Wieder in Salzburg

Einige meiner Hörer werden sich sicher gewundert haben: Wieso hab ich mir das eigentlich angetan und jemanden interviewt, der einen Großteil des Interviews dafür nutzt, mich zu verarschen? Ganz einfach, ich hatte nicht mehr Material, im August wäre außer den Festspielen, die der ORF bereits abgrast, kein Thema da gewesen.

Denn glaubt mir, ich mag es auch nicht, wenn man mich ewig zu verarschen versucht. Egal ob das jemand unbekanntes oder ein Studikollege tut. Gegen ein wenig Lästern habe ich ja nicht, aber was mich ankotzt, ist, dass ich vor allem im Studentenheim bei einigen wohl als das Idealopfer gelte. Kann ja mal einige Beispiele bringen, um zu zeigen, was ich meine:

Mitte Juli war mein Vater hier und an einem Samstag waren wir in München gewesen, Stadt anschauen und so, und sind gegen 22 Uhr wieder in Salzburg angekommen. An dem Tag war ich dann am Abend recht müde und wenn ich müde bin, kann ich nicht mehr gut gelaunt sein. Irgendwann gegen 23 Uhr riefen dann Thomas und Stefan und Georg ausm Zweiten bei mir an und meinten, ich solle doch mal runterkommen.

Bin ich also runter, ka, vielleicht wollen die ja was wichtiges. Doch was wollten sie? Genau weiss ich es bis heute nicht, denn begrüßt wurde ich mit der Frage, was ich denn in der Küche wolle, und dann spielte Thomas irgendwelche Vogel-Töne vor… seeeeehr langweilig…

Da ich weiss, dass Männer kaum Empathie besitzen, habe ich mich auch extra gelangweilt und schlecht gelaunt gezeigt, war ja kein Problem, ich war es ja auch. Aber interessiert hat es die überhaupt nicht, statt dessen meinten sie noch, mich andauernd irgendwie verarschen zu müssen. Darauf hab ich gar nicht mehr reagiert, doch gecheckt haben die das nicht.

Irgendwann wurd‘ es mir dann zu bunt, als Thomas im Zusammenhang mit kämpfenden Affen irgendwas von „Sind ja auch deine Familie“ anschnitt. Ich bin dann einfach mit den Worten: „Also jetzt reicht es, ihr könnt mich mal“ aus Georgs Zimmer gegangen in die benachbarte Küche. Doch denkt ihr, die wären dann, wie man es doch eigentlich tut, mal kurz in die Küche gekommen und hätten gefragt, was ist?

Nein, denen war das scheiss egal, und im Gegenteil, als ich dann von mir aus mich gegenüber zwei anderen in der Küche darüber beschwerte, dass mich dieses Verhalten ankotzt, wurde ich von Stefan sogar noch angeflaumt, was ich mir erlauben würde, beleidigt und verärgert zu sein…

Auch schön, ein kurzer Fall: Thomas rief hoch und fragte, ob ich mit zum Fussballspielen radeln möchte… Ich meinte zuerst, weil es bei meiner Seite regnerisch aussah: „wird doch bald regnen“. Er so: „Schau mal bei der anderen Seite raus“… hab ich gemacht, gut, sah da nicht nach Regen aus, bin also wieder ins Zimmer, wollte mich fertigmachen, da radelt der mit Georg einfach los, ohne was zu sagen. Soviel zu dem Angebot, ob ich mit fahren möchte, woher soll ich denn wissen, wo die hinradeln…

Oder ein anderer Fall: Ich hab ja mehrfach für WA-TV hier im Blog geworben, und eigentlich fand ich die Idee auch gut, also die dass ich irgendwelche Begriffe kriege, die ich dann erklären darf. Wir hatten auch schöne Begriffe gehabt, gab einige Dinge, die richtig lustig waren, z.b. Begriffe wie Europass. Doch welche Ausschnitte von den die wir aufgenommen haben sucht sich Arne raus?

Nur die, in denen ich entweder etwas falsch gemacht habe, oder wo ich nicht wirklich was sinniges gesagt habe, oder gar solche, um sich selbst zu profilieren und mich schlecht dastehen zu lassen (er wurde dafür kritisiert, dass er zu häufig ähs sagen würde, was ist? In der nächsten Folge kommt ausgerechnet ein Beitrag, in dem ich mich auch verhaspele, einer von vielleicht dreien insgesamt, wo mir das passierte). Bei den letzten Folgen von WA-TV saß ich nur noch vorm Bildschirm und hoffte: Hoffentlich hat er nicht schon wieder irgendeinen peinlichen Ausschnitt benutzt (zwischendurch war ich auch am Überlegen, ihm die Bildrechte wieder zu entziehen und das Projekt von meiner Seite für gescheitert zu erklären.)

Und jetzt will er ja für sein neues Webprojekt wieder ähnliches von mir, doch ich bin sehr stark am Überlegen, ob ich nicht nein sagen sollte, denn wenn er IN DER SENDUNG (habs extra nicht rausgeschnitten) meint „das ist so wie in deiner Sendung, wir haben Spaß und du hast Spaß“, kann ich mir ja denken, dass sein Hauptanliegen nur darin besteht, mich lächerlich zu machen.

