Jetzt ist mir echt der Kragen geplatzt…

Geplatzt nicht wegen der Besetzung der Unis, denn für mich fällt ja keine Vorlesung aus. Und ich finde es gut, dass so die Situation an der Universität sich aufgezeigt hat.

Nein, geplatzt ist mir der Kragen, weil einige Linksradikale, die mit besetzen, immer mehr beweisen, dass es ihnen NICHT um das Wohl der Studierenden geht. Um einen dieser Linksradikalen zu zitieren: „Mich interessieren die Studierenden einen Schaß.“

Super auf den Punkt gebracht und es passt auch sehr zum Verhalten dieser linksradikalen Deppen, die lieber wollen, dass wir in Salzburg uns mit „Arbeitern und Arbeiterinnen“ solidarisieren statt dass wir erst einmal versuchen, mehr Mitstreiter bei den Studierenden zu finden. Die lieber stundenlang über Sexismus debattieren, statt über Sachthemen abzustimmen, wodurch nach fast eine Woche Besetzung noch kein Inhalt aus den Arbeitsgruppen herausgekommen ist. Die nicht im Stream gefilmt werden wollen, mit der Begründung, dass sie nicht gesehen werden wollen, von wegen Verfassungsschutz und so.

Mit solchen Menschen kann ich nicht mehr zusammenarbeiten! Sie wollen nicht das Wohl der Studierenden bzw. dessen Situation verbessern, sondern die Studierenden dazu mißbrauchen, einen Systemwechsel zu machen, hin zum Anarchismus-Kommunismus. Fantasten, die glauben, man könne so die Bevölkerung kriegen.

Ich hatte heute in der nacht lange Diskussionen mit zweien von diesen, eine Frau und ein Mann, und tw. ist mir schon da fast der Kragen geplatzt. Denn diese Menschen sind so in ihrem Weltbild festgefahren, dass sie ein rechts und links von ihrer Meinung gar nicht mehr kennen. Sie kennen nur noch ihre „Mission“, die „Befreiung“ der Menschen vom Kapitalismus. Sie reagieren auf Kritikpunkte gar nicht, und wenn jemand rhetorisch zu kontern weiss (was ich kann), kommen Sprüche wie: „Also du, ich finde das ja jetzt gar nicht so toll, was du da sagst“… gratuliere, besser auf sozialistisch ausdrücken, dass es sie stört, dass man nicht ihnen nachlabert, sondern nachdenkt, geht wohl nicht.

Von wegen Diskussionskultur, wenn man mit zwei von diesen feministischen Frauen redet und die eine die Meinung vertritt, dass Frauen, weil sie sich weniger zu Wort melden würde, prinzipiell vorgereiht gehören (Zitat von Lina), und eine andere dann meint, Mozart wäre in Salzburg illegal gewesen (es gab im 18. Jahrhundert noch keine Staatsbürgerschaften, gerade deswegen konnte Mozart ohne große Mühen Reisen nach Augsburg, Wien und Paris machen), und ein dritter nur seinen weltveränderischen Kram erzählt, aber auf die Frage, wie man die Studierenden mobilieren soll, nur meint, die Studierenden seien egal (derzeit beteiligen sich nur ca. 40 Studierende am Protest), dann denk ich mir nur noch: „Ach lecks mich doch am Arsch.“

Wenn dann Unifremde Personen, die sich durch die Besetzung im Haus befinden, auf dem Fach einfach Banner entfalten und darauf, dass wir sie abgenommen haben, nur damit reagieren, dass sie das Plenum in Frage stellen, da sie mit der Demokratie nichts anfangen können, wenn einfach Graffitis auf die Uni gesprüht werden, Bilder der Ausstellung „40 Jahre Kommunikationswissenschaft“ abgerissen werden usw., dann gehts für mich zu weit.

Das ist MEINE Uni, das ist UNSERE Uni. Und an UNSERER Uni hat es um die Uni zu gehen, nicht um illusorische weltverbesserliche Utopien.

Und mit diesem Blogeintrag erkläre ich meine Mitarbeit an dem Projekt „Uni brennt“ für BEOBACHTEND.

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24 Antworten to “Jetzt ist mir echt der Kragen geplatzt…”

  1. ulrike Says:

    Wuerde ich nicht machen, denn die Trittbrettfahrer hast du immer und ueberall!
    Wenn alle so reagieren wie du, kippt #unsereuni #unibrennt und keiner hat etwas!

