Die Gedanken zur Nacht

Als ich ein kleines Kind war, so ca. 5 Jahre, hab ich mich mal (was ich damals noch gar nicht wusste) selbst blamiert. Im Imbiss, wo wir immer unsere Currywurst und Pommes geholt haben, lief Jennifer Rush, keine Ahnung, welcher Titel. Und ich als treuer R.SH-Hörer meinte dann so: „Die hören auch R.SH“.

Damals konnte ich ja noch nicht wissen, dass fast jeder Pop-Sender damals Jennifer Rush gespielt hat und man somit nicht anhand der Lieder den Sender erkennen kann. (Seitdem ist es noch schlimmer geworden, mittlerweile kann man nicht einmal mehr zwischen öffentlich-rechtlichem und privatem Rundfunk unterscheiden, so ähnlich sind alle Popwellen.)

Nun ja, quasi immer dazugelernt, was Radio bedeutet, hab ich quasi auch die nächsten zwei Jahrzehnte: zuerst halt die Jingles von R.SH nachgesungen, und so ab 8 bis 9 Jahre mir dann erste eigene Speaks für die Jingles, meine Favoriten waren damals „Radio Saurierhausen“ (damals hat R.SH sich noch Radio Schleswig-Holstein genannt), „Radio Saurier“ (passt auf den Jingle vom NDR 2) und so ab 11 Jahre dann „Hyperfunk 1“ (ebenfalls auf NDR 2 Jingle). Ich war sogar so „merkwürdig“, dass ich manchmal die zwei bis drei Minuten vor Beginn der ersten Schulstunde echt genutzt hab, um am Lehrerpult quasi die „Nachrichten“ anzusagen… naja, geschämt für Merkwürdigkeiten meinerseits hab ich mich (zum Leidwesen meiner Mitmenschen) bisher noch nie öffentlich.

Nun ja, aus „Hyperfunk 1“ wurde dann irgendwann „Acme Acres Rundfunk Interstellar 1“. Der Titel ist so lang, weil er nur so auf den Jingle vom Radio NORA, damals noch Nord-Ostsee-Radio, gepasst hat. Und wenn man sich das damalige „Konzept“, wenn man es überhaupt so nennen kann, anschaut (sofern ich es jemandem aufschreibe, ich hab es halt eigentlich nur noch im Kopf, weil es längst verworfen ist), merkt man, wie wenig Ahnung ich damals noch hatte: Musik vom NORA klauen und die Moderationen durch eigene Moderationen austauschen. Widerspricht zwar jeglichem Medienrecht, aber ein 13jähriger weiss ja noch nicht, was Copyright und so ist. (Und nebenbei hab ich es ja nur in Gedanken bzw. in meinem Zimmer gespielt, mit meinen Klassenkameraden als Co-Moderatoren.)

Und auch hier ging der Lerneffekt weiter: Weil irgendwann keiner der Radiosender mehr das spielte, das mir gefiel, blieb mir nichts anderes übrig, als für meinen Sender „ARI1“ nun auch noch ein Musik- und Sendestrukturkonzept zu erfinden. Bis 1998 war es recht einfach, es gliederte sich normal an die Sendestruktur des jeweils gecoverten Senders, doch da mir mittlerweile klar war, dass kein Sender es gern sehen würde, wenn man seine Sendungen klaut, wurden halt die ersten Sendenamen erfunden, die gelungensten davon sind sicher „Plug and Pray“ (Mai 1999), „PI-Talk“ (irgendwann 2000), „Ramp!“ (2002, damals noch für Acme.DK), „Acme.1-0-2-6“ (2001), „Noras Hour“ (1998) oder „Acme.Nightlive“ (erste Versionen so 2000), denn diese existieren bis heute (die „Sendung“ mit dem ältesten Sendetitel ist übrigens „4-8, der Acme.Takt“, den Namen hab ich ursprünglich 1995 von der N-Joy-Sendung „2-6“ „geborgt“ und dann jeweils den gültigen Sendezeiten angepasst.)

Nun ja, seitdem ich studier, vor allem mir die KoWi-Vorlesungen anschaue, ist mir auch klar, wie kompliziert mittlerweile die Situation für die Rundfunksender, vor allem die „Pop-Wellen“ geworden ist. Gut, sie sind selbst schuld, sie haben sich ihre Hörerschaft als „wankelmütige, schnell umschaltende Masse“ ja erzogen, aber mittlerweile gehen viele Sender damit richtiggehend am Zahnfleisch, zu versuchen, die Hörer wenigstens die nötigen 15 Minuten am Sender zu halten, damit man sie zählen kann (das ist übrigens der Grund, wieso es derzeit wieder Gewinnspiele gibt: So machen sich die Sender bekannt, damit ihr bei Umfragen angebt, dass ihr den Sender kennt 😉 )

Die Frage ist natürlich: Würde sich eine so merkwürdige Mischung aus Kommerzfunk, freiem Rundfunk und Eigenideen wie Acme.Rad1o, oder auch nur Teile davon, sprich Sendungen, im richtigen Rundfunkgeschehen halten. Um das zu klären, gibt es seit 2007 ja „Acme on Tour 107,5“ auf der Radiofabrik, bisher wurden die Konzepte von „Acme on Tour“ selbst, „Flashback.Acme“, „Hit mal mit“, „Katrin Live“ (die Sendung damals mit Bernhard hatte viele Anteile, z.b. was das recht freie Reden über Themen, die einem grad in den Kopf kommen, an „Katrin Live“) (Die Sendung wird übrigens bald einen Namenschange erfahren, wahrscheinlich heisst sie ab Mitte 2008 dann „TeVision.Live“ oder ähnliches, im Rahmen meiner „Forschungen“ zu Realisierungsmöglichkeiten bin ich mittlerweile ja von der Fixiertheit auf bestimmte Personen abgekommen.)

