ich, dass in meinen Beiträgen Werbung für Viagra, Dopingmittel oder Glücksspiele auftaucht. Es ist eine notwendige Zensur, allerdings habe ich in den zwei Jahren in denen dieses Blog bei WordPress existiert nur wenige Beiträge nicht veröffentlicht, diese waren Beleidigungen, die ich nicht in meinem Blog dulden muss.

Ich äußere mich gerne zu deiner Behauptung, meine Rhetorik ähnele der von Strache oder Haider: Ich bin linksliberal. Und ich stelle diese Liberalität, dieses Freidenkertum, auch heraus. Ich versuche, mich nicht instrumentalisieren zu lassen, sondern politischen als auch gesellschaftlichen Strömungen nur nachzugehen, wenn ich zu diesen stehen kann.

Ich habe in diesem Blog NICHT von allen BesetzerInnen geschrieben. Unter Linksradikalen verstehe ich solche, die nicht nur die soziale Gerechtigkeit verbessern wollen, sondern auf revolutionäre Art und Weise das System, in dem wir derzeit leben, das kapitalistische und demokratische System, stürzen wollen. Das ist in meinen Augen radikal, was nicht heißt, dass ich nicht auch Probleme sehe, die durch den Kapitalismus existieren, allerdings empfinde ich den Kapitalismus im Vergleich zur Idee des Kommunismus, in dem „jedem alles“ gehört, als das freiere System.

Es ist teilweise so frei, dass es leider manche Gruppen sehr stark bevorteilt gegenüber anderen Gruppen. Allerdings hat der Kapitalismus auch viele Stellschrauben, an denen, sofern der politische Wille da wäre, gedreht werden könnte. Das ist eine linke, aber auch liberale Denkensweise, und dazu stehe ich auch.

Meine liberale Haltung sagt mir auch, dass es natürlich nicht sein darf, dass irgendwelche rechten Gruppierungen die BesetzerInnen aus dem Hörsaal prügeln dürfen. Sowas widerspricht dem Grundgedanken der Meinungsfreiheit, der bei den RechtsRechten nicht stark verankert ist. Aber genauso wenig haben einzelne linke Gruppierungen ihre Meinung als die einzig gültige gelten zu lassen, denn das widerspricht auch der Meinungsfreiheit.

Ich gehöre zu den gemäßigten Studierenden. Und wer damit ein Problem hat, dass ich ebenso wie andere Studierende meine Meinung äußere, und mich dann auf die Art und Weise ausdrücke, wie ich es für richtig erachte und wie es meine Art ist, muss mit diesem Problem leben. Meine Worte sind auf alle Fälle überlegt, wenn ich mich äußere, und ich vertrete dann natürlich meine Ansicht, was die Studierenden in Salzburg möchten. Aber ich denke, das tut jeder von uns.

Ich kann zu Hause bleiben. Ich kann aber auch weiter im Plenum sein. Ich kann tun und lassen, was ich für richtig erachte. Dazu habe ich ein Recht und ich bin dafür selbst verantwortlich, was sich daraus ergibt. Aber ich bin weder ein Rassist wie Strache noch ein Populist wie Strache.

Ich habe heute für meinen Blogeintrag positive als auch negative Meinungen zu hören bekommen. Nur mich in ein rechtes Eck gestellt hat mich bisher noch keiner. Denn wer mich kennt, weiss, dass ich kein Rechter bin.

Ich habe einmal in einer Radiosendung auf einem Internetradio, für das ich Sendungen gestalte, gesagt, ich wäre böse. Doch es ist eher so: Ich bin ehrlich. Ich mache aus meinem Herzen keine Mördergrube und ich zeige, wenn mich etwas bewegt, sowohl körperlich als auch öfters verbal.

Und wenn Dinge passieren wie das an die Hauswände der GesWi gesprüht wird, wenn Fotos einer schönen Ausstellung, an der Studierende der Kommunikationswissenschaft ein Jahr lang gearbeitet haben, zerstört werden (ich hoffe, es wird pfleglich mit den Sesseln umgegangen, die sind immerhin auch nicht Eigentum der Studierenden), wenn versucht wird, von der Bildungspolitik-Diskussion überzuschwenken hin zu einer vor allem von Kapitalismuskritik und Gesellschafts-Veränderungsdrang geprägten Thematik, dann bin ich nicht ruhig. Dann melde ich mich zu Wort und sehe auch keinen Grund, ein riesengroßes Blatt Papier vor den Mund zu legen. Ich wurde dafür schon kritisiert, aber ich war/bin nicht dafür da, nur mitanzusehen, wie alles verläuft. Und ich hoffe, dass die anderen auch dafür da sind, um etwas zu verändern und sich äußern zu wollen.

Ich habe bisher kein schlechtes Gewissen bei dem, was ich getan habe. Und das wird auch so bleiben. Und ob ich bei der Uni vorbeischaue (immerhin geschieht an der Universität noch anderes als Hörsaal-Besetzungen) oder ins Plenum schaue oder mich zu etwas äußere, ist denke ich meine Angelegenheit. Jemanden in etwas reinreiten ist auf alle Fälle nicht meine Intention, ebensowenig wie ich die Sache an sich, die Besetzung des Hörsaals zur Durchsetzung der Verbesserung der Lehrbefindungen der Universitäten, Schulen usw., sabotieren oder schädigen will.

Aber wie gesagt: Ich muss nicht mitmachen. Ich habe diese Woche sehr viel anderes zu tun, Arbeiten, Beiträge für Uniradio vorbereiten, zur Uni gehen, Radiofabrikfest. Wenn ihr anscheinend keine Mitstreiter für eure Sache braucht… könnt ihr’s auch alleine machen.

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