Acme.Anime empfiehlt

So, ehe heute nacht die Auswertung der Suchanfragen hier im Blog erscheint, möchte euch die Acme.Anime-Redaktion noch einen neuen Anime empfehlen:

Diesen Monat sehenswert: Dennou Coil (japanisch: Dennou Coiru). (hier gibts Bilder)

Diese wunderschöne, 26teilige Kurzserie aus dem Jahr 2007 wird sicher die Herzen von vielen jungen Leuten, vor allem solchen, die sich neben dem Thema Anime auch mit dem Thema Internet beschäftigen, erobern.

Er handelt von 10-12jährigen Jugendlichen in der Stadt Daikoku City, die im Jahr 2026 eine völlig andere Art des Internets erleben wie wir heute: Statt an Computern, Laptops und Handies nur zweidimensionale Auszüge des Cyberspace zu sehen, können sie durch den Cyberspace gehen: Die Stadt besteht aus mehreren Ebenen, einer realen Ebene und einer virtuell darüber gelegten Matrix, die nur durch spezielle Brillen erkannt werden kann.

In dieser Verschmelzung aus virtuellen Daten und der echten Welt, die man nun wirklich als „virtual reality“ bezeichnen könnte, wird mit den Fingern telefoniert, Bildschirme existieren nur noch als im Raum schwebende, touchable Projektionen (auch wenn in Wirklichkeit nichts projektiert wird, es wird nur auf den Brillen abgebildet), viele Kinder haben virtuelle Haustiere (artificial intelligence) und es werden Kämpfe gegeneinander mit virtuellen Waffen und Hackerkenntnissen ausgetragen.

Doch diese Welt ist nicht nur gut: So gibt es zum einen Sacchi, eigentlich ein staatliches Antivirenprogramm, dass auf den Straßen der Stadt dafür sorgen soll, dass keine illegalen Hacks und keine alten Datensätze nach Updates lange existieren, doch da die meisten Tools, die die Jugendlichen benutzen, illegales Bugusing bedeuten, stehen sie unter fast ständiger Verfolgung, außer an Schulen, auf Spielplätzen, zu Hause oder in Tempeln. Viele virtuelle Tiere wurden diesem Sacci schon zum Opfer, ebenso wie viele gezappt wurden.

Doch die wahre Gefahr geht von den sogenannten „illegals“ aus, scheinbaren Viren, deren Existenz und deren Natur noch nicht genau erforscht werden konnte. Diese illegals, eigentlich Daten des Datentyps Null, haben die verschiedensten Formen, von riesigen Plesiosauriern bis hin zu Bartstoppeln mit eigener Zivilisation (was zu Atomkriegen und Nietzsche-Zitaten führt :D). Und sie scheinen Kinder zu entführen.

Das ist, auch wenn der Anime viel Technisches beschreibt, auch das Hauptthema der Serie: Wie die Jugendlichen in dieser Welt leben. Wie sie die Schulzeit erleben, ihre Streitereien, ihre Freundschaften, aber auch Erfahrungen, die man im Laufe der Jahre macht, werden thematisiert, vom Verlust eines Haustieres über erste Erfahrungen mit der Liebe bis hin zur Angst vor dem Erwachsenwerden und dem Schmerz, die dieser Abschied von der Kindheit verursacht.

Die Story entwickelt sich dabei ganz ruhig von ersten Folgen, in denen die Hauptfiguren des Animes eingeführt werden und erste Fragen über diese Welt, in die der Zuschauer hineingeworfen wurde, gestellt werden, über einen Mittelteil, der in einigen Folgen eher einen Fillercharakter hat, zu einem Schluss, in dem nicht nur die meisten Fragen geklärt werden, sondern der sicher vielen sehr ans Herz gehen wird und bis zum Schluss spannend bleibt, ohne Szenen ewig in die Länge zu ziehen.

Die Zeichner haben sich dabei viel Mühe gegeben, die Welt, in der der Anime spielt, realistisch wiederzugeben. Es gibt keine Phantasiewelten wie bei Pokemon oder Digimon (sieht man davon ab, dass Daikoku City nicht existiert), keine Jugendlichen in den skurrilsten Haarfarben, sondern auch als „realer“ Mensch würde man sich in dieser Animewelt sicher zurechtfinden. Sieht man davon ab, dass man 20 Stunden am Tag eine Brille tragen müsste 😀

Es findet zwar auch so einige CGI im Anime Platz, diese aber vor allem für die Konstruktion realistischer Gebäude, virtueller Gegenstände usw. Irgendwelche irsinnigen Verwandlungen mit abscheulicher Musik werden einem zum Glück nicht geboten.

