Links = Frauenfeindlich

Provokativ, oder? Einfach so behaupten, Linke wären frauenfeindlicher als Rechte, sprich ÖVP- oder BZÖ-Mitglieder. Behaupten doch schließlich immer alle, die Rechten wollten die Frauen nur am Herd haben.

Doch schauen wir uns mal die Realität an. Fällt euch irgendeine bedeutende linke Frau ein, die viel geschafft hat?

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Basisdemokratie

VIel wird über sie geschrieben. Viel wird ihr zugeschrieben. Und die Plena in den besetzten Hörsälen basieren auf ihr: Der Basisdemokratie. Doch wie soll man das einem an die althergebrachte repräsentative Demokratie gewöhnten Bürger erklären? Wie funktioniert sowas?

Nein, Basisdemokratie ist nicht das, was die Schweizer seit Jahrzehnten machen. Zumindest nicht in der radikalen Form. Alle paar Monate mal Abstimmen dürfen über Gesetze ist noch keine Basisdemokratie. Höchstens ein Zugeständnis zum Willen des Volkes, auch außerhalb von Wahlen mitsprechen zu wollen. Nicht umsonst spricht man ja auch von einem „Mitspracherecht“, sei es bei Volksabstimmungen, Gewerkschaftsbeteiligungen oder ähnlichem.

Basisdemokratie ist keine reine Mitsprache. Man spricht nicht „mit“ den Machthabern, sondern stellt sie dar. Es gibt keine Repräsentanten, keine Wahlen, keine Parteien. (Sollte es zumindest nicht, aber dazu später.) Sondern man repräsentiert sich höchstens selbst und stimmt entweder dafür oder dagegen. Oder enthält sich, man hat ja nicht zu allem eine Meinung.

Doch wie kann man das denen, die mit dem repräsentativen Modell aufgewachsen und großgeworden sind, z.b. der ÖH und ihren Funktionären, Referenten usw. erklären?

Vielleicht so: Basisdemokratie ist wie ein riesiger Chat. Wie knuddels oder IRC. Leute kommen, melden sich an, reden mit, führen Gespräche fort, idlen (sprich sitzen nur rum), treffen manchmal Entscheidungen und gehen wieder. Ist ein Benutzer nicht online, sprich im Plenum, ist er nicht da. Beteiligt er sich nicht, sondern sitzt er nur rum, sitzt er nur rum. Und (und darauf lege ich wert) meldet er sich zu Wort und redet, gibt er seine Meinung kund. Nicht die von anderen. Es sollte keine Fraktionen oder Grüppchen geben. Denn es ist wie im Chat: Wenn sich mehrere zu einem festen Grüppchen zusammenschließen, werden andere dadurch abgestoßen, da es natürlich schwerer ist, gegen ein solches festes Grüppchen zu argumentieren.

Zu so einer Art Demokratie-Chat gehört es auch, dass Quellen von außen eingebracht werden. Die Wiener machen das recht gut, Anfragen aus Facebook, Twitter oder dem stream-eigenen Chat werden aufgegriffen und von anderen vorgebracht, oder werden mithilfe einer Twitterwall direkt ins Plenum projektiert. So können auch Interessierte an der Basisdemokratie teilnehmen, die nicht vor Ort im Hörsaal sein können.

Permanent anwesend kein kann keiner. Wer das meint, vergisst, dass Menschen auch noch andere Bedürfnisse wie die Uni-Politik haben. Freunde, Arbeiten, Studieren, Familie. Zeit ist begrenzt.

Doch das ist in einem Chat kein Problem, sofern die Organisation funktioniert, wenn jemand, der zwischenzeitlich weg war oder neu dazukommt, nicht vor einer Mauer steht, die er nicht zu erklimmen weiß, sondern vor einer Treppe, um zu den anderen auf den Sims steigen zu können.

Wie kann man das jetzt auf die derzeitige Protestbewegung zuschreiben. Nun ja, ich beobachte ja vor allem die Salzburger Unibesetzung, von daher kann ich nur auf diese eingehen.

