99

Ich sitze grad im ICE von München nach Hamburg, und da fragt man sich schon einige Dinge, die man sich sonst nicht fragen würde oder müsste:

1. Wieso steigen eigentlich die Fahrgäste immer in irgendeinen Wagen ein und laufen dann 5 Minuten durch den ganzen Zug, nur um den reservierten Platz zu finden? Die Angaben auf den Reservierungstickets wie Sitz- oder Wagennummer sind doch keine Spaßaufdrucke der DB, damit das Papier wertvoller aussieht. Und die Wagenanzeiger an den Bahnsteigen und die Buchstaben die dort rumhängen sind doch keine Dekorationsideen eines drogenabhängigen Architekten gewesen.

2. Wieso wundern sich Fahrgäste, die die 4 Euro für eine Platzreservierung sparen wollten, dass sie keinen oder nur schwerlich einen Sitzplatz kriegen? Denken die, dass die Bahn die Sitzplatzanzahl der Züge nach der Anzahl der verkauften Tickets anpasst? Eine Gesellschaft, die keine Probleme damit hat, dass sie jeder hasst, da alle 6 Monate die Fahrkartenpreise um 3 Prozent steigen, wird kaum so sozial denken, dass für jedes verkaufte Ticket ein Sitzplatz da sein sollte.

3. Wieso können viele Fahrgäste nicht einmal eine Stunde still in einem Zug sitzen? Vor allem die Erwachsenen sind in ihrem Bewegungseifer eine Plage, uns Studenten und den Schülern wird vorgeworfen, wenn wir uns nicht mehrere Stunden auf langweilige Inhalte konzentrieren können, hippelig sind, zu laut miteinander reden oder ähnliches, aber viele erwachsene Fahrgäste sind selbst nicht in der Lage, sich für nur eine Stunde mit sich selbst zu beschäftigen, sei es durch ein Gameboy-Spiel, einen iPod, Schlafen oder eine Zeitung. Und wie oft habe ich schon unfreiwillig irgendwelche Gespräche von Fahrgästen mithören dürfen, nur weil sie anscheinend meinten, dass den Rest des Zuges ihre Gespräche interessieren würde.

4. Wieso hat es bisher noch kein Ingenieur geschafft, Züge mit gefederten Boogies (so heissen die Kästen mit den Rädern) zu entwickeln, so dass die Züge nicht so schaukeln? Jeder Kleinwagen ist mittlerweile gut gefedert, und die Ingenieurskunst ICE wackelt (dank der Tatsache, dass Gummiräder bei 250 km/h nicht praktikabel sind) wie eine alte Dampflok.

5. Wieso wird eigentlich ein Ticket nommal geknipst, nur weil es einen Personalwechsel gab? Das Ticket ist doch bereits in dem Zug entwertet worden, reicht da nicht anschauen? Oder knipseln die Zugleiter so gerne Tickets ab?

6. Angeblich soll ja der ICE nicht wirklich praktikabel für Deutschland sein, da aufgrund der relativ häufigen Halte dieser kaum seine Geschwindigkeit von 250 km/h erreichen kann. Wieso gibt es dann so wenig wirkliche ICE-Sprinter, die dann z.b. nur in Hamburg, Fulda und München halten? Und wieso müssen die ICEs auf den Normalstrecken vor fast jeden Bahnhof abbremsen, und als „Lösung“ baut man teure Hochgeschwindigkeitsstrecken, statt nur die Bahnhöfe umzubauen, so dass der ICE über ein Mittelgleis rasen kann? Das Problem ist doch, dass auf einer für 200 km/h ausgelegten Strecke der ICE nur 150 im Durchschnitt fährt, bei umgebauten Bahnhöfen könnte der ICE sicher 180 bis 190 im Durchschnitt fahren.

Vielleicht weiss ja jemand von euch darauf eine Antwort.


Übrigens habe ich während der Bahnfahrt viel Musik gehört. Darunter auch meine ersten Sendungen, also die Sendung mit dem Tunnel und die zweite Sendung mit Bernhard. Und man, bei der ersten Sendung war ich ja bei der Begrüßung total aufgeregt, hört man total raus, sogar einen Teil meines Namens habe ich verschluckt damals. Und gleich mit der zweiten Musik sich mal eben unbeliebt machen bei den österreichischen Zuhörern („Germany Calling“ wurde gespielt)… wobei, ne, das denke ich weniger, dafür hätte ich damals schon viele österreichische Hörer hätte haben müssen 😀

Aber ganz offen: Im Vergleich zu den meisten Sendungen von 2008 merkt man den alten Folgen doch schon an, dass ich damals noch recht wenig Erfahrung mit der Technik: Kaum Übergänge zwischen den Liedern, noch keine Zwischenmoderationen (gut, die werden in der September-Sendung auch nicht kommen, da es eine Aufzeichnung (aber eine aktuelle) ist), damals konnte ich auch noch nicht immer die erste Aufnahme verwenden, da die total daneben ging (ich bring heutzutage meist die erste Aufnahme, da ich ohne Scripte spreche, könnte ich eh meist keine zweite Version erzeugen).

