Das „sozialste“ Möbelhaus der Welt

So bezeichnet sich IKEA gerne, wenn es darum geht, wieviel der Firma angeblich ihre Angestellten wert wären. Wers glaubt…

Anfang August wurden die Öffnungszeiten verlängert: Von 20 auf 21 Uhr verlängerte man die Öffnungszeiten. Das war bei den Angestellten und auch bei vielen Kunden umstritten.

Den Angestellten war dann versprochen worden, dass neue Arbeitskräfte eingestellt würden, dass sie nur ein- bis zweimal in der Woche bis 21 Uhr bzw. 21:30 arbeiten müssten und so weiter.

Doch nichts wurde aus den Versprechen: Meine Freundin durfte letzte Woche 3x bis 21:30 arbeiten, diese Woche ebenfalls 3x, einmal kam sie erst um 22:30 aus der Firma, weil am Ende des Tages noch so viel Andrang gewesen war, und nächste Woche soll sie sogar vier mal Spätdienst haben.

Angeblich gibt es nicht genug Bewerber für die ausgeschriebenen 10-Stunden-Arbeitsplätze, die eigentlich den Abenddienst übernehmen sollen, doch anscheinend versucht IKEA so klammheimlich, Arbeitskosten zu sparen: Denn es gibt keine Vergütung für geleistete Überstunden, sondern höchstens mal einen Zeitausgleich. Zeitausgleich, das bedeutet dann ja nur: Einer geht in Urlaub, und die anderen dürfen NOCH MEHR arbeiten. Kosten tut es IKEA nichts extra.

Ich hab nun echt in letzter Zeit mit vielen Angestellten von IKEA gesprochen (die ich alle nicht namentlich nennen werde, die meisten kenne ich eh nicht mit Namen), und zufrieden mit der Situation war keiner. Aber kommt etwas davon in den großen Medien? Nein, es wird totgeschwiegen, dass hier klammheimlich durch IKEA neue Gewinne auf Kosten der Freizeit und Abendruhe der Angestellten gemacht wird.

IKEA war so oder so schon kein einfacher Arbeitnehmer: Die Wochenpläne werden meist erst am Donnerstag oder Freitag der vorherigen Woche bekanntgegeben, der Urlaubsplan wird vom jeweiligen Abteilungsleiter erstellt, ohne große Einflussmöglichkeiten der Angestellten (diese können nur ihre Wunschtermine angeben, ob sie diese kriegen, liegt im Ermessen der Chefs), wer krank wird, kriegt Minusstunden aufgebrummt (selbst wenn er vom Chef nach Hause geschickt wird!) und das für ca. 800 bis 1200 Euro (netto) für eine Vollzeitkraft!

Doch die neue Angestelltenpolitik des IKEA Salzburg raubt den Angestellten doch echt ihre Freizeit: Quasi unentgeltlich wird ihnen auch noch der Abend genommen, mit der fadenscheinigen Ausrede, es gäbe nicht genug Bewerber für die 10-Stunden-Kräfte.

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