Wider dem Universitätsgesetz: Anmeldung für Kurse nur nach Inskripierung!

Die Universität Salzburg hat es wohl wieder mal geschafft: Tausende Studierende sitzen verärgert vor dem Computer und lesen einen Newsletter der ÖH, in dem diese am heutigen Tag bekannt gibt, dass wenn man sich für Unikurse anmelden will bereits inskripiert sein muss = bereits seine 16,86 € ÖH-Beitrag gezahlt haben muss.

Von Seiten der Universität gibt es darüber, wie leider normal für deren Informationspolitik, keinerlei Informationen, weder auf der Universitäts-Homepage noch auf Plus-Online, dem Internet-Kurs-Anmeldesystem. Dieses meldet, wenn man sich vor Überweisung der Gebühr bei Kursen eintragen will, nur ein „noch nicht angemeldet“, ohne jegliche Information was zu tun ist (denn „nicht angemeldet“ heisst was anderes denn „nicht inskripiert“, inskripiert ist man auch ohne Einzahlung des Beitrags bis November).

In den letzten zwei Jahren konnte man sich bereits ohne Zahlung der Studiengebühren bzw. des ÖH-Beitrags für Praktika, Seminare und Vorlesungen anmelden, denn das österreichische Universitätsgesetz sieht vor, dass man bis Ende Oktober (ohne Nachfrist) Zeit hat, seine Gebühr zu entrichten. Die Anmeldefristen sind aber zumeist im August oder September, weswegen viele, die erst im Oktober das Geld für die Studiengebühren zusammengekratzt hatten, froh darüber waren, dass man deswegen nicht gleich die Berechtigung, sich an Kursen anzumelden, verlor.

Man konnte, sobald die Daten für das neue Semester eingegeben waren, sehen, an welchem Datum zu welcher Uhrzeit man sich anmelden sollte (denn zumeist 10 Minuten später war es zu spät), und konnte so an der Rallye um Seminar- und Praktika-Plätze teilnehmen.

Jetzt allerdings will die Uni anscheinend durchsetzen, dass die Studierenden möglichst frühzeitig ihre Studiengebühr entrichten und dabei kümmert sie sich anscheinend auch nicht um das Universitätsgesetz und die dort festgelegte Nachfrist. Wer erst im September oder Oktober zahlt, oder gar in der November-Nachfrist (mit 10% Strafgebühr), der kann gleich mal in Urlaub gehen, denn für die Anmeldung bei womöglich wichtigen Seminaren kommt er zu spät. In einer Universität, in der sowieso schon hunderte um 30-40 Seminarplätze kämpfen, ein Unding!

Denn auf Plus-Online sieht man nicht einmal mehr, zu welchem Zeitpunkt die Kursanmeldung stattfinden sollte, womöglich war der Termin im August, aber wer soll das wissen, wenn es da nicht steht, auf den Seiten von Universität und Fachbereich gibt es ebenso keine Informationen und auch die ÖH schwieg leider bis gestern über das Problem. Die News hierzu ist vom 1. September 2009. Somit könnten womöglich hunderte bis tausende Studierende, die von dieser neuen Regelung erst heute durch den Newsletter der ÖH erfahren haben, ein ganzes Studien-Semester verlieren, weil die Universität neue dem Universitätsgesetz widersprechende Methoden bei der Anmeldung nutzt.

Und leider ist es nicht das erste mal, dass Plus-Online die Studierenden im Regen stehen lässt: Bereits 2007 gab es großen Ärger bei der Einführung, da die An- und Abmelde-Zeiträume für sämtliche Kurse, sowohl Vorlesungen als auch Proseminare, Praktika oder Übungen, auf den Zeitraum vom 22. September bis 31. September 2007 gesetzt wurden. Weder die rechtzeitige Abmeldung vor dem zweiten Seminartermin (also rund um den 12. Oktober) noch die nachträgliche Anmeldung bei Vorlesungen (deren Teilnehmerzahl unbegrenzt ist und wo die Anmeldung nur für die Prüfung und den Zugang zum Blackboard wichtig ist) war möglich, Erstsemestrige erfuhren am 5. Oktober, dass sie sich am 31. September hätten anmelden müssen. Das Ergebnis waren Überstunden für die Fachbereichs-Sekretariate, die alle fehlenden Studierenden ins System eintragen mussten.

Dieses Mal wird es wohl zu überfüllten Erstveranstaltungen bei Seminaren, Proseminaren und Vorlesungen kommen, denn wer kann eine Warteliste noch ernst nehmen, die zu einem guten Teil dadurch zustande gekommen ist, dass viele um ihr Recht, sich vor der Zahlung der ÖH/Studiengebühren anzumelden, betrogen wurden. Und verdenken kann man es keinem, denn wer möchte ein Toleranzsemester bei Stipendien und dem Studiengebühr-Erlaß nur dank einer Verwaltungspanne der Universität verlieren?

Betroffene werden deswegen von der ÖH darum gebeten, sich so schnell wie möglich per Email an inskription09@oeh-salzburg.at zu wenden, damit das Problem vielleicht schon vor Oktober gelöst werden kann.

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