Positiv allerdings, und das muss ich mir mal zu Gute halten: Schon damals habe ich es geschafft, meine Konzepte und geplanten Aufnahmen recht planmäßig durchzukriegen. Gerüchteweise habe ich mal gehört, dass andere Radioproduzenten, auch von professionellen Sendern, damit auch nach Jahren noch Probleme haben. Also nicht in meinem persönlichen Bekanntenkreis, Bernhards und Stefans Sendungen sind immer gut geplant, aber was man manchmal im Radio (auch im Radiofabrikprogramm) hört, ist haarsträubend.

Und: Schon Sendung Eins war doch irgendwie anders als andere Reisesendungen, oder? Sendung Zwei sowieso, aber auch Sendung Eins!

Nebenbei: Wie soll ich das werten, dass meine Sendung nicht mehr unter der Rubrik „Info und Musik“, sondern unter „Talk und MUsik“ geführt wird? Ist das eine Abwertung, weil ich zuwenig Infos in meiner Sendung habe? Oder ist das eher ein „Mach doch was du willst, hauptsache es hat irgendwas mit Salzburg zu tun“-Freibrief?

Auf alle Fälle mal eine Warnung an alle Fans, Zuhörer und Bekannten: Da die Aufnahmen mit Arne recht gut geklappt haben (davon könnt ihr euch am Samstag selbst überzeugen, ich sag euch, es wird gut), werde ich mal versuchen, öfter mit Leuten zusammen so durch Salzburgs Stadtteile zu laufen. Wären sicher lustige Sendungen, wenn die „Mitläufer“ frech genug sind 😉


Was ich mich heute morgen vor dem Start meiner Reise übrigens gefragt habe: Was für ein Medium ist eigentlich die „Österreich“ mittlerweile? Der Wolfgang Fellner wollte doch eigentlich eine Konkurrenz zur Kronenzeitung etablieren. Aber statt das er wie die Kronenzeitung einen Stamm an Lesern sich heranzüchtet, die sich wie bei der Krone abstruse Berichte, Gedichte, erlogene Scheinreportagen und Leserbriefe der Marke „Der Herausgeber hat immer recht“ unterhalten lassen, scheint er wohl eher das Klientel „Ich lese nichts, was ich nicht geschenkt kriege“ (normalerweile lesen solche Menschen den Wachtturm oder Flyer irgendwelcher Hindusekten und Linksparteien :D) ausgesucht zu haben. Blöd nur, dass das doch schon längst durch die angeblich 0% mit der Kronenzeitung verbandelte (die Eva Dichand ist nur ganz zufällig die Schwiegertochter vom Hans Dichand 😉 ) „Heute“ (früher „Ubahnexpress“) abgegrast wird.

Ich hab in den letzten Wochen die Chance gehabt, sowohl „Heute“ also auch Krone und Österreich lesen zu können (und habe dabei für keine dieser Zeitungen auch nur einen cent hingelegt, ich gebe mein Geld doch nicht für Kaminmaterial aus). Und da fällt einem schon auf: Gegen die Krone wird Fellner nicht ankommen, dafür spricht er das falsche Klientel an (so traurig das ja klingt, aber es kann nicht nur am Kleinformat liegen, dass alle diese rechte Zeitung aus dem Hause Mediaprint lesen), und im Vergleich zu Heute ist die Zeitung zu sehr im News-Stil gehalten (News ist sowas wie der Stern in Deutschland), sprich zu „intellektuell“.

Persönlich finde ich das ja schade, denn die Heute gibts (zum Glück) noch nicht in Salzburg, die Kronenzeitung lesen tut schon nach 4 Seiten weh, und zwar im Bauch, im Kopf und in den Augen, aber mittlerweile scheint es mit der „Österreich“ bereits runter zu gehen: Die Trafiken verkaufen sie nicht mehr. Kein Wunder, wenn die Auflage nur noch dadurch gestützt wird, dass die Zeitung an jeder Bushaltestelle ausliegt.

Eigentlich ja schade: Eine zweite Boulevardzeitung neben der allmächtigen Krone hätte Österreich längst nötig.

Apropos: Dieses ist Post 99 😉 Noch einer und es wird zweistellig 🙂

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