Gedanken übers Radio

Auch diesen Monat möchte ich euch nicht meine Gedanken zur Nacht ersparen. Wobei ich denke, dass die meisten Leser froh sind, endlich wieder mal einen Artikel von mir zu lesen, denn anders als normal habe ich ja diesen Monat glatt den „Nachbericht“ zur Februarsendung ausgelassen. Ich werd die Playlist noch nachreichen, keine Sorge.

In diesem Artikel gehts zwar auch um Radio, aber doch eher allgemein. Und als Einstieg dazu nehme ich mal den heutigen Aktionstag der Radiofabrik.

Heute am 18. Februar (ich habe noch nicht geschlafen, also ist für mich noch immer Mittwoch :D) gab es auf der Radiofabrik kein normales Programm, sondern nur Jingles und Statements. Das hatte ein Grund: Die Radiofabrik möchte so aufmerksam machen, dass wir unbedingt mehr Geld brauchen, wenn nicht zum Jahresende erste Kürzungen beim bestehenden Personal gemacht werden sollen. Und natürlich wollen wir auch mehr Geld, um uns zu erweitern, sprich neue Sender für den Pongau und Pinzgau und vielleicht auch einen TV-Sender, so wie es ihn mit Octo bereits in Wien gibt.

Dafür hatten wir heute einen Infostand auf dem Platzl (für Nichtsalzburger: Das ist der Eingang zur Linzer Gasse an der Staatsbrücke, einer der zentralen Plätze in Salzburg), von dem aus wir das heutige Programm abstrahlten und zeigten, wie viele Menschen hinter der Radiofabrik stehen (wer es auch tun will: unter petition.radiofabrik.at könnt ihr eure Solidarität zeigen, so wie bereits über 2000 Salzburger und Nichtsalzburger es getan haben).

Warum ist die Radiofabrik denn unterstützenswert?

Ganz einfach: Aufgrund der Struktur der Medien in einer kapitalistischen Gesellschaft sind der öffentlich-rechtliche Rundfunk und der Privatfunk in bestimmten Strukturen gefangen: Der ÖRR ist stark von den jeweils regierenden Parteien abhängig, da diese die Gebühren festlegen, der Privatfunk von der Wirtschaft, die entscheiden, auf welchem Sender sie werben und auf welchem nicht. Dadurch sind beide Senderarten dazu gezwungen, möglichst viele Hörer zu kriegen, um kraftvoll gegenüber den Politikern und der Wirtschaft auftreten zu können. Und das bedeutet, dass das Programm beider Senderarten sehr mainstream sein muss. Sicher, gut gestellte Sendergruppen, vor allem öffentlich-rechtliche, können sich Special-Interest-Sender wie Ö1 (Klassik- und Infosender) oder FM4 (Rocklastiger Jugendsender) leisten. Doch auch hier gilt: Es muss immer der Mehrheitsbevölkerung gefallen.

Bei der Radiofabrik ist das etwas anders: Es ist gar nichts schlimmes, wenn wir dem Massengeschmack gefallen. Doch die Radiofabrik muss es nicht: Sie hat keine Werbung im Programm und ihrem Konzept als Bürgerradio, das auch gerade Minderheiten berücksichtigen will, kann sich kein Politiker ernsthaft verweigern, nicht einmal die vom rechten Rand. Denn gerade so kann die Radiofabrik etwas erreichen, was die anderen Medienunternehmen durch die kapitalistische Struktur der Gesellschaft, in der die Sender überleben müssen, nur eingeschränkt können: Die Idee der Presse- und Meinungsfreiheit, nach der jeder Bürger das Recht und die Möglichkeit haben sollte, seine persönliche Meinung zu verbreiten, zu verwirklichen. (Natürlich gibt es auch bei der Radiofabrik Grenzen, sowohl durch Gesetze als auch dadurch, dass der Tag nur 24 Stunden hat und somit, wenn jeder Salzburger und jede Salzburgerin immer seine Meinung verbreiten wollte, für diese nur eine halbe Sekunde pro Tag zur Verfügung stehen würde.)

Auf einem Sender wie dem ORF würden Sendungen wie Artarium, Acme.Tour, die Sendung der Lebenshilfe Salzburg oder auch Don’t Spook the Horse nicht gesendet werden, auf Antenne und Co. auch nicht, da sie dem Massengeschmack nicht entsprechen würden. Und Acme.Rad1o selbst gibt es ja leider nur auf dem Papier.

Deswegen ist es gut, dass der heutige Aktionstag sehr erfolgreich war, viele Salzburger, die bisher noch wenig von uns gehört haben, haben in den 4 Stunden, in denen wir aktiv waren, für unsere Sache unterzeichnet, viele Radiomacher haben sich gezeigt und ich durfte sogar der „TV-Reporter“ für unsere Radiofabrik-Homepage sein (danke dafür an unseren Kameramann, der ORF sieht so mal, was er verpasst 🙂 .)

Somit bleibt eigentlich nur zu sagen: Unterstützt die Online-Petition für die Radiofabrik! und hört uns auch mal öfters.

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