Zunächst einmal: Das Grundprinzip dieses „Chats“ existiert: Jeder kann ins Plenum gehen, wann er möchte, es gibt zwar nicht 24 Stunden Plenum, aber es gibt natürlich auch sehr wenige IRC-Chats (als Beispiel), die 24h aktiv sind. Also jeder kann ins Plenum, sich dort beteiligen, was sagen. Die Plenumstermine werden auf Facebook verbreitet und auch auf die Homepage gestellt. Soweit klappt es.

Was derzeit irgendwie weniger klappt ist der Treppenbau. Am Freitag habe ich es miterleben dürfen, dass zwei an der Mitarbeit interessierte Studierende nicht wussten, wo sich die Arbeitsgruppen treffen. Es gab keinen Aushang, keine Information im Internet, keine Ansprechpersonen. Es fehlte quasi ein „Bot“, den man fragen konnte (im IRC gibt es Bots, dass sind Programme, die auf bestimmte Befehle reagieren und Informationen geben, z.b. Hilfen.)

Wenn man will, dass die Bewegung nicht ausstirbt bzw. sich am Ende nur auf einen sehr kleinen Teil der Studierenden beschränkt, muss also unbedingt die Information wieder stärker im Vordergrund stehen. Information und Kommunikation sind die wichtigsten Bausteine einer Basisdemokratischen Organisation, denn nur wer die nötigen Informationen und Kommunikationsmöglichkeiten bekommt (sprich an den Arbeitsgruppen teilnehmen kann), kann mitentscheiden.

Was auch nicht so gut klappt, ist derzeit das Hereinholen von „Links“, sprich von auswärtigen Quellen. In Wien geht es, in Salzburg läuft die Debatte in Twitter, Facebook und Plenum eher parallel denn zusammenhängend statt. Als kritische Frage an die im Hörsaal anwesenden Besetzer formuliert: Wie oft lest ihr Twitter? Holt euch ein Meinungsbild über Twitter, Facebook, ähnliches ein? Wie oft gebt ihr Replik darauf?

Das Problem hierbei ist vielleicht: Die meisten im Hörsaal aktiv beteiligten sind eher „RL“-Typen. Das heißt, man weiss was Twitter, Facebook, Blogs sind, sieht aber vor allem die Arbeit im HS als wichtig an.

Das mag für normale politische Arbeit stimmen, diese wird in der „Parteizentrale“ bestimmt… aber diese Besetzungen wurden mit begonnen durch das Internet, durch Vernetzung. Und diese Vernetzungsarbeit fehlt zur Zeit. Man muss keine hochtrabenden Pressemitteilungen mit vielen Forderungen usw. formulieren. Denn die Zielgruppe Nr. 1 sind nicht die Medien, sind nicht die Politiker. Die Zielgruppe Nr. 1 sind die Studierenden.

Mir wurde gesagt: „Entwirf einen Flyer“ auf die Kritik, dass irgendwie bei den meisten Studierenden der Protest nicht ankommt. Einen Flyer… das ist ein Mittel, das höchstens noch die PR-Leute benutzen. Flyer werden angeschaut und weggeworfen. Banner werden angestaunt, gelesen und vergessen. Flyer und Banner sind keine Vernetzung, denn sie sind einseitig.

Vielleicht, Selbstkritik ist ja erlaubt, hätte ich einen „Flyer“ entwerfen sollen, der die Studierenden anspricht. Damit meine ich aber nicht irgendwas papierartiges. Sondern z.b. die Leute auffordern, mehr die Facebook-Seite zu füllen. Und auf der anderen Seite dafür einzutreten, dass auch die Fragen aus Facebook und Co. behandelt werden.

Denn diese Proteste und auch die nächsten, die sicher kommen werden, denn die Situation an den Unis wird sich derzeit ja kaum verbessern, sind anders als früher. Sie sind nicht mehr lokal beschränkt auf das „Reale Leben“ im Hörsaal oder Audimax. Sondern sie finden überall statt, in Wohnzimmern, Arbeitszimmern, Schlafzimmern. Nämlich im Virtuellen Raum… In Chats, im Twitter, auf Facebook. Und sie sind vielschichtiger, es gibt kein „Wir vs. Die“ mehr. Bei der Gruppe „Studieren statt Blockieren“ wird ebenso über die derzeitige Situation diskutiert wie auf „Audimax-Besetzung“. Und wer nicht total einseitig ist in seinem Denken, sieht das auch.