Also um es abzukürzen, bisher habe ich einiges herausgefunden: am einfachsten realisierbar dürfte das Acme.Musikkonzept sein. Übrigens schon deshalb, weil Antenne Salzburg dieses fast perfekt „covert“ (und wenn nun jemand denkt, ich hätte mal wieder Konzepte geklaut: in diesem Fall mal nicht, dass „die Antenne“ ein ähnlich abwechslungsreiches Musikangebot hat (das von Acme.Radio hätte noch mehr verschiedene Titel, vor allem unbekanntere, merkt ihr ja immer bei Acme on Tour (das ist das gute, wenn man einen sehr undifferenzierten Musikgeschmack hat, dann kennt man zwar nicht von einem Spezialgebiet wie z.b. Dark Metal alles, dafür aber von jeder Musiksparte etwas, und hält sich nicht die Ohren zu, nur weil heute mal Light Metal gespielt wird)), ist dieses mal echt Zufall. Hat sicher seine Gründe, wieso die Antenne in Salzburg recht viel gehört wird 🙂 ).

Von den Sendungen, weil relativ einfach, wären sicher die Acme.Nacht (auch hier macht mir Antenne echt viel „Konkurrenz“, auch wenn ich keine „Lovenight“ im Programm will *lol*), Acme.1-0-2-6 und 4-8. Obwohl gerade Sendungen wie „Noras Hour“ (eine Sendung, in der Hörer Lieder zu einer Sparte sich wünschen könnten), „Ramp!“ (eine nicht zentral, sondern durch angeschlossene Regionalstudios gestaltete Sendung) oder „Plug and Pray“ (eine Computersendung, die humorvoll das Thema Computer und seine Macken haben würde und so zu Gelassenheit beim Blue Screen ermuntern soll) sicher interessante Programme wären.

Wenn man so beginnt, sich ein wenig mit Radiomachen zu beschäftigen, wird man aber schnell desillusioniert: So einfach, wie alle glauben, ist es nicht, vor allem wenn man wie ich noch die redaktionelle Arbeit (sprich Material für die Sendung beschaffen, interviewen, schneiden) machen muss. Der Spruch: „eine Stunde Radioprogramm benötigt 8 Stunden Vorbereitung“ stimmt echt, bisher lag ich nie darunter, sogar bei Sendungen ohne neue Interviews (nur so als Frage: Seid ihr schon mal 4 Stunden mit einem Mikro durch den Regen auf der Dult gelaufen, oder seid 3 Stunden durch die Innenstadt geradelt, nur um mal 5 Interviews zu erhalten? (ehe jemand was denkt, das bringt Spaß (wenn nur meine angeborene Schüchternheit nicht wäre), es ist nur anstrengend)).

Aber eines hat sich irgendwie in den letzten Jahren für mich bestätigt: Egal wie viele wissenschaftliche Studien es gibt, egal wie viel geschrieben steht, wie es angeblich richtig geht und was man nicht machen sollte: Am Ende ist eine Sendung meistens dann gut, wenn man das Gefühl hat: „Ja, die würde ich mir anhören wollen“, egal ob nun der Wortanteil 2 Minuten zu groß wurde oder man mal einen Bericht mehr als 2 Minuten lang gemacht hat. (Zumindest ist das mein Gefühl von den Sendeerfahrungen bisher, und ich denke mal, dass die, die nach 1 Minute wegschalten, weil eine Nachricht gesendet wird, auch die sind, die nach 20 Sekunden die Werbung abgedreht haben, und somit nicht wirklich gute „Radiokonsumenten“ sind.)

Und persönlich? Nun ja, was mir wohl in der näheren Zukunft mal übern Weg laufen sollte (wenn man es so schreiben will), sollte ein Lehrgang zum guten Sprechen sein. Ich hab, das hab ich heute beim Abhören der Maisendung gemerkt, noch ein wenig Schnitzer drin, z.b. dass ich an der falschen Stelle und zu offensichtlich atme oder Speichel runterschluck. Das sollte ich noch lernen, wie das besser geht.

Ansonsten gilt halt: Wenn ein Programmchef denkt: Man, wir brauchen einen kreativen Kopf, der sich mal ein paar neue Sendungen ausdenkt, die nicht nur das tägliche Radio-Einerlei sind: Hier bin ich! (Übrigens auch gerne für Praktika, find das schon etwas schlimm, dass Georg Pichler (www.rigardi.org) zwei Praktika in Sbg gefunden hat und ich bisher keines habe (hoffentlich ändert sich das bald mal).

Somit einen schönen Sonntag euch allen. Aso, und nicht vergessen, wer Interesse hat, kann sich bei mir die heutige Sendung „abholen“, einfach mich anschreiben, ist auch nicht illegal, schließlich hat die Radiofabrik für die Ausstrahlung der Originalsendung bereits GEMA-Gebühren (bzw. das österreichische Gegenstück dazu) bezahlt und ich gebe die Datei ja nur persönlich und im ganzen (also mit Moderationen und so) weiter, auf diese Sendung! habe ich schließlich das Copyright.

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