Denn es ist nun echt nicht die Intention meiner Sendung, mich selbst zu verarschen oder hochzunehmen, vor allem wo mir, anders als er sich das anscheinend einbildet, es null komma null Spaß macht, wenn ich ewig die ganzen mentalen Schläge abkriege.

Im Gegenteil, es kotzt mich einfach an, wenn ich was sage oder schreibe, kriege ich dafür irgendwas aufm Deckel, selbst wenn ich nur meine Meinung sage, aber wenn andere was Negatives oder Dummes oder sonstwas sagen, stehen sie besser da.

Das einen das richtig fertig macht, dass man sich mit eigentlich keinem richtig unterhalten setzen darf, da man ewig davon ausgehen muss, dass sie (anders als es in meinen Augen Freunde tun würden) jegliche Aussage nur gegen einen und für sich nutzen, interessiert eh keinen anscheinend. Ich frag mich da echt, was die sich einbilden: Dass ich der Punchingball für jedermanns dumme Sprüche sein darf, nur weil ich vielleicht nicht ganz so bin wie andere?

Vielleicht fühlen sich jetzt einige angesprochen, schließlich habe ich einige Vornamen genannt. Und das auch ganz bewusst, denn vielleicht erklärt sich dann für diese Genannten, wieso ich in näherer Zukunft eher kurzangebunden ihnen gegenüber sein werde. Sie sind selbst dran schuld, man kann mit mir wirklich gut Freund sein, man muss dafür nur ein wenig auch in der Lage sein, mich so zu akzeptieren wie ich bin. Wer das nicht kann und meint, er dürfe mich wegen meiner Art verarschen, sollte sich nicht einbilden, ich würde auf seiner Seite stehen.

Soviel dazu. Und gleich vorweg: Ich stell diesen Beitrag weder privat noch werde ich ihn abschwächen, und das oben Gesagte entspricht dem, wie ich persönlich es empfunden habe, wenn jemand anders es nicht so sieht,seine Meinung, aber ich weiss was ich wann fühle.

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Veröffentlicht in Acme.Talk. Schlagwörter: . 4 Comments »

4 Antworten to “Wieder in Salzburg”

  1. Arne Says:

    ok, das ist jetzt wirklich ärgerlich, frei von jeder ironie.

    zur radiosendung: dir war klar, was auf dich zukommt. offenbar, denn sonst hättest du ja auch nicht „genauso habe ich mir das vorgestellt“ noch während der sendung gesagt und mir mehrmals nach den aufnahmen versichert wie witzig das jetzt gewesen sei. jetzt, nachdem dir offenbar jemand erzählt hat das meine witzchen vielleicht doch nicht so nett dir gegenüber waren, dich hier hinzustellen und so zu tun als ob es dich überwindung gekostet hat das zu senden und nur mangels alternative halte ich, ja, für dreist.

    wa tv: dein ernst das ich extra schlechte ausschnitte von dir aussuche, damit ich besser da stehe? gut, dazu muß ich ja nicht im ernst was zu sagen, oder? vielleicht kurz, weil offenbar meinst du das ernst: wir haben die aufnahmen gemacht, ca. 20, ich habe die aufnahmen zufällig durchnummeriert, 1 – 20, und dann, wenn eine sendung fertig war, deinen beitrag drangehängt. da war dann wohl der europass nummer 19 oder so, denn wir haben nur bis nummer 18 produziert, thats all.

    döf: gut, du bist nicht dabei. ich hoffe es geht dir jetzt besser.

    kurzangebunden: gut, passt.

  2. saschap Says:

    @Arne:

    Zur Sendung: Vielleicht hast es während der Aufnahmen gemerkt, dass ich schon manchmal mir dachte: Kann ich das senden? Ich habs dann gesendet, nicht nur weil ich „kein anderes Material hatte“, sondern vor allem da ich nicht es durch Schneiden verfremden wollte. Mein Problem ist dabei NICHT, dass du mich manchmal verarscht hast (das war, wie du sagst, ja auch wirklich so, wie ich es erwartet hatte), sondern dass ich bei einigen Kommentaren (beim Anhören schon, aber ich wollte es nicht aus dem Kontext heraus wegschneiden) das Gefühl hatte, dass das mehr war als nur freundschaftliches frötzeln. Ich habs dann so abgesendet, da du ja auch nichts gegen die Ausstrahlung hattest, um mal zu schauen, was die anderen Hörer so sagen. Gab nämlich auch einige positive Kommentare, eine Hörerin meinte, dass diese „Doppelmoderation“ frisch klang.