Denn, das ist halt das besondere an einer Basisdemokratie: Da hat nicht nur eine Clique aus Gleichgesinnten miteinander zu diskutieren. Sondern alle. Egal ob über Twitter, Facebook oder im Plenum. und alle sind gleichberechtigt, haben mitzuentscheiden. Nicht „wenn du nicht im Plenum bist, kannst du nicht mitentscheiden“. Nein, das ist keine Basisdemokratie! Das ist Repräsentantendemokratie par exelance!

Juchu, ein Frauenbrowser… mit extra viel Vorzensur

Ein interessanter Artikel im schweizerischen Tagesanzeiger passt gut zum Problem des „Sexismus“.

Vorgestellt wird ein Browser namens „Annabelle“, eigentlich ein umgebauter IE8, der angeblich extra für Frau gestaltet wurde.

Und die Gestalterinnen stellen sich den Browser so vor: redaktionell erstellte Favoritenlisten zu Themen wie Kochen, Bücher, Reiseziele, Lebensorganisation (Horoskope und sowas).

Grandios… angeblich, nach Ansicht der Redakteure, wären Männer reine Facebook-Nutzer und rapidshare-Piraten, Frauen Hausmütterchen.

Als ich den Artikel las, dachte ich nur: Sowas kommt von einer Frau? *lol*

Sorry, liebe Nutzer von annabelle… aber die Zeiten von redaktionell zusammengesammelten Artikeln sind seit dem Ende von Compuserve Geschichte. Das Internet ist frei, und zwar auch frei von Geschlechtermustern.

Mag sein, dass Frauen vermehrt diese Seiten anschauen. Aber erstens verbietet ihnen keiner zu googeln, nach allem was sie wollen, zweitens gibt es auch viele Frauen, die zu der Gruppe der Downloader und Facebookler zu zählen sind (ebenso wie Männer Horoskope und Kochrezepte lesen). Und drittens braucht man dafür keinen speziellen Browser, denn man kann sich auch in den ganz normalen Browsern seine Favoriten einbauen.

Meine Freundin ist keine Feministin. Deswegen würde sie nie auf so einen Blödsinn kommen. Sich z.b. von jemand anderem vorschreiben zu lassen, auf welchen Seiten man nach Büchern usw. zu suchen habe.

Ansonsten verlange ich den Männerbrowser! Mit den Extrabuttons „Rapidshare“ und „Pornoseite“! Wenn wir schon bei den Geschlechterbildern sind.

Und wie gesagt, es passt so wunderbar zu meinem Artikel, wieso ich kein Feminist oder Antisexist bin 😉

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Wieso ich nicht antirassistisch und antisexistisch genannt werden will – sondern gleichberechtigt

Viele kennen die Diskussion über Gender und ähnliches. Kennen die Argumente der Feministinnen, dass aufgrund der Benachteiligung von Frauen, vor allem auf sozialer Ebene, diese zu fördern und zu unterstützen seien. Ebenso die Forderung, dass MigrantInnen zu fördern seien, da ihre Stellung in der Gesellschaft derzeit leider sehr niedrig ist. Mit der Ansicht, dass Frauen nicht benachteiligt werden dürfen, und dass es nicht entscheidend sein darf, ob jemand MigrantIn ist.

Allerdings geht mir bei der Debatte einiges echt gegen den Strich:

1. Die Betonung des Geschlechts bzw. des Migranten-Status durch manche Gruppierungen. Quotierte RednerInnenlisten, bei denen dann die Frauen auch noch bevorzugt werden sollen zum Beispiel. Es ist gut, wenn Frauen dazu ermutigt werden, sich bei Diskussionen einzubringen, denn es ist oftmals nicht einfach für Frauen, sich in einer von Männern dominierten Runde zu artikulieren. Aber bei quotierten RednerInnenlisten gibt es viele Probleme.

