Ich liebe mein Pascal

Bei Frontal 21 gab es heute einen Bericht über die Standesamtsrichtlinie, dass ein Vorname in Deutschland „geschlechtsangebend“ sein muss.

Als Beispiele wurden dann zwei Kinder mit den Namen „Luca“ und „Randy“ genannt, beides Jungen, bei denen beides Mal das Standesamt die Namensvergabe ablehnte.

Nun kenne ich dieses Schicksal selbst, als Sascha besitze ich (wie so gut wie alle Saschas) einen zweiten Vornamen, der definieren soll, dass ich männlich bin. Und ich frage mich: Wieso geht die eine Familie vor Gericht, um ihren Sohn „Luca“ nennen zu lassen, statt dass sie ihn gleich „Luca Tony“ nennt, was jederzeit möglich wäre.

Der Bericht, so interessant er war, bewies mal wieder die typische Frontal 21-Politik: Der Staat soll so liberal wie möglich agieren, solange es die Bürger nichts kostet. Halt CDU-lastig. Dafür werden auch angeblich renommierte Wissenschaftler genannt, die in ganz Deutschland keine weibliche Randi gefunden haben wollen. Interessant, sie hätten einfach bei Studi-VZ suchen müssen: Ich kenne persönlich eine weibliche Randi, zwar mit i geschrieben, doch ebenso ausgesprochen, und StudiVZ kennt sogar nur weibliche Randys.

Und auch hier gäbe es doch einfachste Methoden: Zweiter Vorname. Wenn dieser richtig gewählt ist, kann er sogar den Namen noch verschönern.

So wie mein Pascal. Google findet nur einen weiteren Sascha Pascal, und auch wenn eine Seite bis heute nicht checkt, dass Sascha Pascal kein Mädchenname ist, zumindest nicht in Deutschland, so hat der Name doch eine schöne und passende Bedeutung: „der zu Ostern Geborene“. Passt vom Geburtsdatum fast, Ostern war 9 Tage vor meiner Geburt.

Ich denke, ein zweiter Vorname ist in solchen Fällen, wo der erste Name das Geschlecht nicht genau definiert, schon eine gute Erfindung. Und er macht die Menschen einzigartiger: Wie viele Peter Müllers gibt es in Deutschland? Aber heisst du Peter Anton Müller, bist du gleich einzigartiger.

Frontal 21 sollte sich also nicht darüber aufregen, wenn man sein Kind nicht „Luca“ oder „Randy“ nennen kann (vor allem dann nicht, wenn in Deutschland 90% der Randis und Randys MÄDCHEN sind), sondern eher darüber, dass man sein Kind durch Namenswahlen wie „Jan-Lukas“ oder „Lisa-Sophie“ für das Leben nach dem 12. Lebensjahr blamieren darf.

Denn wenn man schon soviel Phantasie hat und sein Kind Luca nennen will, sollte man doch auch Phantasie für einen zweiten Namen haben und nicht gleich vor Gericht gehen!

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2 Antworten to “Ich liebe mein Pascal”

  1. Ina Sierk Says:

    Hallo Sascha,

    da ich inzwischen weiss, dass dieser Kommentar von allen gelesen werden kann, halte ich ich mich zurück. Aber trotzdem, es freut mich, dass du mit deinem zweiten Namen einverstanden bist. War gar nicht so einfach, etwas passendes zu finden, nachdem deinem Vater auf dem Standesamt in Hamburg erklärt wurde, dass Sascha ein „geschlechtsneutraler“ Name ist.

    Bis bald
    Ina

  2. saschap Says:

    Hey Mama,

    was heisst denn zurückhalten? Das einzige, was nicht so passend ist, sind halt rein private Dinge, ansonsten brauchst du dich nicht wirklich zurückhalten. Und ich kann im Zweifel ja alles bearbeiten, was hier geschrieben wird 🙂

    einen schönen Urlaub,

    mfg Sascha


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