    Übrigens habe ich nichts von mich „überwinden“ müssen. Denn wenn ich die Beiträge gar nicht hätte senden wollen, hätte ich andere Aufnahmen gemacht, also denke nicht, dass ich sie nicht hätte absenden wollen. Es war auch ein wenig Ironie in dem Eingangssatz enthalten 😉

    Zur Sendung: Ich hab dich nach Folge 7 oder 8 mal gefragt, ob es nicht auch mal etwas peinlichere Aufnahmen in die Sendung schaffen könnten. Auch hatte ich während der Aufnahmen nicht damit gerechnet, wie ich z.b. „vorgestellt“ würde, von wegen: „Er erklärt gerne“… es waren nie Erklärungen, zumindest in den meisten Fällen nicht, es waren Kommentierungen. „Erklärungs-Sascha“ klingt so, als wäre ich ein total arroganter Typ, der sich einbildet, alles zu wissen, was nun wirklich nicht stimmt. Nur weil ich vielleicht etwas mehr Allgemeinbildung habe als der Durchschnitt (was eh traurig ist), bin ich deswegen nicht eine „SaschaPedia“ (merkt ihr nie, dass mich das nervt?).

    Dass du jetzt meinst: „Ok, bist nicht dabei“, zeigt mir dabei vor allem, dass ich für mein Gefühl am Ende sicher wieder nicht wirklich positiv wegkommen werde, außer wenn es um darum gehen sollte, meinen ungewollten Ruf als „Freak“ zu festigen. (Einen Ruf, den ich nicht haben will!)

  3. Georg Pichler Says:

    @Erste Sache: Du tendierst dazu, auf Dauer etwas anstrengend zu werden Dazu hast du echte Unterscheidungsprobleme zwischen „üblichen“ und wirklich bösen/gemeinen Witzen nebst einer eigenartigen Interpretation von Humor. Ich weiß schon, Humor ist wenn man trotzdem lacht, aber das sollte für beide Seiten – mit Grenzen – gelten. Und wenn du dich, sei es berechtigt oder unberechtigt, verarscht fühlst springst du oft genug demjenigen ins Gesicht, der daran am allerwenigsten beteiligt ist. Zudem fällt mir und anderen auf, dass du aus unerklärlichen Gründen in so einer „Küchenrunde“ in meine Richtung zu provozieren. Du musst dann halt auch mit der Retourkutsche und einem Solidarisierungseffekt fertig werden.

    @Fußball: Du hast nicht den Eindruck gemacht, als wärst du ernsthaft daran interessiert gewesen, mitzukommen. Du bist auf Thomas‘ Aussage hin ohne weiterem Kommentar ins Haus gehuscht, hast nichtmal „Wartet kurz, ich schau mal“ oder so gesagt. Du kannst davon ausgehen, dass wir nicht ganz unüberlegt bei recht bedecktem Himmel aufbrechen.

  4. saschap Says:

    Zum Fussball: Thomas meinte zu mir: „Auf der anderen Seite sieht es gut aus“, da schau ich doch schnell nach, womöglich kam das: „Ich schau schnell nach“ nicht bis zu euch im Erdgeschoss an, aber dennoch könnte man doch davon ausgehen, dass wenn Thomas sagt, auf der anderen Seite sehe es besser aus, ich mal schnell nachschau. Gäbe es sonst einen Grund, „ins Haus zu huschen“ (nebenbei bin ich einfach nur schnell ausm Zimmer zur anderen Seite, ich kann ja von meinem Zimmer aus nicht die andere Seite sehen.) Man kann dann doch wohl mal warten, ob man wieder kommt, ich bin schließlich innerhalb von 30 sek wieder am Fenster gewesen!

    Zur ersten Sache:
    1. Dass ich an dem Abend nicht so gut gelaunt war, sollte jeder gemerkt haben, ich habe auch mehrfach erwähnt, dass ich einen anstrengenden Tag in München hatte, und ich habe an dem besagten Tag (anders als an anderen Tagen) nun nicht in deine oder sonstige Richtung provoziert.
    2. Wenn man merkt, dass jemand einen Witz falsch verstanden hat, dann versucht man doch, dieses Mißverständnis aufzuklären. Ihr dagegen habt es einfach ignoriert. Und Stefan kam in die Küche und „huschte“ (lustiges Wort) schnell wieder raus, so nach der Art: „Ne, mit dem will ich nichts zu tun haben“.
    3. Später saß ich noch in der Küche, und Stefan hatte nichts besseres zu tun als zu versuchen mich zu verarschen, hatte wohl geglaubt, ich hätte geschlafen, obwohl ich mich nur schlafend gestellt hatte. Und als mich dass dann wieder verärgert hatte und ich das äußerte, beschwert er sich auch noch, wieso ich so schlecht gelaunt sei. Wenn ich das in der Situation mit ihm gemacht hätte, und mich dann noch beschwert hätte, wieso er sich beschwert, hätte ich sicher ne Watschen abbekommen.
    4. Nur so nebenbei, du provozierst sehr oft und gerne, also halte dich nicht für so unbeteiligt. Gut, nicht immer, aber oftmals. Und was ich interessant finde: So einen „Solidarisierungseffekt“ bekomme ich nie, wenn ich es abkriege (denn nicht immer bin ich der, der provoziert)!

    Und insgesamt versuchst du in meinen Augen grade zu verteidigen, wieso man mich immer verarschen dürfe (sorry, kommt mir so vor), ich aber auf die anderen immer Rücksicht nehmen solle. Irgendwas passt da nicht.


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