Zum Beispiel empfinde ich als Mann es als Beleidigung, wenn Frauen übermäßig bevorzugt werden sollen. Zum Beispiel indem sie überdurchschnittlich oft hochgereiht werden. Und was, wenn sich keine Frau meldet? Bei einer strikt quotierten RednerInnenliste dürfte dann keiner reden, bis eine Frau sich meldet, und die Diskussion wäre tot. Gut, ich kann mir gut vorstellen, dass das einige freut, denn Diskussion bedeutet das man seine Ansichten darlegen muss und damit tun sich manche schwer. Aber es ist im Gesamtkontext nicht konstruktiv, man will ja nicht ewig auf der Stelle treten.

2. Sprüche von manchen, die sich als antisexuell bezeichnen, wie: „Ich bin eine Frau, ich darf jetzt reden“, „man unterbricht keine Migrantin“ (nebenbei habe ich in dem Moment nicht mal jemanden unterbrochen, wenn ich mich mit jemandem anderen unterhalte, während sich die Kollegin mit der Migrantin unterhält, ist meine Intention nicht ihr Gespräch zu stören. Als ob an einem Tisch nur eine Gesprächsrunde sein darf), „du sprichst wie ein Mann“. Das ist Sexismus und Rassismus pur.

Wieso? Weil es das Geschlecht zur ausschlaggebenden Argumentationsebene werden lässt. Manche Feministinnen wissen anscheinend gar nicht, wie dicht sie da dem Faschismus und vor allem dem Nationalsozialismus kamen. Im Nationalsozialismus wurden Menschen auch nicht mehr danach geurteilt, was sie zu leisten fähig und willig sind, sondern: „Bist du Arier? Bist du Jude? Bist du Homosexuell? Bist du Sinti?“. Das nennt man Rassismus. Und wenn jemand nicht sagt: „Tschuldige, aber man unterbricht nicht, wenn jemand spricht“, sondern „man unterbricht eine Migrantin nicht“ ist man ebenso rassistisch wie die Rechtsradikalen!

Wenn man jemanden dafür kritisiert, dass er „wie ein Mann“ diskutieren würde, und das beschreibt mit „laut, gestenreich, direkt“, dann zeugt das eher davon, dass man selbst sexistisch ist, da man nicht in der Lage ist, diese Eigenschaften zu sagen, sondern es wird reduziert auf das Geschlecht. Und das meiner Meinung nach auch, weil die jeweilige Person in dem Moment keine wirkliche Begründung hat, wieso man nicht auch Gesten benutzen darf oder wieso z.b. in einer Situation, in der es etwas hitziger oder lauter ist, nicht laut sein darf. Es zeugt davon, dass die Person sich nicht artikulativ durchsetzen kann, sondern nur durch Vorwürfe.

Ich spreche mit vielen Menschen, auch mit vielen Frauen. Und was ganz interessant ist: Die meisten Frauen sind OHNE die Hervorhebung, dass sie eine Frau sind, ohne die Forderung nach Vorteilnahme aufgrund diesem Umstands, der durch die Verschmelzung zweier X-Chromosomen entstand, sich ganz normal unterhalten können. Und mit ganz normal meine ich, dass man einen gemeinsamen Mittelweg findet: Unterbrechungen z.b. nur, wenn es eine direkte Entgegnung ist, ansonsten lässt man den Kollegen ausreden. Und die Entgegnung zeigt man vorher kurz an, meist durch durch eine kurze Geste.

Ich denke das Problem besteht darin, dass Mann und Frau lernen muss, wirklich gleichberechtigt zu denken. Und das heißt in der Mitte sein. Dass heißt im Endeffekt ausblenden, ob der Gegenüber, mit dem man sich unterhält, ein XX oder XY ist. Auszublenden, ob er aus DE, AT, GH oder US kommt. Wer das hingegen betont, vor allem um seine eigene Meinung durchzusetzen, ist nicht antisexistisch, ist nicht antirassistisch, nicht antidiskriminierend. Sondern er/sie ist sexistisch, rassistisch und dadurch diskriminierend. Denn er ist nicht fähig, das Denken in diesen Kategorien abzuschalten und in konstruktiveren Kriterien zu denken.

