AUA – Aktuelle Unfälle Austria – 27. Februar 2009

Guten Abend meine Damen und Herren zu den Aktuellen Unfällen Austria, genannt AUA.

Auch heute präsentieren wir ihnen die besten Fehltritte des heutigen Tages in Österreich.

Den Anfang macht dabei der dritte Nationalratspräsident Martin Graf (FPÖ). Frei nach dem Motto „Ich habe nichts rechtswidriges getan“ (seine Angestellten ja seiner Ansicht auch nicht, das Bestellen bei rechtsradikalen Versandshops ist ja „Privatsache“) hat er den Immunitätsausschuss des Parlaments darum gebeten, dass sie vorübergehend seine Immunität aufheben, damit ein Gerichtsverfahren wegen Untreue und Gläubigerbegünstigung (in österreichisch „fahrlässige Krida“) gegen ihn begonnen werden kann. Martin Graf hatte im Jahr 2006 320.000 Euro bei seinem Ausscheiden aus der ARC Seibersdorf erhalten, obwohl diese hochdefizitär war. Er selbst bestreitet den Vorwurf, obwohl auch der Rechnungshof die Zahlungen an ihn als nicht gerechtfertigt kritisiert hat. Der Immunitätsausschuss hat gestern darum seine Immunität aufgehoben, und das einstimmig. Und Martin Graf hofft jetzt wohl, dass er nicht am Ende wie damals Christoph Daum mit seiner Haarprobe sich selbst ins Abseits geschossen hat.

Ebenfalls Sinn für Humor beweisst Hubert Gorbach (ehemals BZÖ). Der ehemalige Vizekanzler und Infrastrukturminister unter Wolfgang Schüssel hat sich jetzt mit 20 Prozent bei einer Firma namens „Supergau GmbH“ beteiligt. Die in Frastanz (Vorarlberg) ansässige Firma ist nach Angaben von Gorbach ein „internationaler Markler, der Firmen bei der Optimierung ihrer Versicherungspolizzen berät“, was gut zu seiner eigenen Firma „Gorbach Consulting GmbH“ passen würde. Wenn man sein politisches Leben betrachtet, passt die Firma aber natürlich auch zu seiner eigenen Karriere wie die Faust aufs Auge. Ob am Ende die Firma doch ihrem Namen alle Ehre macht und Gorbach einen Supergau erleidet… wir sind gespannt.

Peter Westenthaler (BZÖ) hat sich ebenfalls wie die Grüne Fraktion einen Ordnungsruf eingehandelt: Er bezeichnete den Grünen Klub als „parlamentarische Schlepperbande“. Die Grünen präsentierten ein Plakat, wo „FPÖ selbst ein Fall fürs Kriminal“ drauf stand, als Anspielung auf die Angstmacherpolitik der Freiheitlichen. Aber vielleicht tut Peter Westenthaler ja den Grünen Unrecht: Denn wären diese wirklich eine parlamentarische Schlepperbande, könnten sie wenigstens osteuropäische Arbeiter herankarren, die billig bei der Reparatur des Parlamentsdaches helfen. Dieses ist nämlich leck und brüchig.

Wie man ökonomisch klug Gelder investiert, haben wahrscheinlich die Entführer von Wolfgang Ebner und Andrea Kloiber, die die Halleiner im letzten Jahr über 250 Tage gefangen gehalten haben, bewiesen. Jetzt wurde nämlich in Mali eine Waffenlieferung aufgehalten, die wahrscheinlich an die „Al Qaida im Islamischen Maghreb“ (AQIM) geliefert werden sollte. Nach Aussagen der mit der AQIM verfeindeten Tuareg-Rebellen stamme das Geld für diese Waffen aus dem Lösegeld, das Österreich für die Befreiung der beiden Geiseln gezahlt hatte. Auch wenn die Regierung bis heute behauptet, dass kein Geld geflossen sei. Und obendrein sei es schon die dritte Lieferung gewesen. Inzwischen wurden wieder Geiseln durch die AQIM genommen, sprich bald gibt es dann sicher neues Geld aus Europa. Da sage noch mal einer, Terroristen hätten keine Ahnung von guten Investitionen 😉

