Wie ein bluterzeugender Vampir

Merkwürdiger Titel oder?

Nun ja, es ist kein Insider, also nicht im eigentlichen Sinne.

Ich erklär mal kurz: Ich hab in den letzten zwei Tagen den Anime „Karin“ (Cheeky Vampire) mir angeschaut, und zwar von vorn bis hinten, alle 24 Folgen. Und in dem Anime geht es ja, ich hab ja schon mal drüber geschrieben, um die 16jährige Karin Maaka, ein Vampir mit der Mutation, dass sie kein Blut saugt, sondern Blut vermehrt und somit in ihrer Familie quasi ein Außenseiter ist, aber halt auch etwas in der realen Welt, denn es darf ja keiner erfahren, was sie ist.

Und naja, dass ich den in zwei Tagen durchgeschaut habe, hat nicht nur den Grund, dass er recht gut ist, sondern dass ich mich irgendwie ein wenig wie in der Position der Karin Maaka fühle. Sprich in der Außenseiterrolle.

Bei ihr ist es die Sache, dass sie kein normaler Vampir ist, bei mir halt, dass ich halt als Mensch irgendwie nicht der „Normalfall“ bin. Ich will das jetzt nicht komplett auf meine Schilddrüse hin ausrichten, denn die ist ja nur ein Teilproblem davon, vielleicht begünstigt meine Erkrankung mein Verhalten, aber, wie sagte doch der Endokrinologe (Facharzt für hormonelle Erkrankungen): Ein Teil ist sicher Teil der Persönlichkeit.

Und meine Persönlichkeit kommt nicht gut an. Das weiss ich, auch wenn einige ja meinen, ich würde mein „Fremdbild nicht kennen“. Ich weiss sowohl was ein Fremdbild ist, und ich weiss auch, dass ich für so manchen sehr anstrengend bin, zu nervig, oftmals zu „distanzlos“ (wobei ich manchmal nicht wiess, wieviel Distanz man denn noch wahren soll, ohne (bildlich gesprochen) im Gebäude aus dem Fenster zu fallen. Ich weiss, dass ich öfters mal absoluten Bockmist mach, mich unpassend verhalte und ähnliches.

Doch, und das ist das Problem, und ob es aus mangelnder Erfahrung oder aus mangelndem Verständnis sein, weiss ich nicht: Ich merke oft erst wenn im Nachhinein, wenn ich was falsch gemacht habe. Dann ist mir das natürlich total peinlich, aber leider zählt ja heutzutage immer nur der erste Eindruck 😦 Und da ist es dann dumm, wenn jemand wie ich da ist, der quasi erst durch Ausprobieren (wenn man ihm nicht vorher genau erklärt, welche Distanz erwartet wird) herausfinden muss, was nun richtig und was falsch ist. Wenn mir jemand sagt „Sei ruhig“, bin ich es. Ich kann ruhig sein, auch wenn ich gerne und viel rede.

Mein Problem ist halt: Ich möchte fast immer gerne mitreden können bei Dingen. Das hat nichts damit zu tun, dass ich mich groß wichtig machen will (auch wenn ich gerne bedeutsamer wäre als ein kleiner nichtsnutziger Student), sondern dass mich sehr viel interessiert. Und das und so manches andere was ich mach nervt…

Nun ja, und da ist das Problem: Ich versuche wirklich, mich zurückzuhalten, mich zu drosseln und so. Vor allem in Situationen, in denen ich das Gefühl habe, sonst schlecht anzukommen. Doch oftmals drossele ich mich wahrscheinlich nicht genug (merken tu ich das ja höchstens nachher, wenn die Kritik wieder losgeht). Oder ich habe das Gefühl, dass ich in der bestimmten Situation mich nicht zu sehr drosseln muss (und ewig drosseln kann ich mich auch nicht). Fast wie Karin-Chan, die auch nicht komplett kontrollieren kann, wann bei ihr das Nasenbluten losgeht.

Viele denken dadurch mit Garantie: Der ist sicher total abgedreht usw. … nein, ich bin dadurch innerlich eher total eingeschüchtert. Ich hatte in den ersten Wochen beim ORF Praktikum echt Angst alles falsch zu machen und nur schlecht anzukommen (und trotzdem bin ich das 😦 ), ich hab schon Angst vor Ablehnungen, wenn ich nur an das Schreiben von Bewerbungen denke, da ich meist bis zum Bewerbungsgespräch komme, aber dann mit „Sie sind nicht für uns geeignet“ trotzdem nicht genommen werde. Ich bekam sogar schon zu hören, dass ich nicht genommen werde, eben weil man wisse, dass ich recht anstrengend bin (danach hab ich mich dann fast 2 Monate nicht in die Redaktion der Radiofabrik reingetraut), und jeder sagt mir, dass ich mehr an mir arbeiten solle.

