Ein anstrengender Reportertag geht zuende

So, endlich daheim, um 4:38. Das es solange dauern würde, hätte ich nicht gedacht. Gut, dafür habe ich auch viel erlebt heute am Tag des Radiofabrikfestes, zu dem ich um ca. 14 Uhr gestartet bin.

Erstmal bin ich zum Bahnhof rüber und habe dort ein Baguette und ne Cola geholt und bin mit dem Bus zur ARGE gefahren. Da ich wie üblich viel zu früh da war, konnte ich dort mich noch etwas entspannen und meine Cola im Hinterraum der Radiofabrik austrinken und auch mein Aufnahmegerät fertigmachen.

Dann um 15 Uhr 30 ging es los mit der Begrüßung der anwesenden Gäste (8 an der Zahl) durch Geschäftsführer Alf Altendorf und Bürgermeister Heinz Schaden, der der Radiofabrik einen Stadtzuschuss von jährlich 52000 Euro als Fixum geben möchte. Ein Interview mit ihm habe ich allerdings nicht bekommen, da mir leider so schnell keine Frage einfiel. Und nebenbei hat er auch vergessen, sich ins Gästebuch einzutragen 😉

Danach ab 16 Uhr war ich für eine Art wie ein typischer 37° oder auch Spiegel-TV-Reportage-Reporter unserem französischen EU-Freiwilligen Felix bei seinem Kinderworkshop gefolgt, mit Mikro und Kopfhörer und so. Danach war etwas Leerlauf, doch gegen 17:30 hatte ich dann mein erstes richtig großes Interview:

Ich habe Alexander van der Bellen interviewt. Das ist, für unsere deutschen Leser, der Bundesvorsitzende der Grünen von Österreich, also vergleichbar mit Claudia Roth oder früher Joschka Fischer. Und das zwei Tage vor Wahltag, dieses Glück haben nur wenige „Journalisten“ 🙂

Nach diesem Ereignis musste ich Felix helfen: Da es keinen guten CD-Spieler in der mongolischen Jurte, die vor der ARGE aufgebaut war, gab, musste ich mit einem unserer Edirol-Aufnahmegeräte den DJ für sein Märchen spielen. Ein sehr interessantes Märchen, auch wenn ich es nicht so ganz verstanden habe.

Danach führte ich noch Interviews mit einem Punk, der gar nicht punkmäßig aussieht (wenn man dem Klischee nachgeht), aber dieses in seinem Kopf und Herz ist (so seine Aussage), und mit einem HIV-Positiven, der uns von seiner Geschichte und der Behandlung der Gesellschaft ihm gegenüber berichtete. Ein Thema, das mir als Schilddrüsen-Kranken natürlich etwas näher ist (wenn auch nur sehr wenig näher) denn den „gesunden“ Menschen.

Danach gings dann in die richtige Feier, es kamen auch immer mehr Leute und das Team der Radiofabrik stellte sich vor. Und ich wurde langsam aufgeregter, denn (nach Plan um 22:45, am Ende um 23:15) war der für mich eigentlich wichtigste Termin: Die Verleihung des Radioschorsch 08, also des Preises für die beste Radiosendung des Jahres, einen Preis, den neben mir auch noch das Artarium und Hollaradio haben wollten.

Ich hatte dafür auch alle möglichen Unterstützer mobiliert: Stefan, Bernhard, Thomas, Björn, Alison. Nur: Artarium hatte mehr. Und Hollaradio auch. Am Ende lag ich mit 13,5 Dezibel hinter Hollaradio mit 15,5 und dem Artarium mit 16 Dezibel (also auf der Skala, die wir beim Radio benutzen, die geht von -20 aufwärts bis unendlich, die 0 ist dabei der „Idealwert“.)

Aber: Es haben viel mehr Leute applaudiert und gejubelt als ich erhofft oder gar gedacht hatte, und dafür möchte ich allen die für mich applaudiert haben sehr danken. Ich sehe es so: Ein dritter Platz unter den Nominierten ist bei so vielen verschiedenen Sendungen schon ein riesiger Erfolg.

Ich bekam auch von vielen Glückwünsche zu hören, und mit dem Radiomacher Norbert K. Hund vom Artarium habe ich mich über eine Stunde unterhalten, mal schauen, ob am nächsten Samstag viele meine Sendung hören.

Es gab zwar ein kleinen „Zwischenfall“, Mißverständnis, wie man es auch nennen mag, mit einem Angetrunkenen, doch ansonsten verlief der Rest des Festes sehr ruhig, um ca. 1 Uhr wurden die Testwahlergebnisse vorgelesen, danach kam in der linksalternativen ARGE die Grünen 47%, die SPD 16%, das LIF 17%, die KPÖ 10% und die restlichen Parteien, auch die Schwarzen, Blauen und Orangenen, alle 1-2%.

Und danach habe ich dann das Aufnahmegerät eingepackt, die Daten auf den Server gespielt und noch etwas Techno/Trance im ARGE-Saal gehört, wo mir auffiel, dass auch heute noch die Trance-Künstler nach uralten Mustern ihre Musik gestalten, in Rondeaus, Scherzos, Sonaten usw. Und auf dem Nachhauseweg musste ich dann noch 3 angetrunkene Engländer zum Lasserhof führen.

Alles in allem also ein anstrengender Tag. Wirklich.

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2 Antworten to “Ein anstrengender Reportertag geht zuende”

  1. Ina Sierk Says:

    Herzlichen Grückwunsch zu deinem 3. Platz. Es war ja schon ein Erfolg, überhaupt dabei sein zu können. Und so weit liegen die Meßergebnisse nicht auseinander.

  2. saschap Says:

    Da hast du recht, Georg Wimmer hat mir gesagt, im letzten Jahr war der Wert des Siegers bei 13,0 Dezibel 😉

    Ach so, und apropos Idealwert: Damit ist gemeint, dass der Dezibelwert immer so um die -2 bis +2 Dezibel schwanken sollte beim Radio. Wenn ich in meiner Sendung einen 14Dezibel-Wert hätte und das über längere Zeit, würde sicher jeder abdrehen, da es total übersteuern würde (das klingt dann so ähnlich wie wenn ich das Mikrofon zu nahe halte.)


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