Das Intro und auch das Ending gehen einem zu Herzen, und, was mir erst nach mehrmaligem Anschauen auffiel, der Text des Endings ändert sich regelmäßig zur Entwicklung, den die Hauptgeschichte nimmt.

Der Anime ist jedem zwischen 12 und 30 zu empfehlen, der gerne in eine Welt eintauchen möchte, in der das Wort Kommunikationsgesellschaft wörtlich zu nehmen ist. Auch wenn die Protagonisten erst 10-12 Jahre alt sind, ist er von der Themenstellung nämlich eher für etwas ältere Jugendliche und Junge Erwachsene gemacht, manche Thematiken, Gags und Szenen versteht man sogar erst als Erwachsener richtig.

Also: Hoffen wir, dass RTL2 oder Panini diesen Anime nie in die Finger kriegen, und ihr könnt ihn euch auch anschauen, auf einer Onlineplattform, die Links folgen sofort, da der Film noch nicht lizenziert ist, dürfte es keine Probleme geben (und die Produktionsfirma wird sich sicher über viele Zuschauer von außerhalb freuen, dieser Anime hat internationale Aufmerksamkeit verdient).


Episodenliste zum selber anschauen (viele der Links gehen nicht mehr):

  • Folge 1: Megane no kodomotachi – The Children with Glasses
  • Folge 2: KOIRU dennou tantei kyoku – Coil Computer Investigation Agency
  • Folge 3: Yuko to Yuko – Yuko and Yuko
  • Folge 4: Daikoku-shi heikuu CLUB – Daikoku City’s Hackers Club
  • Folge 5: META BAGU soudatsu BASU TSUAA – The Meta-bus Scramble Bus Tour
  • Folge 6: Akai OOTOMATION – Red Automation
  • Folge 7: Shutsudou! KOIRU tantei kyoku – Move Out! Coil Investigation Agency
  • Folge 8: Natsu matsuri soshite hata shiai – Summer Festival and a Duel
  • Folge 9: Acchi no Michiko-san – The Other World’s Michiko-san
  • Folge 10: Kanna no nikki – Kanna’s Diary
  • Folge 11: Chinbotsu! Daikoku shi – Sinking! Daikoku City
  • Folge 12: Daichi, hatsu mou su – Daichi’s Hair begins to grow
  • Folge 13: Saigo no kubinagaryu – The Last Plesiosaur
  • Folge 13.A: Dennou Coil jiyuu kenkyuubu – Cyber Coil Self-Study
  • Folge 14: Iki mono no kiroku – Record of Living Things
  • Folge 15: Eki mukou no shounen – The Boy on the Other Side of the Station
  • Folge 16: Isako no byoushitsu – Isako’s Sickroom
  • Folge 17: Saigo no natsuyasumi – The Last Summer Vacation
  • Folge 18: Ikai e no tobira – The Door into the Other World
  • Folge 19: Kuroi houmon sha – The Black Visitor
  • Folge 20: Kanna to Yasako – Kanna and Yasako
  • Folge 21: Kuroi Ootomation – The Black Automation
  • Folge 22: Saigo no koiru – The Last Coil
  • Folge 22.A: Dennou Coil soufukushuu – Cyber Coil Review
  • Folge 23: Kanaerareta negai – A Granted Wish
  • Folge 24: Megane o suteru kodomo tachi – Children Who Throw Away Their Glasses
  • Folge 25: Kanazawa shi hazama kousaten – Kanazawa City Interval Intersection
  • Folge 26: Yasako to Isako – Yasako and Isako
  • (Und nicht vergessen: Ich referre nur zu einer Seite und bin zum Zeitpunkt des Artikelschreibens davon überzeugt, dass wenn ein Video auf einer .com-Seite ist, dass dann Referring nicht verboten sein dürfte 😉 )


    Viel Spaß beim Anschauen der Serie wünscht euch euer Acme.Anime-Team.

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