Wasserstandsmeldungen

Salzach: Normal feucht
Saalach: Normal grenzgängig
Sascha: Normal nachdenklich

So, jetzt mal schnell nen Blogeintrag schreiben? Oder gilt das als Arbeit, welche ja an diesem Tag recht verpönt ist (die Österreicher nennen den Tag übrigens „Staatsfeiertag“, weil der „Tag der Arbeit“ ja von Nazis und Austrofaschisten eingeführt wurde *lol*)

Hab noch einen kurzen Nachtrag zum Dienstagspost zu machen: Kennt ihr die klimawandel-kritischste Gruppe unter den Wissenschaftlern und so? Nein, nicht die BWLer, nicht die Biologen, auch nicht die Historiker, nicht die Chemiker, nein, ausgerechnet die Soziologen. Die Gruppe, die von Naturwissenschaften meist soviel Ahnung wie vom Menschen hat: KEINE.

Ich hab eine Seminarpräsentation einer angehenden Soziologin gesehen, wo ich mir nur dachte: Bist du Anhängerin der „Matrix-Theorie“ (‚wir sind alle in einer Matrix von Lügen, gespinnt von Politik, Wissenschaft, Wirtschaft gefangen‘)? Denn sie war echt der Ansicht, dass der Klimawandel einer Lüge ist, mit der die ökologische Ideologie durchgesetzt werden soll.

Gut, es gibt Wissenschaftler, die begründet die Ansicht vertreten, dass die Horrorszenarien des Klimawandels bewältigbar sind, bzw. dass Europa davon eher profitieren denn untergehen wird, sag ich auch nichts gegen. Einige glauben auch, der Klimawandel wäre nicht so schlimm, da es z.B. vor 8000 Jahren immerhin fast 2 Grad wärmer war als heute.

Diese Studentin wollte aber behaupten, dass der Klimawandel in Wirklichkeit erlogen sei und es nur ein vorübergehendes Phänomen wäre. Gut, es ist vielleicht vorübergehend, wenn wir uns selbst dabei auslöschen, aber erlogen? Ihre Begründung (ich hab leider kaum was mitbekommen, da ich recht spät reinkam, wurd von einem Seminarteilnehmer eingeladen, zuzuhören) dazu: In der, festhalten bitte, Eiszeit und dem frühen Holozän wäre die Schwankung viel stärker gewesen als heute.

Ja, das stimmt. Und verglichen mit den Klimaschwankungen in der letzten Eiszeit ist es derzeit noch ein laues Lüftchen, was uns umweht. Unser Wetter ist verglichen mit damals recht stabil. Aber mal ehrlich: Vergleicht irgendwer normalerweise die Situation in einem Tornade der Kategorie 4 mit Windstärke 2, nur um beweisen zu können: Windstärke 2 bedeutet eigentlich Windstille?

Nur zur Aufklärung: Während der Eiszeit gab es ein sehr instabiles Klima. Und auch am Anfang des Holozäns schwankte es stark, z.b. durch das Einbrechen der Hudson-Bay-Eisbarriere, die so einige Winter verursacht hat. Ca. 6000 v. Chr. Geburt hatten wir die Höchsttemperatur erreicht und seitdem sackt sie langsam ab. Es gab dabei immer Schwankungen, so war es zur Zeit der römischen Republik recht warm, wurde dann zur Zeit der Völkerwanderung recht kalt, im Mittelalter wiederum recht warm und im 16. Jahrhundert gab es eine Zeit, die als „kleine Eiszeit“ bezeichnet wird. Sprich es gab immer Schwankungen.

Nur seid Mitte des 18. Jahrhunderts beginnt das Klima weltweit sich gegen den langläufigen Trend zu richten: Es wird wärmer, spürbar, obwohl wir langfristig in eine Eiszeit rutschen sollten, wenn man die Temperaturtrends der letzten Jahrtausende anschaut. (Im Vergleich zu anderen Warmphasen ist diese Warmzeit sogar schon recht lang, was manche Menschen auch dem Menschen zuschreiben, der erstmals seit seiner Entstehung aktiv viel CO² erzeugt, sei es durch Abholzung und Verbrennung in der Antike oder durch die Viehzucht in der jüngeren Steinzeit.)

Dieses versuchte ich dem Professor oder Dr. zu erklären, doch seine Begründung war die, die man von einem Soziologen erwarten kann: Dumm und falsch. Er meinte, man könnte aus dem Diagramm alles herauslesen, wenn man das Lineal nur an der richtigen Stelle anlegen würde, und ignorierte, dass ich es an die Stelle machen wollte, an der das Klima sich zu stabilisieren beginnt (und seitdem stabil nach unten sackt), wie es auch ein Naturwissenschaftler machen würde. Wie gesagt, solche Begründungen sind anscheinend zu hoch für einen (wie mir ein Kollege, der Soziologie studiert, berichtete) dauerkritischen und -ablehnenden Soziologen.

Ich wette, wenn möglich, würde dieser Professor auch noch ein Buch darüber schreiben, damit es ein weiteres dummes Buch über irgendwelche Theorien gibt, die in der Realität keinerlei Bezug haben. Gibt ja nicht schon genug Bücher, in denen Soziologen, Historiker, Pädagogen und andere Geisteswissenschaftler ihre persönlichen Theorien über Naturwissenschaft, Technik und Politik erläutern, und dabei meist nur eines beweisen: Dass sie das Thema nie verstanden haben.


Wasserstandsmeldungen gibts auch bei meiner Sendung: Die Maisendung ist fertig vorbereitet. Die Moderationen (dieses mal recht kurz und wenige) sind ebenso fertig wie sämtliche Beiträge, die Playlist.

Fehlen tun nur noch die Nachrichten, diese kann ich ja erst am Samstag erstellen, oder möchtet ihr 2 Tage alte Nachrichten hören?

Ich hoffe, viele von euch hören zu, und finden meine Sendung dann gut. Ist schließlich eine der Sendungen, für die ich recht lange habe arbeiten müssen.


Manchmal kapier ich es nicht: Wieso hab ich das Gefühl, dass es so gut wie keine Praktika gibt, und andere kriegen gleich 2-3 in Salzburg? Liegt das an mir? Oder nehmen die mir immer einfach andere weg?

Da frage ich mich schon: Wie soll das dann später aussehen? Werde ich später mal was werden oder zu der Gruppe der „Verlierer“ gehören?

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Eine Antwort to “Wasserstandsmeldungen”


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