„Wenn’s der Wirtschaft hilft, hilft es den Menschen“

Wieso eine solche Überschrift? Ist der Sascha jetzt unter die Neo-Kapitalisten gegangen? Unterdrückt er Gewerkschaftler (schöne Grüße an die Läden mit den vier Buchstaben (egal ob ReWe, PLUS, LIDL, ALDI, IKEA, gibt über jeden von euch schöne Berichte bei Verdi))? Ausverkauft er Deutschland/Österreich jetzt an die Chinesen? Erhöht er die Preise um 200 %, um mehr Geld zu machen?

Nein, keine Sorge. Es hat eigentlich gar nichts damit zu tun. Dieser Satz ist es nur, der mir einfiel (während ich „die Anstalt“ auf ZDF schau), als ich mich fragte: Was schreibt man über den heutigen Schnuppertag unserer Studenten-Frischies.

Den Satz hören durfte ich im Shuttlebus zwischen NaWi und Rudolfskai aus dem Mund einer ca. 18jährigen Traunsteinerin. Gut, die Jugend darf noch dumm sein, aber ist echt traurig, wie die Propaganda von BDI und IHK schon unsere Jüngsten verarschen.

Ok, ganze Version: Dieses Mädchen meinte echt, es würde der österreichischen Universität gut gehen, denn es würde ja der Wirtschaft in Österreich gut gehen. Klingt irgendwie gut, die Idee. Nur irgendwie blöd, dass sie nichts mit der Realität zu tun hat. Denn obwohl Österreich seit den 90ern einen rapiden Aufstieg in der Wirtschaft geschafft hat, was man z.b. am BIP sehen kann, wurde ausgerechnet die Nachwuchserzeugungsstätte für die Wachstumsunternehmen immer mehr geschröpft.

Das wissen die meisten an der Universität, sogar die AG (die Aktionsgemeinschaft, ÖVP- und wirtschaftsnah, meist Juristen) sagt dieses, und unsere ÖH-Koalition aus AG, UNL (unabhängige Namensliste, man könnte auch sagen: James Weissenböck) und VSStÖ hat irgendwie auch schon aufgegeben und als ihre wichtigsten Legislaturprojekte „Studentenmittwoch“ und „Jede Woche eine Uni-Feier“ gesetzt.

Doch die jungen Frischies, die ab September wieder aus den Gymnasien Deutschlands, Österreichs und anderen Ländern auf unsere Uni kommen, wissen das noch nicht. Denen wird in der Schule, vor allem in Bayern, erzählt, dass ein Wirtschaftswachstum und Studiengebühren gut wären für soziale Ausgaben. Blöd nur, wenn Studiengebühren zur Kürzung vieler Zuschüsse genutzt werden und durch ewige Steuerreformen (sprich dem Erfinden neuer Abschreibungsmöglichkeiten für Großunternehmen) die Einnahmen des Staates sogar in Boomphasen fast schon stagnieren.

Und was sagt uns das? Wir müssen sie schnell aufklären, sehr schnell, schließlich ist wahrscheinlich irgendwann Ende 2008 oder 2009 eine neue Nationalratswahl 😉 (wer glaubt denn schon, dass die noch ewig durchhalten, wenn ein U-Ausschuss nach dem anderem das nackte Chaos offenbart).


Ok, aber jetzt ne andere Richtung. Lassen wir die Kapitalismuskritik, für die sind eh Prof. Knoche oder das Jazz-It (das ja nebenbei das Hauptquartier der KPÖ Salzburg ist) zuständig.

Hab mir, wie schon herauszulesen war, mal den diesjährigen Schnuppertag der Uni gegeben. Sprich bin nach meiner KoWi-I-Prüfung zur NaWi gefahren und hab mir dort angeschaut, was es so gibt. Und dabei gibt es viele wichtige Erkenntnisse:

  • Es gibt glatt Informatiker, die mit einem Mac programmieren. Das ist so, wie mit einem Trabbi Formel 1 fahren. Es geht. Frage ist nur, ob man ankommt.
  • Afrika beginnt bereits in Hellbrunn. Ernsthaft. Nach einem Geologen von der Universität gehört Anif bereits zum Aufschubbereich der Alpen. Und da sich Europa unter Afrika schiebt, bedeutet dass: Salzburg ist der letzte Vorposten vor Afrika. (Und meine Freundin kann sich also in ihren Lebenslauf eintragen: „Praktikum in Afrika (Grödig)“. Keine Ahnung ob dieser Geologe recht hat, klingt aber lustig.
  • Öfters ärgere ich mich echt, dass ich Politik und nicht KoWi studier. Nicht dass das KoWi-Studium so viel besser ist, nur was mach ich am Ende, wenn die Prüfungskommission der Ansicht ist, dass mein Politik-Bakk zwar ganz nett ist, aber ich dennoch zusätzlich noch ein KoWi-Bakk machen muss? Naja, zumindest dürfte ich dann ja sicher die meisten schon gemachten Vorlesungen einreichen, aber wäre sehr „nett“, vor allem wenn sie mir das dann vor Beginn eines Sommersemesters sagen würden. Sollte ich dann ein Semester warten oder wie? Manchmal denk ich mir da echt: man, brich doch Politik ab und geh rüber zu Kowi und reich deine ganzen schon gemachten Vorlesungen und Seminare und Proseminare ein, aber dann müsste ich ja ne Bakk-Arbeit schreiben 😦
  • Naja, ka, vielleicht kann mich zum letzten Punkte mal einer gut beraten, ansonsten: Danke an den Kommentator, der meine FAQ nur deswegen Pingbackt, weil dort das Wort „Madonna“ drin steht.

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    2 Antworten to “„Wenn’s der Wirtschaft hilft, hilft es den Menschen“”

    1. Madonna » “Wenn’s der Wirtschaft hilft, hilft es den Menschen” Says:

      […] Sinnvolles und -loses für die Welt wrote an interesting post today on "Wenn’s der Wirtschaft hilft, hilft es den Menschen"Here’s a quick excerptWieso eine solche Überschrift? Ist der Sascha jetzt unter die Neo-Kapitalisten gegangen? Unterd […]

    2. Suchanfragen- und Seitenstatistik April/Mai 2008 « Sinnvolles und -loses für die Welt Says:

      […] “Wenn’s der Wirtschaft hilft, hilft es den Menschen” […]


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