  2. unsereuni Says:

    Hallo saschap,

    ich bin genau deiner Meinung, dass linksradikale Weltverbesserungsutopien nichts bei diesen Protesten zu suchen haben – genau deshalb bin ich auch noch immer dabei. Genausowenig, wie man dem rechten radikalen Rand das Ruder an sich reißen lassen darf, muss man auch bei dieser Bewegung dafür sorgen, dass die Proteste in StudentInnen-Hand bleiben. Das können wir aber nur, indem wir dabei bleiben, unsere Meinung sagen und aufzeigen, worum es uns wirklich geht.

    In Wien gab es diese Tendenzen eine zeitlang auch – ich glaube, da muss man durch. Mittlerweile haben im Audimax wieder WIR, also du StudentInnen, das Ruder in der Hand. In diesem Sinne: DURCHHALTEN!

  3. MitbeobachterIn Says:

    Sascha, ich grüße Dich!.

    unser beider Meinung stimmt in vielen Punkten überein, nur was das Ende angeht würd ich mir von dir wünschen dass du länger durchgehalten hättest.
    Keiner hat gesagt dass es einfach wird.
    Aber dass du dich von einer in Ideologien gefangenen Minderheit so sehr „unterdrücken“ lässt hätte in in Anbetracht deiner bisherigen, für den Gemeinschaftsgeist als Ganzes, sehr wertvollen Beiträge nicht erwartet. Drum lass dich wie ich und viele andere Männer und auch Frauen nicht vom Kurs abbringen und mach wieder mit bei unserem Einsatz für die Bildung!
    Man braucht gerade meta-kritische Geister wie dich!

  4. einStudent Says:

    Nunja, sicherlich sind ideologische Einbahnstraßen in Diskussionen oft eher kontraproduktiv. Und sicherlich geht es zur Zeit in erster Linie um StudentInnen. Doch hat die Uni auch nicht unwesentlich etwas mit der Gesellschaft zu tun, weshalb gesellschaftliche Fragen – meiner Meinung nach – nicht ausgeklammert werden sollten (wenngleich diese Diskussionen die Proteste natürlich keinesfalls lahmlegen dürfen). Letztlich müssen die ArbeiterInnen auch verstehen, warum ihr Steuergeld zur Unifinanzierung wichtig und gut für die ganze Gesellschaft ist.
    Einen Punkt solltest du auch noch bedenken: Trotz aller Schwierigkeiten, bei so vielen Meinungen an einem Strang zu ziehen, hilfst du dem Projekt „Uni brennt“ vielleicht nicht unbedingt, indem du deine Mitarbeit und deine wichtigen Gedanken nicht mehr mit einbringst.

  5. jimmy moon Says:

    schade, aber du wirst leider nicht der einzige bleiben.

    es werden auch hier in wien immer weniger verschiedene gesichter, sondern größtenteils immer die selben. mitarbeiten ist so gut wie unmöglich, weil die AGs ja auch schon seit 10 tagen eingefahrene gemeinschaften sind.

    elitenbildung schreitet voran und die ziele und diskussionen werden immer weltfremder. bald sitzen die 5 marxisten und 5 feministinnen alleine im audimax…

    aber hauptsache wir haben die solidarität von 10000 anderen organisationen 😦

  6. Johanna Says:

    endlich bringt’s mal jemand auf den Punkt!!!

    Ich war auch sporadischer Gast & man schreckt halt einfach viele interessierte & vor allem kompetente Leute dadurch ab, dass man die ganze Aktion einer radikalen polit. Richtung zuordnet, die sich noch dazu eh gar nicht so sehr für den Wandel zum Positiven interessiert, sondern einfach nur ihre eigenen Interessen durchsetzen will. Natürlich ist die Sache politisch, aber sie einer konkreten Richtung zu zu ordnen ? Naja…

    Und immer wieder diese sinnlosen zu nichts führenden Endlosdiskussionen, bei denen keiner darum bemüht zu sein scheint, einen für alle tragbaren Kompromiss zu finden… einfach nur ermüdend.

    Weiß eigentlich irgendjemand, worum’s wirklich konkret geht?

    Na, das hier is auf jeden Fall ein super Beitrag, der sicherlich die Emotionen vieler wieder spiegelt 🙂
    Echt gelungen!

  7. uw Says:

    DANKE! endlich sagts mal wer…
    in graz ist die situation ähnlich und es läuft gefahr, dass es nicht klappt, wenns so weitergeht!

  8. saschap Says:

    Ich glaube nach diesen Reaktionen sollte ich vielleicht zumindest beim Plenum irgendwann reinschauen, was sie dann heute bei der Debatte über den morgigen Tag Grundsatzdiskussion einbringen und notfalls gegen anreden.