Und um es mal auf die Erfahrungen die ich so mache, zurückzukommen: Für einen Großteil der Menschen, vor allem der Studierenden, ist dieser Unterschied der Geschlechter nur wichtig bei der Partnersuche. Für viele, leider nicht einen Großteil der Menschen, hier muss es sich noch durchsetzen, ist der Herkunftsort bei einer Diskussion nicht relevant.

Wir sollten endlich akzeptieren: Es gibt Frau und Mann. Aber das ist egal. Denn für uns sollte doch nicht entscheidend sein, was man ist, sondern was man tut und will.

Und wer ein Problem hat mit Witzen, die „Frauendiskriminierend“ sind, kennt nur nicht genug Witze, mit denen wir „Dreibeine“ fertiggemacht werden können. Denn Diskriminierung zeugt nur von fehlendem Selbstbewusstsein (schließlich würde keiner von uns die Nazis als besonders mutig bezeichnen, in der Gruppe sind sie aggressiv, als Einzelperson trauen sie sich meist nicht mal den Mund aufzumachen.)

Ich freue mich schon auf eure Kommentare. Und ehe jemand wieder mit „ZENSUR“ kommt: Ich zensiere nichts, was nicht strafbar (Aufforderung zu Straftaten und Beleidungen zum Beispiel). Ich brauch nur manchmal etwas zu freischalten der Kommentare.

Ein legales Banner an der Hohensalzburg

Eine der wichtigsten Aktionen, an der viele Studierende tagelang mitgearbeitet haben, ist anscheinend gut angekommen: Seit heute mittag hängt ein Plakat mit der Aufschrift „Free Uni“ von der Türkenwand der Hohensalzburg. (Bilder auf Salzburg.com, © unibrennt).

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Ein Kommentar. Und eine längere Erklärung danach

Die Michaela hat mir, da ich um 4:08 gerade nicht online war und deswegen nicht sofort ihren Kommentar freischalten konnte, folgenden zweiten Kommentar geschickt. Der wurde natürlich auch nicht automatisch im bekannten jetzt übrigens meistgelesenen Beitrag dieses Blogs freigeschaltet, weswegen ich mir die Freiheit gemacht habe, einmal ausführlicher ihr zurückzuschreiben.

ZENSUR

Sascha hat meinen Postingkommentar weggelöscht, in dem ich darauf hingewiesen habe, dass mich seine Rhetorik an Strache erinnert. Der verwendet auch Wörter wie „Linkslinke“.

Wenn Sascha eine solche Meinung nicht zulassen kann, sondern auf seinem Blog zensuriert, dann ist das meiner Meinung nach ziemlich bedenklich.

Ich habe sicher nicht zensiert. Es ist nur so, dass mein Blog moderiert ist (was auch im Impressum steht). Das heisst, dass ich Blogeinträge freischalten muss, ehe sie im Blog erscheinen.

Das ist eine medienrechtliche Notwendigkeit: Ich bin als Betreiber dieses Blogs auch für Aussagen von den Kommentatoren haftbar und muss deshalb vor der Freigabe der Beiträge diese kurz durchlesen. Außerdem schützt es gegen Spam, denn manche Spambots schaffen es, durch meinen Akismet-Schutz zu kommen (das ist ein Spamfilter für Blogs), und so verhindere ich, dass in meinen Beiträgen Werbung für Viagra, Dopingmittel oder Glücksspiele auftaucht. Es ist eine notwendige Zensur, allerdings habe ich in den zwei Jahren in denen dieses Blog bei WordPress existiert nur wenige Beiträge nicht veröffentlicht, diese waren Beleidigungen, die ich nicht in meinem Blog dulden muss.