Nur das ist ja das Problem: Ich versuche an mir zu arbeiten, ich versuche es, aber egal wie sehr ich es versuche, egal wie sehr ich versuche, die Rollen, in die man mich drängen will, hineinzukommen, weil es mir das Leben erleichtern würde, ich schaffe es nicht. Ich spüre ja, dass ich dann nicht so bin wie ich gerne wäre. Und ich will nicht deswegen den Leuten gefallen, weil ich so bin, wie sie mich gerne hätten. Ich will denen gefallen, weil ich so bin, wie ich bin.

Wobei ich eh bis heute nicht genau weiss, was ich bin 😦 Ich bin 25, fast 26, und weiss es nicht. Ich weiss eigentlich nur eines: Der Ort, wo ich mich am sichersten fühle, wo ich am meisten das Gefühl habe, dass ich es kann, ist im Studio der Radiofabrik. (Wobei: Wahrscheinlich denkt mancher Hörer (außer meinen Bekannten und meiner Familie) eher „wieso tut er sich das an, seine Stimme ist nicht gut,“ (ich quietsche 😦 ), „seine Berichte sind meist merkwürdig und mag er die Musik die er spielt?“.) Ich könnte theoretisch stundenlang da sitzen bzw. stehen und Sendung machen, es würde mir nichts ausmachen. Obwohl ich dafür nicht einmal was kriege.

Nur dann schau ich mir die Lebensläufe von den bekannteren Moderatoren und Journalisten und Schauspielern an und ärgere mich über mich selbst: Denn als ich Jugendlicher war habe ich all das nicht gemacht, was anscheinend für eine erfolgreiche Karriere nötig ist, ich spiel kein Instrument, ich war nie in einer Theater-AG oder in einer Band, ich war nicht bei irgendeiner Zeitung oder so, ich war nix von alledem, wo ich das Gefühl hab, dass es anscheinend wichtig gewesen wäre…

Ich saß meist nur zuhause (ich sitz auch heutzutage oft genug alleine im Studentenheim, nebenbei) am PC und hab vor mir hingetippt und mir neue Ideen für Acme.Rad1o ausgedacht. Internet hatte ich allerdings nicht, auch wieder ein Nachteil. In den Jugendzentren der Stadt war ich nie, denn da waren meist Leute, die mich kannten bzw.von mir gehört hatten und mich deswegen bereits als Freak abgestempelt hatten. Gut, mit 15 war ich mal befreundet mit ein zwei Leuten aus der Straße, aber nach einiger Zeit passte ich dann nimmer dazu und war wieder weg vom Fenster. Sprich groß „Soft Skills“ lernen geschah nie 😦

Nebenbei fällt mir grade auf (nach 1000 Worten), dass ich irgendwie immer noch kaum die Gemeinsamkeiten von mir und Karin aufgezählt hatte, die der Grund dafür waren, wieso ich zwischen Folge 23 und 24 echt Angst hatte um sie (um eine Animefigur… sagte ich schon dass ich nicht ganz normal bin?):

– Sie ist irgendwie auch Außenseiterin, auch wenn sie es nicht sein möchte. Wobei es bei ihr deswegen ist, weil sie natürlich nicht sagen kann, wieso sie ewig Nasenbluten hat… bei mir ist es durch meine Art, wieso sie (z.T.) kommt, kann ich ja sagen… helfen tut es aber auch wenig

– Sie fühlt sich auch oft allein in der Welt. Klar, wer Außenseiter ist, egal ob eisenverschuldet oder fremdverschuldet, ist relativ allein.

– Sie versucht auch alles für die zu tun, die ihr was bedeuten und macht sich total viele Gedanken um diese

– Sie hat einen Freund (auch wenn sie es sich weigert zu akzeptieren), für den sie alles tut (aus Liebe natürlich)

– Doch auch bei ihr und ihren Freund gibts viele Problemchen, bei mir ist es vor allem, dass IKEA bescheuerte Arbeitszeiten hat (hier darf ichs ja schreiben), bei Karin ist es, dass sie ausgerechnet auf das Unglücklichsein von Kenta mit Nasenbluten reagiert

– Ihre Familie würde alles für sie tun (meine natürlich auch für mich), kann es aber nicht (normale Vampire können schließlich nur in der Nacht rausgehen, sie haben so empfindliche Haut, dass sogar die Engländer von ihnen beneidet werden)

– Naja, und da ich halt sehr mitfühlend bin (was auch wiederum viele nicht glauben, weil ich öfters sehr verletzend sein kann), wie sie auch (zumindest was Kenta angeht, ist ja klar, ihn glücklich machen bedeutet kein Nasenbluten), liefen sogar Tränen beim Ende von Folge 23… (Nebenbei, bei anrührigen Szenen passiert mir das öfters, ich bin (was ich auch versuche zu verstecken) sehr nah am Wasser gebaut)…

Mmmmh, also da spätestens jetzt eh alle mich als hoffnungslosen Freak abgestempelt haben, der sich mit einem Anime-Vampirmädchen vergleicht, sag ich denn mal Ciao bis zum nächsten Post…

(Und nur als Warnung: Beleidigende Postings mache ich nicht frei :P)

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Veröffentlicht in Acme.Anime, Acme.Mix. Leave a Comment »

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