Eine Idee gegen illegalen Filmdownload

Ich hätte mal eine gute Idee für die Filmindustrie, wie sie einen Großteil der Raubkopierer totkriegen könnten, ohne dafür Anwälte einsetzen zu müssen, ohne dass Emule und Co überwacht werden müssten, und ohne dass sie Angst haben müssten, viel Geld zu verlieren:

Sie könnten ja einfach auf eine durch Werbung finanzierte Seite die aktuellen Kinofilme bringen. Sprich: Am Donnerstag liefe dann Indiana Jones 4 im Kino an, und am Montag darauf erscheint eine schlechte Version (geringe Bitrate, 320×260, nur auf englisch usw.) als Stream oder möglicherweise auch als Download auf der Homepage der Seite. Natürlich wäre auch der Film selbst dann mit einem fetten Logo an einer Ecke versehen, damit man es nicht einfach auf DVD brennen kann und verkaufen kann.

Am Anfang erscheint dann ein Text: „Dieser Film wird frei gestreamt auf http://www.indiana-jones.com.

All Rights reserved. You are allowed to download the movie on your PC for private use, copying, lending, selling or any commercial use prohibited.“

Und zwischendurch, am besten an den spannensten Stellen und am Ende erscheint dann kurz ein schwarzer Bildschirm und ein Text kommt: „Der Film in HDTV, Dolby Digital und auf Riesenleinwand läuft in ihrem örtlichen Kino. Wenn Ihnen der gestreamte Film gefallen hat, gehen sie hin. Ohne gute Besucherzahlen können wir keine guten Filme produzieren und ihr Kino nicht überleben.“

Vorteile für die FI:
– Dank Viral Marketing würde ihr Film sehr schnell bekannt und die Anzahl der Besucher, die dann zufällig auf den Film stoßen und danach für die gute Version ins Kino gehen oder später die DVD kaufen. Der Film wäre sicher eine bessere Werbung (auch wenn es ihn als Stream natürlich nur in schlechter Qualität gäbe) als die Trailer mit den besten Szenen.
– Die meisten würden nimmer Emule und Co. benutzen, sondern einfach den Stream anschauen oder downloaden, da ja auch die Übertragungsgeschwindigkeit größer wäre. Und die FI hätte anhand der Downloadzahlen eine genauere Übersicht darüber, wie beliebt der Film wirklich ist.
– Da die meisten nun eher diese einfache Variante nutzen würden, hätten Raubkopierer kaum noch Chancen, groß Abnehmer für ihre Kinoabfilmungen zu kriegen. Illegale DVDs mit aktuellem Filminhalt würden wahrscheinlich überhaupt nicht mehr abgenommen werden.
– Da der Stream nach Ende der Spielzeit abgeschaltet würde, würden die DVDs keine unnötige Konkurrenz kriegen. Sicher, der Streamdownload würde danach in Emule rumlaufen, aber mal ehrlich: Wer von uns will eine schlechte Version mit Werbung zwischendrin haben, wenn es die DVD schon gibt.

Nachteile:
– Natürlich könnten Raubkopierer diese Version verändern,sprich das Logo wegretuschieren und die Werbung zwischendrin rausschneiden. Aber sie könnten weder die Bildqualität heben (würden sie das Bild auf HDTV-Größe vergrößern, würde es unscharf werden) noch die Bitrate groß verbessern (wenn du nur 500 kbs hast, kannst du es nicht auf die 5000 kbs der DVD hochpumpen, zumindest ergibt es keinen Qualitätsgewinn).
– Vielleicht würden einige Kinokunden bei bestimmten Filmen nicht mehr hingehen, weil sie ihnen nicht gefallen, was sie aber natürlich vor dem Kinobesuch nicht wissen können.

Und zum Abschluss ein Beispiel dafür, dass Filmdownloads nicht immer marktschädigend, sondern oftmals auch marktfördernd sind:

Seit August letzten Jahren werden von Anime Virtual die Kinofilme zum Anime „Detective Conan“ verkauft, und dieses in hohen Stückzahlen. Es sind insgesamt 10 Filme (erstmal), dennoch reisst auch nach dem 5. Film der Käuferstrom nicht ab.

Wenn man den Theorien der Filmindustrie folgen würde, wonach Filmdownload den Markt schädigt, müsste dieses unmöglich klappen: Sämtliche „Detective Conan“ Filme sind auf den bekannten Tauschbörsen illegalerweise verfügbar, und es gibt sogar eine richtige „Animemafia“, die von Hong Kong und Singapur aus Animefilme nach Europa schleust. Sprich: Viele „Detective Conan“-Fans kennen bereits die Filme.

Und merkwürdigerweise hat das wahrscheinlich den Käuferstrom nicht verkleinert, sondern eher vergrößert. Gosho Aoyama (der Zeichner von Detective Conan) wurde 2006 bei einem Besuch in Deutschland sogar nach Inhalten aus den Kinofilmen gefragt, worauf der EMA-Sprecher nur sagen konnte: „Es ist ja interessant, wie viele hier über die Kinofilme Bescheid wissen, obwohl diese in Deutschland noch gar nicht erhältlich sind.“ – Interessanterweise kam nach dem Besuch von Gosho Aoyama dann relativ schnell die Mitteilung, dass über einen DVD-Release der Filme verhandelt wird und im April 2007 vermeldete Anime Virtual dann Vollzug. Und seit August letzten Jahres wie gesagt auch Erfolg.

Und diesen Effekt gab es in den letzten Jahren bei vielen Animeserien, die die Fans nur als „Fansub“ (also als englische oder japanische Version mit englischem oder manchmal deutschem oder gar italienischem Untertitel) downloaden konnten.

So, und nun seid ihr dran, kommentiert, macht für den Blogeintrag Viral Management, und überzeugt die Filmproduzenten 😉

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3 Antworten to “Eine Idee gegen illegalen Filmdownload”

  1. Klopfer Says:

    Die Idee ist interessant, mich würde dabei interessieren, welche Erfahrungen die Fernsehsender eigentlich gemacht haben mit ihren Videoseiten. RTL hatte ja kürzlich einen Film versehentlich schon auf der RTLnow-Seite veröffentlicht, bevor er im Fernsehen lief.

  2. Suchanfragen- und Seitenstatistik April/Mai 2008 « Sinnvolles und -loses für die Welt Says:

    […] unterscheiden einige nicht zwischen Blog und Filesharing. Was ich auch anhand der Suchanfragen für den Filesharing-Beitrag erkennen […]


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