Ich äußere mich gerne zu deiner Behauptung, meine Rhetorik ähnele der von Strache oder Haider: Ich bin linksliberal. Und ich stelle diese Liberalität, dieses Freidenkertum, auch heraus. Ich versuche, mich nicht instrumentalisieren zu lassen, sondern politischen als auch gesellschaftlichen Strömungen nur nachzugehen, wenn ich zu diesen stehen kann.

Ich habe in diesem Blog NICHT von allen BesetzerInnen geschrieben. Unter Linksradikalen verstehe ich solche, die nicht nur die soziale Gerechtigkeit verbessern wollen, sondern auf revolutionäre Art und Weise das System, in dem wir derzeit leben, das kapitalistische und demokratische System, stürzen wollen. Das ist in meinen Augen radikal, was nicht heißt, dass ich nicht auch Probleme sehe, die durch den Kapitalismus existieren, allerdings empfinde ich den Kapitalismus im Vergleich zur Idee des Kommunismus, in dem „jedem alles“ gehört, als das freiere System.

Es ist teilweise so frei, dass es leider manche Gruppen sehr stark bevorteilt gegenüber anderen Gruppen. Allerdings hat der Kapitalismus auch viele Stellschrauben, an denen, sofern der politische Wille da wäre, gedreht werden könnte. Das ist eine linke, aber auch liberale Denkensweise, und dazu stehe ich auch.

Meine liberale Haltung sagt mir auch, dass es natürlich nicht sein darf, dass irgendwelche rechten Gruppierungen die BesetzerInnen aus dem Hörsaal prügeln dürfen. Sowas widerspricht dem Grundgedanken der Meinungsfreiheit, der bei den RechtsRechten nicht stark verankert ist. Aber genauso wenig haben einzelne linke Gruppierungen ihre Meinung als die einzig gültige gelten zu lassen, denn das widerspricht auch der Meinungsfreiheit.

Ich gehöre zu den gemäßigten Studierenden. Und wer damit ein Problem hat, dass ich ebenso wie andere Studierende meine Meinung äußere, und mich dann auf die Art und Weise ausdrücke, wie ich es für richtig erachte und wie es meine Art ist, muss mit diesem Problem leben. Meine Worte sind auf alle Fälle überlegt, wenn ich mich äußere, und ich vertrete dann natürlich meine Ansicht, was die Studierenden in Salzburg möchten. Aber ich denke, das tut jeder von uns.

Ich kann zu Hause bleiben. Ich kann aber auch weiter im Plenum sein. Ich kann tun und lassen, was ich für richtig erachte. Dazu habe ich ein Recht und ich bin dafür selbst verantwortlich, was sich daraus ergibt. Aber ich bin weder ein Rassist wie Strache noch ein Populist wie Strache.

Ich habe heute für meinen Blogeintrag positive als auch negative Meinungen zu hören bekommen. Nur mich in ein rechtes Eck gestellt hat mich bisher noch keiner. Denn wer mich kennt, weiss, dass ich kein Rechter bin.

Ich habe einmal in einer Radiosendung auf einem Internetradio, für das ich Sendungen gestalte, gesagt, ich wäre böse. Doch es ist eher so: Ich bin ehrlich. Ich mache aus meinem Herzen keine Mördergrube und ich zeige, wenn mich etwas bewegt, sowohl körperlich als auch öfters verbal.

Und wenn Dinge passieren wie das an die Hauswände der GesWi gesprüht wird, wenn Fotos einer schönen Ausstellung, an der Studierende der Kommunikationswissenschaft ein Jahr lang gearbeitet haben, zerstört werden (ich hoffe, es wird pfleglich mit den Sesseln umgegangen, die sind immerhin auch nicht Eigentum der Studierenden), wenn versucht wird, von der Bildungspolitik-Diskussion überzuschwenken hin zu einer vor allem von Kapitalismuskritik und Gesellschafts-Veränderungsdrang geprägten Thematik, dann bin ich nicht ruhig. Dann melde ich mich zu Wort und sehe auch keinen Grund, ein riesengroßes Blatt Papier vor den Mund zu legen. Ich wurde dafür schon kritisiert, aber ich war/bin nicht dafür da, nur mitanzusehen, wie alles verläuft. Und ich hoffe, dass die anderen auch dafür da sind, um etwas zu verändern und sich äußern zu wollen.

