Acme.Musik – Was bitte?

„Also deine Sendung ist ja recht schön, aber die Musik… ich spul da immer vor“

Sowas oder ähnliches kriege ich öfters zu hören, wenn wieder mal eine neue Sendung abgesendet wurde und ich die Aufnahme Bekannten schicke. Und es verwundert mich nicht: Wer außer mir würde Titel wie „Opblaaskrokodil“ (Ome Henk), „Ich glaub, ich hab dich lieb“ (Rolf Zuckowsky), „Iveas Polka“ (Loituma) oder „Wer bin ich“ (LaFee) in einer samstagnachmittäglichen Sendung bringen?

Nun, ohne damit jemanden verschrecken zu wollen: Diese Titel würden auch bei Acme.Rad1o öfters laufen. Zusammen mit vielen anderen. Zumindest wenn ich mein Musikkonzept durchsetzen könnte.

Mir wird öfters ja sogar vorgeworfen, dass das Wort „Musikgeschmack“ ein Fremdwort für mich wäre. Dem ist aber nicht so. Es gibt sehr viele Titel, bei denen ich mir nur denke: „Wenn ich das Lied noch 2x höre, begehe ich Amok und zünde die Ö3-Studios an.“ (Blöderweise höre ich es dann noch 4x im Laufe der Woche, bin aber zu geizig und feige, eine Fahrkarte nach Wien zum Küniglberg zu kaufen, um meinen Plan in die Tat umzusetzen :D.)

Nur dieser Musikgeschmack beschränkt sich nicht auf eine bestimmte Musiksparte, sondern ist eher breit gefächert, bin halt von R.SH (Hot-AC), N-Joy (Young-AC), Radio NORA (Oldie based AC und am Anfang Schlager und Oldies) und Radio.Hamburg (Hot-AC) geprägt, mit ein wenig Delta Radio (Rock based AC). Allerdings in der Form, dass es mir eigentlich vor allem darauf ankommt, ob der Titel eine nette Melodie, eine interessante Aussage oder ähnliches hat. Ob es nun ein Heavy-Metal-Titel oder ein Hip-Hop-Track ist, ist mir da relativ schnuppe (obwohl die meisten Hip-Hop-Titel bei mir wegen fehlender Melodie ablosen, aber gibt ja auch nette Ausnahmen, wie z.b. „Die Eine“, die nach Johann Pachelbels „Kanon in D“ berappt wird.)

Sprich ich habe weder irgendwelche Berührungsängste mit Oldies, Popsongs oder Schlager noch stehe ich blind auf irgendeine dieser Musikrichtungen: Was recht gut ist, mag ich hören, was scheisse ist, überspule ich. Tokio war mir zu kommerziell. Sido zu dumm. „Das Rote Pferd“ zu billig. Dafür hab ich nichs gegen einzelne LaFee-Titel, YooMiii.

Für Acme.Musik hab ich dabei mir ein paar Feinheiten ausgedacht, damit das Musikangebot anders ist als bei den normalen Hot-ACs:

  • Kein Titel 2x: Wer alle 2-3 Stunden dieselbe Musik bringt, beweisst damit nur, dass er keine Lust hat auf treue Hörer. Das Ideal sollte nicht ein Sender sein, den man nach 2 Stunden entnervt abschaltet, sondern ein Programm, das ein Büroangestellter 8 Arbeitsstunden lang nebenher hören kann.
  • Hitparadentitel werden ausgeschlossen: Den deutschen Top 100 kann man in Zeiten von Filesharing und Massenkultur eh nicht mehr trauen. Ein guter Titel muss reifen, wenn er einen Monat nach Ausscheiden aus den Charts noch gut klingt, ist er reif für Acme.Rad1o. Gut, manche Titel sind vorher schon reif, aber das wird im Einzelfall entschieden.
  • Musik aus allen Bereichen: Nur ein reiner Popsender macht Geld? Nur Rock-Pop bringt die Jugend an den Lautsprecher? Schlager and Volkstümliche Melodien are the old people only music? Tekkno ist nichts für die Massen? Kein Hip-Hop für Erwachsene? Heavy Metal ist nur was für langhaarige Revoluzzer und Sozialpädagogen? Unbekannte Titel interessieren höchstens nicht hörende Unbekannte? Lustige oder außergewöhnliche Titel stören den Hörer?

    Wer hat sich eigentlich all diesen Mist ausgedacht und in irgendwelche Fachbücher, Handbücher, Radiokonzepte reingeschrieben? Formatierung bis ins Extrem, dass am Ende ein Titel nicht gespielt wird, weil er mit J beginnt, hat das Radio nicht im Vergleich zu den 70er Jahren verbessert, sondern nur noch verschlimmert.

    Kennt ihr einen der erfolgsreichsten Sender der 70er und 80er Jahre? RTL Radio! Obwohl die nur über Mittelwelle hörbar waren (so wie Acme.Rad1o). Welches ist der erfolgreichste Privatsender in Salzburg? Antenne Salzburg. Der einzige Sender, in dem auf einen Pop-Hit ein Oldie folgt. Was war so erfolgreich an Sendungen wie „Disco“ oder „Formel Eins“? Dass dort Titel aus allen Sparten abgespielt wurden (neben Ilja Richter, Peter Illmann oder Kai Böcking).

    Ist doch Begründung genug dafür, nicht nur einen eingeschränkten Mix aus einer Musiksparte zu bringen.

  • Also, vielleicht erklärt dieser Beitrag ein wenig das Musikkonzept, dass auch bei Acme on Tour 107,5 angewendet wird (wenn nicht ‚Noras Hour‘-like Musik zu einem bestimmten Thema kommt).

    Eine schöne EM-Woche also, euer Sascha

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