Es war Montag

Ich komme heute morgen gegen Elf aus der Haustür. Es ist schon recht spät, nicht weil ich verschlafen hätte, sondern einfach weil ich eh nur 10 Minuten bis zur Uni brauche. Ok, vielleicht werde ich heute ein wenig später kommen, ich muss noch kurz was bei der GKK fragen, wegen meiner europäischen Auslandskrankenkarte.

Ok, wird also ein guter Tag heute. … Oder auch nicht: Denn unter den 40 Fahrrädern, die dort herumstehen, ist merkwürdigerweise keines von mir. Dabei habe ich es am Freitag doch direkt vor der Tür abgestellt, und es gestern abend um 18 Uhr erst gesehen.

Vielleicht hat es ein Witzbold verstellt. Also überall geschaut, auch hinterm Haus, im Keller und im Fahrradschuppen. Denn wer sollte ein 37 Jahre altes rostiges klappriges und halb kaputtes Fahrrad klauen?

Doch nirgends ist es zu sehen… Langsam also muss ich mich mit dem Gedanken befassen, dass mein Fahrrad wohl einfach weggenommen wurde. Trotz seines Alters, Zahlenschlosses und Rahmennummer.

Also wird das wohl heute nichts mit dem rechtzeitigen Ankommen an der Uni. Ich muss schließlich erstmal zur Polizei, den Verlust anzeigen. Nicht zu vergessen die GKK. Schöner Wochenbeginn.


Nach Beendigung meiner ungewünschten Amtsgänge dann erstmal eine BILD kaufen (macht sich gut zum Standard), dazu ein Wochenticket. Und dann den 3er Bus verpassen. Nicht so schlimm, der 6er ist ja direkt dahinter, aber wieso kann der 3er nicht 20 Sekunden warten?

10 Minuten von der Vorlesung über die Weimarer Republik kann ich also noch verfolgen. Und danach dann doch erstmal auf Klo. Da musste ich schon längst drauf. Und nebenbei die BILD lesen, Bilder von toten Schafen und zerbeultem Zug anschauen.

Nebenbei, Herr Wagner, wenn sie absolute Sicherheit im Zug verlangen, dann steigen sie besser wieder aus, ehe er abfährt. Und vergessen sie dabei nicht den Spalt zwischen Bahnsteigkante und Zug.

Die Uni geht vorbei, mit so interessanten Dingen wie: „Kowi I Folien anschauen“, sich für eine Führung beim ORF eintragen, fast beim Reith einschlafen, während er die Roheisenproduktionsraten von 1720 bis 1790 aufzählt, und dann nach Hause. Natürlich wird man da dann mal eben kontrolliert, wieso sind die eigentlich nie im Bus, wenn ich ein Handyticket hab?


Und kaum beim Studentenheim, schon die nächste Tortur: Unterhaltung mit einigen Kollegen. Nicht dass ich was gegen die Kollegen ausm Studentenheim hätte, nein, die Tortur ist eher, dass ich es natürlich schaffe, alle negativen Gedanken der anderen auf mich zu fokussieren.

Also doch besser hoch in den 5., Essen machen, Pizza-Stücke, Hawaii und Speziale mit viel Chilli. Dabei zuerst mit meinem Vater telefonieren, dann meine Oma und mein Opa (wegen dem Fahrrad), am Ende mit Melanie. Nebenbei sich fast vom Hawaii-Pizzastück übergeben, ekelhaft, weggeschmissen den Kram. Die Speziale mit viel Chilli ist gut, vor allem wegen dem Chilli. Doch wie jemand täglich sowas essen kann (also Billigpizza vom Lidl), weiss selbst ich nicht.

Später nochmals runter, vielleicht schaff ich es noch, Arne, Michael, Bex, Sushi und Bernhard vollends gegen mich aufzubringen. Wenn schon Antipathie, dann richtig. Und das mit richtig gutem Erfolg: Arne beschwert sich über meine ewig negative Art, sowie darüber, dass ich ewig das Thema Österreich-Deutschland heraufbeschwöre. Nebenbei beschwert er sich über austretendes Hirnschmalz ausgrund meiner Anwesenheit (und Worte). Keine Ahnung, ob sie merken, dass ich meist so „negativ“ und provozierend bin, weil ich in 25 es meist so erlebt habe, dass ich nur dann beachtet wurde, wenn ich angeeckt bin.

Also hilft am Ende nur eins: im 5. Stock aus dem Fenster auf den Bahnhof schauen.

Doch ehe jetzt irgendwer es erhofft (z.b. Gott): Ich stürze mich nicht aus dem Fenster 😛 Muss schließlich für eine Klausur morgen noch üben…

Und wenn jemand ein Fahrrad, braun, mit Aufklebern der Marke „Nobless“ drauf und der Rahmennummer S-03152640 SP findet, sagt er es mir bitte.

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