Ich habe bisher kein schlechtes Gewissen bei dem, was ich getan habe. Und das wird auch so bleiben. Und ob ich bei der Uni vorbeischaue (immerhin geschieht an der Universität noch anderes als Hörsaal-Besetzungen) oder ins Plenum schaue oder mich zu etwas äußere, ist denke ich meine Angelegenheit. Jemanden in etwas reinreiten ist auf alle Fälle nicht meine Intention, ebensowenig wie ich die Sache an sich, die Besetzung des Hörsaals zur Durchsetzung der Verbesserung der Lehrbefindungen der Universitäten, Schulen usw., sabotieren oder schädigen will.

Aber wie gesagt: Ich muss nicht mitmachen. Ich habe diese Woche sehr viel anderes zu tun, Arbeiten, Beiträge für Uniradio vorbereiten, zur Uni gehen, Radiofabrikfest. Wenn ihr anscheinend keine Mitstreiter für eure Sache braucht… könnt ihr’s auch alleine machen.

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Ein Reply auf Komments mir gegenüber der letzten Stunden

Mein Eintrag über Meine Ansichten zur derzeitigen Grundsatzfrage des studentischen Protests in Salzburg schlägt Wellen. Schon fast 500 Visits nach nur rund fünf Stunden hatte ich noch NIE in meinem Blog, sogar meine beliebtesten Artikel „der Name der Scheide“, „Talk2move“ und „Bürgermeisterwahl in Uetersen“ sind eher kontinuierlich und nicht in einem solchen Ansturm gewachsen. Dabei war vieles einfach reingehauen in die Tastatur, ich habe nicht einmal eine Rechtschreibprüfung gemacht gehabt.

Ich habe viele Kommentare in den letzten Stunden erhalten, die meisten hatten den Tenor, dass man noch nicht aufgeben sollte. Aufgeben will ich auch nicht. Ich will eine Blockade des Hörsaals, in der konstruktiv an der Verwirklichung unserer Ziele sind, die die Verbesserung der Studienbedingungen sind. Da kann man sich gerne auch mit anderen Gesellschaftsgruppen solidarisieren und es ist gut, wenn wir auch solche Solidarisierungen kriegen. Doch: Im Brennpunkt unserer Bemühungen muss meiner Ansicht nach die Situation an der Universität sein. Nur so können wir viele Studierende erreichen und davon überzeugen, dass die Besetzung eben nicht nur reine Schikane für unsere Mitkommillitonen ist, nur so können wir stark in der Öffentlichkeit auftreten, nur so verzetteln wir uns am Ende nicht.

Deswegen sitz ich derzeit vor dem Hörsaal und werde auch nachher mir noch einmal das Plenum anhören. Allerdings kann ich nicht versprechen, dass ich drin bleibe. Das wird die dortige Situation und Diskussion zeigen.

Was mich irritiert hat, war, dass mich ausgerechnet „Studieren statt blockieren“ gelinkt hat. Denn im zweiten Satz meines Eintrags stand doch eindeutig, dass ich die grundsätzliche Besetzung des HS 381 befürworte. Wer studiert, sollte doch lesen können *g*. Aber das habe ich den Mitstudierenden dort auch geschrieben. Mal schauen was die Sandra Pichler darauf antwortet. Und natürlich kann man kein Fazit machen, wenn etwas noch gar nicht zuende ist, das ist ja wohl hoffentlich klar.

Wie sich der Protest entwickelt, hängt von allen ab: Morgen am Montag gibts nunmal die Grundsatzdiskussion über den Weg und die Ziele dieser Bewegung. Und die, die keine Radikalisierung wollen, müssen sich einbringen. Nicht im Facebook oder Twitter mitverfolgen, was geschieht, herkommen, mitreden, sich einbringen, den Leuten zeigen, wie die Studierenden denken! Das ist gefragt, hoffentlich regen dazu meine Beiträge hier an.

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