Das typische „Student vs. Nichtstudent-Gespräch“

Viele Studierende kennen das sicher, ich kenn es auch zur Genüge. Man unterhält sich ganz nett mit seinem Nachbarn. Kommunikation ist ja ein Grundbedürfnis des Menschen, sei es an der Bushaltestelle, im Hörsaal oder während des Sex (ernsthaft, oder wollt ihr das Gefühl haben, mit einer Leiche zu schlafen? Wahrscheinlich für alle Nicht-Negrophilen sehr unerregend.)

Spricht man dabei mit Unbekannten, kommt irgendwie immer ein sich stark ähnelndes Gespräch heraus, dass man sich als Student manchmal schon fragt: Wieso trage ich nicht einfach ein Namensschildchen mit mir herum?

Der Student setzt sich also neben den Nichtstudenten.

Student: „Hallo.“
Nichtstudent: „Hallo.“

Entweder es geschieht nichts oder es entwickelt sich ein Gespräch über irgendwas, sei es ein Zeitungsartikel oder dass die Bahn/der Bus zu spät kommt oder so.

Irgendwann fällt dann dem Gegenüber auf: Mom, der spricht kein Österreichisch. Und so kommt es dann zur ersten Frage:

Nichtstudent: „Was machen Sie eigentlich in Salzburg?“
Student: „Studieren.“
Nichtstudent: „Aha, was denn?“
Student: „Politik und Kommunikation.“

Spätestens hier steigt die Hälfte der Nichtstudenten aus, die andere Hälfte geht weiter:

Nichtstudent: „Aha, dann wollen Sie später Politiker werden?“
Student: „Nein, eher Journalist.“

Wer da mit „Ja“ antwortet, kann zu 90% damit rechnen, dass sich der Gesprächspartner wortlos wegsetzt. Ernsthaft. Es verwundert echt nicht, dass die meisten Politiker als Grund für den Eintritt in die Politik entweder: „Eltern“ oder „bin reingeschlittert“ angeben und nie „Karrierepolitiker“. 😀

Nachdem man mit Journalist aber auch viele abgeschreckt hat (denn wer traut schon einem Journalisten in Zeiten von Krone und BILD?), versuchen es die letzten noch mal:

Nichtstudent: „Sie kommen aber nicht aus Salzburg, oder?“
Student: „Nein, aus Hamburg.“

Nun geschieht etwas sehr merkwürdiges. Zum einen merkwürdig, da die Österreicher ja eigentlich was gegen Deutsche haben, zum anderen aber, dass sich plötzlich die Stimmung des Nichtstudenten merklich steigert:

Nichtstudent: „Ach, Hamburg, eine schöne Stadt, ich war da mal vor einigen Jahren.“
Student: „Joa ist schon ok, die Stadt.“
Nichtstudent: „Und wieso studieren Sie nicht in Hamburg?“

Die Frage ist meist nicht einmal böse gemeint, sondern einfach nur reine Neugierde, viele Nichtstudierende kennen weder das eigene, geschweige denn fremde Universitäts-Systeme, nicht verwerflich, ich weiss auch nicht wirklich, wie man eine Geschäftsbilanz erstellt oder eine Schraube drechselt.

Student: „Freundin und weil es in Deutschland nicht ging.“

Und auch hier wieder eine Verzweigung: Die einen sind nämlich nun befriedigt, was ihre Neugierde angeht (es ist interessant, wie leicht man Menschen glücklich machen kann), die anderen wechseln jetzt das Thema, oder fragen höchstens nach:

Nichtstudent: „Ach so, wieso ging es denn nicht?“
Student: „Naja, in Deutschland braucht man einen Notenschnitt von Eins Komma Irgendwas.“

Das versteht anscheinend jeder, denn Sprüche von wegen „Wieso nicht mehr angestrengt“ habe ich noch nie bekommen.

Das Erschreckende: Theoretisch kann JEDER, wirklich JEDER Studierende mit einem Nichtstudierenden eine solche Konversation führen. Er muss nur jeweils sein Fach und Herkunftsort einsetzen (und liebe Damen, nehmt es mir nicht übel, dass ich nicht StudentIn geschrieben habe, aber ich weiss nicht aus eigener Erfahrung, ob eure Gespräche genauso sind als die der Männer 😉 ), und die „Abbrecherquote“ beim Gesprächsverlauf ist anders (Mediziner werden länger belabert, Juristen kürzer, da reicht es meist nur bis zum „Jus“, bei den Naturwissenschaften ist das folgende Thema meist irgendwas biologisches (auch bei Physikern, Chemikern und Mathematikern :D), und Informatiker stoßen bei Menschen über 30 ab.)

Und was zeigt einem diese Erkenntnis? Wen du als Studierender mal NICHT reden willst, hänge dir einfach ein Schild um, wo draufsteht:

Student
Fach
Herkunftsort
Grund für Studium
Link zu saschap.wordpress.com
(um zu erklären, wieso ihr ein Schild vorm Bauch tragt :D)

Für mehr interessiert sich keiner.

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