  9. einWeitererStudent Says:

    Schließe mich deiner Meinung völlig an!
    Es ist wirklich schade, wieviel Potential dieser Bewegung durch links-rechts Radikalisierungen genommen wird. Genau das schreckt so viele Studenten ab, sodass sie dann lieber die Gruppe „studieren statt blockieren“ unterstützen und wir in unseren plena diskussionen ersticken.

    Vielleicht könnte man andenken nur unter Vorweis des Studienausweises am Plenum mitreden zu dürfen. Zuhören darf jeder.

  10. saschap Says:

    So, bin derzeit wieder vorm HS 381. Aus einem Grund: Ich möchte mir heute abend die Plenarsitzung anhören und schauen was sich so entwickelt.

    Ich wurde als ich ankam auch gleich auf meinen Blogeintrag angesprochen, vor allem von den gemäßigten Studierenden. Allerdings: Ich will ja nicht die Bewegung kaputtmachen, sondern ich hoffe, dass wir es bei der morgigen Diskussion über Grundsätze endlich auf einen politischen Weg einigen können.

    Und deswegen bitte ich für morgen euch: Kommt morgen an der Uni vorbei. So wie es für mich klingt möchte eine Mehrheit der Studierenden keine Radikalisierung in eine politische Richtung. Artikuliert das hier in der Uni, denn das erleichtert (nach meiner Meinung) dern Studierenden ihre Arbeit hier.

  11. daisy Says:

    es ist wichtig kritik zu äußern. wir sind eine sehr heterogene gruppe im hs und diese situation ist wohl unter allen besetzten unis gleich.

    doch ich bitte: lassen wir uns nicht spalten! neben all den unterschieden, verbindet uns doch, dass wir es wichtig finden, dass sich die bildungssituation verändert und das, in richtung der bereits vorher formulierten forderungen.
    darum sind wir besetzer_innen.
    deshalb stellen wir uns teils schwierigen und auch ermüdenden diskussionen, auch intern.

    ich denke, wenn wir bereit sind, uns offen auf diskussionen mit den mitbesetzer_innen einzulassen, festigen wir unsere gruppe und können bald schon stark nach außen auftreten.

    liebe grüße,
    daisy

  12. Kurt Says:

    Wegen ein paar Sektierern aufgeben? Oh please …

  13. proxxi Says:

    Ach, bitte… lass doch dieses Bashing. Wie wenn die linken keine Argumente hätten… und Leute Sektierer nennen, nur weil sie was anders Vertreten als die breite Masse ist doch ziemlich borniert. Gegenderte Redner_innenlisten sind übrigens in vielen linken Gruppen Standard, das funktioniert problemlos, keine Ahnung warum hier so drüber gejammert wird. Und dass es an der Uni nur um die Uni gehen soll… das ist doch absurd. Wie wenn die Uni nicht in ein gesellschaftliches System eingebettet wäre. Wenn du den Kapitalismus nicht verstehst verstehst du auch die Uni-Politik nicht – is halt so.
    Außerdem glaube ich /nicht/ dass die radikaleren Linken der Grund sind, dass sich eher wenige Student_innen solidarisieren. So einfach ist es nicht. Ich denke ein Faktor könnte genau das sein, was einige Linke ansprechen: Dass die Forderungen nach einer weniger konkurrenzorientierten Uni mitten im nun mal eben notwendig konkurrenzorientierten Kapitalismus teilweise unerfüllbare Idealismen sind.

  14. saschap Says:

    So, eine weitreichende Entscheidung wurde heute getroffen, nachdem es zwischenzeitlich für mich so aussah, als wenn hier wieder die Linkslinke Seite des Saals die Oberhand über das Plenum erhalten hätte: Parteien-Werbung wird aus dem Hörsaal verbannt. Dafür gestimmt haben 29 HörerInnen, dagegen 26 HörerInnen. Begründung: Meinungspluralismus ist wünschenswert, doch Einzelmeinungen einzelner Gruppierungen sollen nicht als Meinung der ganzen Gruppierung projektiert werden, in denen sich potentielle UnterstützerInnen nicht mehr wiederfinden.