In der Steiermark wurde eine Art modernes Shakespeare-Stück aufgeführt: Der 19jährige Romeo hatte die 13jährige Julia im Schwimmbad kennen gelernt und wurde mit ihr intim. Dabei erwischte sie die Mutter des Mädchens, die den Jungen daraufhin wegen schwerem sexuellen Mißbrauchs anzeigte. Doch die Richter hatten ein Erbarmen vor dem geständigen Teenager: mit nur 3 Monaten auf Bewährung wurde er bestraft, da nach Ansicht des Schöffensenats „niemand ausgenutzt“ worden sei. Eigentlich beträgt die Mindeststrafe im Fall des schweren sexuellen Mißbrauchs 6 Monate. Ob die beiden Jugendlichen noch ein Paar sind, ist nicht bekannt. Zumindest blieb ihnen aber der obligatorische Gifttrunk im 5. Akt erspart.

So einfach davonkommen wird ein 31jähriger Vorarlberger allerdings nicht: Im Stile eines MacGyver war er am Donnerstagabend gegen 23:30 Uhr in ein Einkaufszentrum in Feldkirch eingebrochen. Dafür hatte er eine Art Treppe aus Bierkästen gebaut, mit der er aufs Dach des EKZ gelangte. Dort schlug er ein Fenster ein und löste damit stillen Alarm aus. Beim Abseilen stellte er sich besonders dumm an und fiel auf den Kopf, wodurch er eine stark blutende Kopfwunde bekam. Doch egal: Er versuchte den Bankomaten des Einkaufszentrums zu knacken, während vor der Tür bereits die Polizei vorfuhr. Und nachdem er mit seinen Aufbrechversuchen gescheitert war, schlich er sich ins Klo, machte eine Zigarette an und wurde dort dann aufgegriffen. Auf alle Fälle also ein Kandidat für den Preis des „dümmsten Verbrechers des Jahres“.

Am Mittwoch wurde ein 44jähriger Deutscher in Montafon von einer Lawine erwischt. Zu seinem Glück konnte er sich ein Luftloch graben und hatte Handyempfang. Nachdem er bei der 144 abgeblitzt und zur 140 umgeleitet worden war, konnte er die Retter darüber informieren, wo er zu finden sei. Und während diese noch dabei waren, ihn auszugraben, griff er sich in die Jackentasche und genehmigte sich dann einen guten Schluck seines mitgebrachten und jetzt natürlich gut gekühlten Weißbiers.

Normalerweise sagt man ja, dass ein Mann schon mit einer Ehefrau genug gestraft ist. Ein Bosnier scheint aber besondere Lust am Elend zu haben: Er hat nach Ansicht der Staatsanwaltschaft gleich zwei Gattinnen. Eine in Bosnien, eine in Salzburg. Der Salzburgerin hatte der 30jährige gesagt, dass er geschieden sei. Ob er in Bosnien noch rechtskräftig verheiratet ist, muss jetzt die dortige Justiz klären. Und wie man es mit gleich zwei Schwiegermüttern aushalten kann, wird sicher ein Geheimnis des Bosniers bleiben.

Zum Sport: Bei den österreichischen Skifahrern im tschechischen Liberec wurde eingebrochen. Beim Teambus der Mannschaft schlugen gegen Mitternacht Unbekannte das Seitenfenster an der Fahrerseite ein. Doch sehr erfolgreich waren sie nicht: Sie klauten nur den Monitor vom Navi, obwohl wertvolle Geräte wie Ipods im Bus lagen. Und mit dem Monitor alleine können sie gar nichts anfangen, denn den dazugehörigen Computer klauten sie nicht.

Freuen konnte sich der Gewinner der Vier-Schanzen-Tournee Wolfgang Loitzl: Er hat einen Liebesbrief seiner Frau Marika bekommen. Sie wünschte ihm natürlich alles gute in Liberec und informierte übers Wetter in Bad Mitterndorf („versinkt im Schnee“). Ob es dem 29jährigen was bringt, werden wir sehen: Nachdem er am 21. Februar schon auf der Normalschanze gewonnen hat, ist er nach dem ersten Durchgang derzeit sechster. Ob er doch noch eine Medaille bekommt, wird sich gleich im zweiten Durchgang entscheiden.

Das waren die AUA-Nachrichten. Wir danken Ihnen fürs Lesen, einen schönen Freitag noch.

Nachtrag: Soeben wurde bekanntgegegen, dass der zweite Durchgang beim Großschanzenspringen abgebrochen wird und der erste Durchgang zählt. Damit ist Wolfgang Loitzl sechster.

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