  15. Michaela Says:

    hallo sascha,

    ich finde, dass du ziemlich übertreibst. deine argumente erinnern mich leider fast an strache und haider, die jede, der links von ihrer sehr rechten meinung steht, als „linksradikal“ bezeichnen.
    ich verstehe das problem nicht, was ist denn so schlimm daran, wenn die „linken“ mehr soziale gerechtigkeit fordern? die gesamten forderungen der uni wien sind alle „links“, manche der besetzer nennen sich selbst linke, andere nicht. rechte besetzen gar keine unis und gehen auch nicht demonstrieren, ganz im gegenteil, sie drohen den studis wie in linz damit, dass sie sie aus dem hörsaal prügeln wollen. linke demonstrieren für mehr bildung, rechte wollen demonstranten und besetzer verprügeln und nicht mehr bildung durchsetzen, so sieht das meiner meinung nach aus.
    vielleicht bist du selber auch auf irgendeine art mehr links als du es dir einzugestehen traust, denn ich nehme an, dass du viele der uni wien forderungen ja auch unterstützt, sonst wärst du ja selber gar nicht da.
    ich finde dein verhalten im plenum sehr störend und deine aussagen auch nicht sehr überlegt und qualifiziert und denke, dass es dir ja unbenommen bleibt, dass du zu hause bleibst, wenn du so unzufrieden mit den mistreitern bist, dass du sie alle böse poliitische menschen diffamieren musst.
    lg, eine besorgte michaela, studentin der biologie, ich gehöre zu keiner linken gruppe

  16. Michaela Says:

    ZENSUR

    Sascha hat meinen Postingkommentar weggelöscht, in dem ich darauf hingewiesen habe, dass mich seine Rhetorik an Strache erinnert. Der verwendet auch Wörter wie „Linkslinke“.

    Wenn Sascha eine solche Meinung nicht zulassen kann, sondern auf seinem Blog zensuriert, dann ist das meiner Meinung nach ziemlich bedenklich.

  17. Franz Says:

    Ganz genau, auch in Österreich scheinen die Radikalen einfach zu dumm zu sein, um sich ihre eigene Plattform aufzubauen und ein Sprachrohr zu installieren, das auch gehört wird. Also bedienen sie sich in fremden Gewässern. So etwas nenne ich Schmarotzer!

  18. stefon Says:

    Schon mal festgestellt dass Slogans wie „Freie Bildung für alle“ einfach eher linke Forderungen sind?!

    Daher auch kein Wunder dass sich viele Link angesprochen fühlen UND es von aussen sehr linkslastig aussieht.

    Ich vertrete auch linke Meinungen. Das muss ja auch möglich sein. Klar, mit gesitteten Diskussionsstil ohne andere niederzsuschreiben…

    aber: links und rechts gleichsetzen geht gar nicht…

  19. saschap Says:

    @stefon:

    Links, rechts… weisst du, was die meisten Studierenden aufregt? Dieses ewige: „Links, rechts“ gelaber… die meisten Studierenden schwimmen irgendwo in der Mitte rum. Einige sind gegen Studiengebühren, für Zugangsbeschränkugen, einige für Studiengebühren, aber gegen jegliche sonstigen Beschränkungen, einige sind für freie Bildung = sie können mchen was sie wollen, andere wünschen sich individualisierte Studienabläufe, andere hätten gerne noch mehr an bestimmten Berufsgruppen spezifizierte Abläufe, die sie dann auch in der Regelstudienzeit schaffen können.

    Die Forderungen der Studierenden sind ambivalent und vielschichtig. Und nicht nur die Linke hat die Forderung nach freier Bildung. Ewig zu behaupten, das Thema würde euch alleine gehören, entspricht nicht der Realität.

    Das Problem ist, dass man wenn man mehr der Studierenden ins Boot kriegen will, man auch Kompromisse finden muss bei den Forderungen, worum die Studierenden in Wien schon über eine Woche ringen. Nur da ist es dann in meinen Augen kontraproduktiv, es immer weiter auszuarten und zu radikalisieren, sondern es muss gemäßigter werden.

    Denn ansonsten bleiben es die Forderungen einer kleinen Gruppe, die keinerlei Kraft hat.

  20. monika Says:

    dies widerspricht meinen Beobachtungen, ich erleb hier endlich Aufstand gegen das ewige Rechts-Links Geblubber, sondern eben den Versuch *studentische Forderungen* zu stellen.

    Radikalisierung ist dem diametral und zeigt nicht ganz von wissenschaftlicher Denke, meint mein Schalk 😉

    bring Dich ein, sei mitten drin – dann ist 100% ein Linksradikaler weniger mit dabei

  21. stefon Says:

    entschuldigung, aber: ich habe doch nicht gesagt dass kompromisse nicht passieren sollen.

    • stefon Says:

      aus neugierde: bitte teil mir politische akteure rechts der mitte mit, welche sich für freie bildung einsetzen…
      mir fällt da nix ein gebe ich zu

      lg
      stefon


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